Vom 8. bis 10. Mai spielt die PDC European Tour mit den Elten Safety Shoes Austrian Darts Open in Graz. Für
Mensur Suljovic ist es das wichtigste Heimevent seines Kalenders, und es trifft ihn in einer Saisonphase, in der seine Position in der Weltrangliste enger geworden ist als seit Jahren.
Saison ohne Viertelfinale auf der Pro Tour
Punktuell hat der 53-jährige Wiener auch 2026 wieder gezeigt, was er kann. Beim fünften Players Championship in Leicester warf er gegen Callan Rydz ein Match-Average von 107,26 und unterlag trotzdem mit 5:6, weil Rydz mit 108,28 noch knapp besser abschnitt. Bei den UK Open Anfang März kam Suljovic bis in die vierte Runde und scheiterte dort an Stephen Bunting. Bei der European Darts Trophy in Göttingen reichten Auftaktsiege gegen Karel Sedláček und William O'Connor zum Einzug in Runde drei. Bei Players Championship 9 zog er ins Achtelfinale ein und verlor 3:6 gegen Justin Hood.
Was in der Bilanz nach zwölf Players Championships fehlt, ist ein Viertelfinale. Genau diese Linie macht für die
Pro-Tour-Order-of-Merit den Unterschied zwischen Achtungserfolg und nennenswertem Preisgeld. Suljovic hat in Leicester und Wigan zuletzt mehrfach in der Endphase enger Spiele auf der Verliererseite gestanden, oft gegen jüngere Spieler mit höherem Tagesschnitt.
Position 55 in der Weltrangliste und die Tour-Card-Frage
Nach der zwölften Players Championship vom 28. April steht Suljovic auf Platz 55 der PDC World Rankings, der seit Juli 2025 offiziellen Bezeichnung der früheren Order of Merit. In der Pro Tour Race Table für die WM 2027 liegt er auf Position 19. Über diesen Weg wäre er aktuell für das Turnier am Alexandra Palace qualifiziert, das vom 10. Dezember 2026 bis 3. Januar 2027 erstmals in der größeren Great Hall ausgetragen wird.
Heikler ist die Tour-Card-Frage. Wer nach der WM 2027 unter den Top 64 der Weltrangliste steht, behält seine Tour-Card automatisch. Suljovic hat dort einen überschaubaren Vorsprung von neun Positionen. Die Saison läuft bis Anfang November mit etwa 20 weiteren Players Championships, mehreren European-Tour-Events und den Majors World Matchplay, World Grand Prix, Grand Slam und Players Championship Finals. Das ist genug Spielmaterial, um die Position zu festigen oder sie zu verlieren.
Wiener Bühne und ein Markt im Umbruch
Suljovic lebt seit 1993 in Wien. Sein Spitzname „The Gentle" geht auf ein
Lokal in der Stadt zurück, das er später aufgab, um sich auf den Sport zu konzentrieren. Aus dieser Wiener Verankerung speist sich der Heimvorteil bei den Austrian Darts Open seit Jahren. Das österreichische Sport-Entertainment-Umfeld dahinter sortiert sich 2026 allerdings neu.
Für das Online-Glücksspiel, für das Dart-Wetten ein fester Bestandteil ist, hält die Casinos Austria AG mit ihrer Tochter win2day weiterhin die einzige nationale Konzession. Schätzungen aus mehreren Marktstudien sehen den Anteil EU-lizenzierter Anbieter ohne österreichische Genehmigung im Online-Bereich bei rund 70 Prozent des Marktes.
Die Bundesregierung verhandelt seit Anfang 2026 über eine Reform, die nach aktuellem Stand bis zur Jahresmitte in Kraft treten könnte; die sechs landgestützten Casino-Konzessionen für Wien, Linz, Salzburg, Graz, Innsbruck und Bregenz laufen Ende 2027 aus. Die Diskrepanz zwischen Recht und Marktrealität hat zu Unklarheit im Markt geführt. Das renommierte Portal
onlinecasino.at vergleicht deswegen seriöse Casinos in Österreich und sortiert diese nach Lizenzart, Bonusbedingungen und Spielerschutz.
Die Plattform füllt damit eine Orientierungsfunktion aus, die der staatliche Rahmen in der Übergangsphase bislang nicht leistet. Sportwetten sind in Österreich seit längerem über Landeslizenzen liberalisiert und bilden ein eigenes Marktsegment.
Das deutsche Aufgebot zieht in der Weltrangliste vorbei
Suljovic war mehr als ein Jahrzehnt die unangefochtene deutschsprachige Nummer eins. Diese Rolle ist 2026 vergeben. Vorjahressieger Martin Schindler steht auf Platz 13 der Weltrangliste, Ricardo Pietreczko folgt auf Position 33, Gabriel Clemens trotz seiner Sprunggelenkprobleme auf 45 und Niko Springer als formstärkster Aufsteiger des deutschen Lagers auf 49. Max Hopp und Lukas Wenig liegen in den World Rankings hinter Suljovic, qualifizieren sich für die WM 2027 aber aktuell über die ProTour.
Auf österreichischer Seite ist die zweite Tour-Card von Rusty-Jake Rodriguez besetzt, der seine Karte 2025 in der Q-School zurückerobert hat. Sein Bruder Rowby-John, jahrelang Suljovics Partner im World Cup of Darts und Doppelpartner in den Finalniederlagen 2021 und 2024, verlor die Tour-Card Ende 2024 und spielt aktuell auf der Next Gen Tour der PDC Europe.
Heimspiel in Graz vom 8. bis 10. Mai
Die 13. Auflage der Austrian Darts Open findet erstmals in der Stadthalle Graz statt; in den Vorjahren wurde in der Premstättner Halle am Schwarzlsee gespielt. Titelverteidiger ist Schindler, der das Finale 2025 mit 8:4 gegen Ross Smith gewann. Suljovics Bilanz beim Heimturnier ist gemischt. Halbfinaleinzüge 2014 und 2019 stehen einem Drittrunden-Aus gegenüber, das er im Vorjahr nach starkem Auftaktsieg gegen Ritchie Edhouse mit 1:6 gegen Daryl Gurney kassierte.
Gespielt wird im Best-of-11-Format bis zum Viertelfinale, das Halbfinale geht über Best of 13, das Endspiel über Best of 15.
DAZN und PDC TV übertragen das gesamte Wochenende live, Pluto TV zeigt die Begegnungen kostenfrei. Die Auslosung der ersten Runde steht für Donnerstag an, einen Tag vor Turnierbeginn.