Mensur Suljovic war am Donnerstagabend als Gast in der Sport1-Sendung Madhouse Teil der Vorberichterstattung zur
Premier League of Darts. Die österreichische Darts-Legende war live zugeschaltet und sprach mit Katharina Kleinfeld,
Max Hopp sowie Basti Schwele über seinen Alltag, seine Form und die Entwicklung des Dartsports in seiner Heimat.
Schon zu Beginn sorgte Suljovic mit einer charmanten Antwort für gute Stimmung. Auf die Frage, wo er sich aktuell befinde, erklärte der Wiener, dass er gerade auf einer Raststätte sei. Im Hintergrund war eine Werbetafel mit verschiedenen Gerichten zu sehen. Das passte bestens, denn schnell drehte sich das Gespräch um das Thema Essen.
Suljovic verriet dabei auch, was für ihn unterwegs kulinarisch ganz oben steht. „Am liebsten gehe ich zum Burger King, muss ich ehrlich sagen“,
sagte der Österreicher mit einem breiten Lächeln. Gleichzeitig stellte er klar, dass das nur auf Reisen gelte. Zuhause sehe die Sache ganz anders aus, betonte Suljovic, denn dort koche seine Frau am besten.
Auch sein Geburtstag, den er erst vor wenigen Tagen gefeiert hatte, wurde angesprochen. Suljovic erklärte, dass er diesen ähnlich wie seinen aktuellen Abend verbracht habe. Statt an einer Raststätte sei er damals allerdings am Flughafen gewesen.
Im weiteren Verlauf wurde es sportlicher. Auf die Frage von Kleinfeld, was mit zunehmendem Alter eigentlich immer besser werde, lenkte Suljovic den Blick auf die junge Generation im Dartsport. Besonders deren Konstanz und Belastbarkeit beeindruckten ihn.
„Ich glaube, diese Konzentration von den jungen Menschen wird immer besser und besser und diese Ausdauer“, sagte Suljovic. Die Topspieler könnten inzwischen Woche für Woche auf höchstem Niveau abliefern. Immer wenn man denke, es könne in der folgenden Woche etwas ruhiger werden, steigerten sie sich erneut. Für das Niveau auf der Bühne fand der Österreicher daher nur lobende Worte und sprach den Spielern seinen „absoluten Respekt“ aus.
Basti Schwele griff anschließend Suljovics eigenes Alter auf und wollte wissen, ob der 54-Jährige beim Turnier- und Trainingspensum inzwischen gezwungen sei, etwas kürzerzutreten. Suljovic antwortete offen und ehrlich. Pausen und Urlaub seien in seinem Alter auf jeden Fall wichtig. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er nach wie vor enorm viel investiert.
Gewann 2017 die Champions League of Darts: Mensur Suljovic
„Ja Basti, auf jeden Fall. Ich bin jetzt 54 Jahre alt. Man muss wirklich eine Pause nehmen, man muss Urlaub nehmen“, sagte Suljovic. Danach schob er aber direkt hinterher, dass es bei ihm fast keinen Tag ohne Training gebe. Selbst im Urlaub nehme er seine Darts und seine Dartscheibe mit. Nur so könne er weiter mit den Besten mithalten.
Besonders viel trainiere er derzeit gemeinsam mit Max Hopp. Vor allem rund um die Players-Championship-Turniere werfe man häufig zusammen. Suljovic erzählte in diesem Zusammenhang auch eine amüsante Anekdote über einen perfekten Leg-Verlauf.
„Wo er einen 9-Darter im Spiel geworfen hat, habe ich im Training einen 9-Darter geworfen“, berichtete Suljovic. Mit einem Lachen fügte er hinzu, dass Hopp in dieser Hinsicht eben doch noch etwas besser gewesen sei, weil er den 9-Darter im Match geschafft habe. Dafür zollte Suljovic dem Deutschen großen Respekt. Ein 9-Darter oder auch ein 10-Darter sei für ihn ein klares Zeichen dafür, dass sich konsequentes Training auszahle.
Natürlich durfte auch die Szene mit
Joe Cullen nicht fehlen. Kleinfeld sprach Suljovic auf das Verhältnis zum Engländer an, nachdem es bei der Darts WM 2026 Spannungen gegeben hatte. Suljovic machte dabei deutlich, dass er selbst die Sache längst abgehakt hatte.
„Beim Winmau World Masters hat er direkt gemeint: Können wir das direkt unter dem Teppich lassen? Ich habe gemeint: Von mir aus“, sagte Suljovic. Für ihn sei die Angelegenheit von Anfang an erledigt gewesen, auch wenn Cullen damit offenbar länger gehadert habe. Inzwischen sei aber alles vorbei.
Max Hopp, der ebenfalls in der Sendung thematisiert wurde, erinnerte daran, dass Suljovic und Cullen in diesem Jahr bereits erneut aufeinandergetroffen sind. Auch darauf hatte der Österreicher eine humorvolle Antwort parat. „Aber dieses Mal habe ich in seinem Rhythmus gespielt, da habe ich schneller gespielt, da hat er auch verloren“, sagte Suljovic lachend.
Danach ging es um seinen eigenen Stil auf der Bühne. Die Frage lautete, ob sein Auftreten eher eine Stärke oder vielleicht doch eine Schwäche sei. Schließlich könne er damit Gegner aus dem Rhythmus bringen, gleichzeitig aber womöglich auch sich selbst.
Suljovic bewertete das überraschend kritisch. „Leider eine Schwäche, weil ich nicht immer ganz bei der Sache bin“, erklärte er. Gleichzeitig stellte er klar, dass er unabhängig davon immer ein fairer Sportsmann bleiben werde. „Ich bin allerdings garantiert ein Gentle, das war ich schon immer und werde es immer bleiben.“
Besonders deutlich wurde Suljovic beim Thema österreichischer Dartsport. Auf die Frage nach der Entwicklung in seiner Heimat fand er klare Worte. Aus seiner Sicht befindet sich das Niveau derzeit in einer schwierigen Phase.
„Leider im Moment eine sehr schlechte Lage“, sagte Suljovic. Es komme aktuell kaum etwas nach, zudem fehle vielen Spielern der Mut, den letzten Schritt zu gehen und sich wirklich nach vorne zu spielen. Als Vergleich zog er Deutschland heran, wo sich in den vergangenen zehn Jahren enorm viel getan habe. Österreich dagegen habe in dieser Zeit eher an Boden verloren.
Suljovic sprach sogar davon, dass Österreich inzwischen ungefähr zehn Jahre hinter Deutschland liege. Besonders die Bundesliga in Deutschland bezeichnete er als brutal stark. Ein Vergleich mit Österreich sei derzeit kaum möglich. Auch wenn ihm seine Aussagen ein wenig leidtäten, wollte er seine Einschätzung ehrlich und deutlich formulieren.
Zum Abschluss ging es um seine Zukunftspläne. Aus Sicht des Moderationsteams bedeutet die aktuelle Lage in Österreich vor allem eines: Suljovic muss wohl noch eine ganze Weile weitermachen. Der Wiener hatte gegen diese Vorstellung überhaupt nichts einzuwenden.
„Ich bin gerade erst 54 geworden, die nächsten zehn Jahre bin ich noch dabei, mindestens“, sagte Suljovic mit einem breiten Lachen. Zudem sehe er noch eine klare Aufgabe für sich. „Der Max braucht einen Partner“, erklärte er augenzwinkernd. Sportlich bleibt sein Ziel ohnehin ambitioniert. Suljovic will noch einmal in die Top 32 der Welt zurückkehren. Und selbst wenn das nicht klappen sollte, hätte das Ranking für ihn zumindest einen charmanten Nebeneffekt: „Wenn nicht, dann bleibe ich 54, 55 – schön wie mein Alter.“