Mensur Suljovic sorgt auch 2026 wieder für hitzige Diskussionen. Schon bei der vergangenen Darts-WM brachte der Wiener mit seiner eigenwilligen Spielweise einige Gegner aus der Fassung – und laut
Vincent van der Voort ist das zum Start der neuen
Pro-Tour-Saison nicht anders. Der ehemalige PDC-Profi sprach im Podcast
Darts Draait Door offen darüber, wie stark Suljovic seine Rivalen mit seiner Spielart beeinflusst.
Van der Voort beschreibt Suljovic als Spieler, der seit Jahren durch sein Rhythmusspiel und seine Körpersprache auffällt. Besonders in einem Match gegen
Justin Hood sei das deutlich geworden. Hood, eigentlich ein ruhiger Typ, habe sich sichtlich am Verhalten des Österreichers gestört. „In dem Spiel gegen Suljovic merkte man, dass er genervt war“, sagte Van der Voort. „Bei der WM war das ganz anders. In Ally Pally konnte alles passieren, und er blieb entspannt. Aber diesmal sah man, dass es ihn richtig störte – mit Gesten, Diskussionen und Blicken.“
Psychospiel mit Kalkül
Für Van der Voort steht fest: Diese Reaktion ist kein Zufall, sondern Teil von Suljovics Taktik. Der Österreicher spiele völlig für sich, ohne Rücksicht auf Außenwirkung oder Gegner. „Er zieht sein Ding durch – für sich und seine Familie. Was andere denken, interessiert ihn nicht“, so der Niederländer.
Vincent van der Voort beschreibt die „clevere Taktik“ von Mensur Suljovic
Laut Van der Voort gehört dazu auch gezieltes Psychospiel. „Wenn es ihm passt, verstellt er sich, als könnte er kein Englisch. Dabei versteht er jedes Wort. So bringt er seine Gegner zur Weißglut – und das ganz bewusst.“ Suljovic nutze diese Wirkung, um im Spiel die Kontrolle zu behalten. Für viele Kollegen mache ihn das schwer berechenbar, aber auch unangenehm zu bespielen.
Eigene Erfahrung mit Frustmomenten
Auch Van der Voort selbst kennt den schmalen Grat zwischen Konzentration und Frust nur zu gut. 2019 sorgte er während eines Euro-Tour-Matches für Aufsehen, als er mitten auf der Bühne sein Handy zückte. Rückblickend nimmt er das gelassen: „Das ist mir scheißegal. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sie mich filmen, als mein Gegner gerade ein Leg gewonnen hatte. Als ich merkte, dass ich im Bild war, habe ich das Handy schnell wieder weggesteckt.“
Eine Strafe nahm er bewusst in Kauf. „Die war klar, sowas mögen sie nicht.“ Der Anlass war kurios: Während des Spiels verfolgte Van der Voort das Fußballergebnis seines Lieblingsklubs PSV Eindhoven. „PSV lag 0:1 hinten, Ajax ist der Rivale – da wollte ich kurz nachsehen. Dann hatte ich plötzlich ein Break kassiert und PSV führte 2:1. Da war bei mir der Ofen aus.“ Mit einem Schmunzeln fügte er an: „Das war alles andere als professionell, und stolz bin ich darauf sicher nicht.“