Luke Littler schreibt weiterhin Darts-Geschichte und sorgt dabei immer häufiger für Vergleiche mit den größten Legenden des Sports. Für Kommentator Stuart Pyke steht sogar fest, dass der junge Engländer bereits heute das Niveau besitzt, um einen
Phil Taylor in dessen absoluten Glanzzeiten zu bezwingen. Eine bemerkenswerte Einschätzung, schließlich gilt Taylor mit seinen 16 Weltmeistertiteln noch immer als erfolgreichster Spieler der Darts-Geschichte.
Doch Pyke lässt keinen Zweifel an seiner Meinung. Littlers bisherige Karriere spreche bereits jetzt für sich. Mit gerade einmal 19 Jahren hat der amtierende Weltmeister bereits 13 Majortitel gewonnen. In dieser Saison triumphierte er bei allen vier bislang ausgetragenen TV-Turnieren und hält damit Kurs auf etwas, das bislang keinem Spieler gelungen ist: dem Gewinn aller PDC-Majortitel in einer Saison.
Pyke sieht Littler bereits vor Phil Taylor
Für Stuart Pyke sind Littlers Erfolge ein klarer Beleg für das außergewöhnliche Niveau, auf dem sich der Engländer aktuell bewegt. Im
Podcast Love the Darts sprach der Kommentator darüber, welche Rekorde der Weltmeister künftig noch brechen könnte.
Stuart Pyke traut Luke Littler bereits heute zu, Phil Taylor auf dem Höhepunkt seiner Karriere zu schlagen
„Ich denke, all diese Rekorde sind da, um gebrochen zu werden, auch die sechzehn Weltmeistertitel von Taylor“, sagte Pyke.
Gleichzeitig ordnete er die Erfolge von „The Power“ in den historischen Kontext ein. „Aber ich werde immer sagen, dass sicher die Hälfte dieser Weltmeistertitel von Taylor eigentlich Geschenke waren“, erklärte Pyke. „Vielleicht klingt das hart, aber die Konkurrenz war einfach nicht so stark als Taylor auf seinem Höhepunkt war.“
Damit verweist Pyke vor allem auf die enorme Leistungsdichte im modernen Darts. Während Taylor über viele Jahre hinweg nahezu konkurrenzlos dominierte, muss sich Littler regelmäßig gegen eine Vielzahl von Weltklassespielern behaupten. Namen wie
Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price oder Gian van Veen stehen für die hohe Qualität der aktuellen Generation.
Genau darin sieht Pyke den entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Ausnahmespielern. „Es bleibt natürlich ein großartiges Thema für die Kneipe, und diese Diskussion wird immer weitergehen“, sagte er. „Für mich gilt jedoch: Prime Littler schlägt Prime Taylor.“
Niederlage gegen Humphries als Schlüsselmoment
Nach Ansicht des Kommentators spielte auch das verlorene WM-Finale 2024 gegen Luke Humphries eine entscheidende Rolle in Littlers Entwicklung. Damals verpasste der 16-Jährige seinen ersten Weltmeistertitel, als Humphries sich im Endspiel durchsetzte und selbst erstmals die Sid Waddell Trophy gewann.
Für Pyke erwies sich diese Niederlage rückblickend jedoch als wichtiger Wendepunkt in Littlers Karriere.
„Kurioserweise sage ich das bis heute“, erklärte er. „Dass Luke Humphries Luke Littler in diesem WM-Finale besiegte, war das Beste, was Littler passieren konnte.“
Der Kommentator ist überzeugt, dass sowohl Humphries als auch der Dartsport insgesamt von diesem Ausgang profitiert haben. „Ich denke, Humphries hat seinen Moment verdient. Und er wird noch viele weitere bekommen. Aber diese Niederlage hat bei Littler etwas ausgelöst, von dem wir dachten, es nie wieder zu sehen.“
Seitdem scheint der Engländer sein ohnehin schon außergewöhnliches Niveau noch einmal gesteigert zu haben. Seine enorme Scoring-Power, sein hohes Spieltempo und seine bemerkenswerte Gelassenheit auf den größten Bühnen des Sports beeindrucken Experten und Fans gleichermaßen.
Erst vor Kurzem gewann Littler erneut die Premier League Darts, nachdem er sich in einem hochklassigen Finale gegen Humphries durchgesetzt hatte. Beide Akteure spielten dabei dreistellige Averages und lieferten eine weitere Demonstration ihres außergewöhnlichen Könnens.
Historischer Meilenstein in Reichweite
Auch statistisch bewegt sich Littler inzwischen auf historischem Terrain. Sollte er in diesem Jahr zusätzlich die European Championship und den World Cup of Darts gewinnen, hätte er jedes aktuelle große PDC-TV-Turnier mindestens einmal für sich entschieden.
Littler steht nun vor der Chance, etwas zu erreichen, das lange als praktisch unmöglich galt – und damit ein weiteres Kapitel in seiner ohnehin schon außergewöhnlichen Karriere zu schreiben.