Zu viele Duelle, zu wenig Exklusivität? Luke Humphries warnt vor Abnutzung seiner Rivalität mit Luke Littler – „Die Magie droht zu verblassen“

PDC
durch Nic Gayer
Montag, 16 Februar 2026 um 9:00
Luke Humphries
Luke Humphries befürchtet, dass seine viel diskutierte Rivalität mit Luke Littler durch die Vielzahl an direkten Duellen an Strahlkraft verliert – insbesondere in der Premier League Darts. Laut „Cool Hand Luke“ droht die Magie ihrer Paarungen zu verblassen, weil sie fast wöchentlich aufeinandertreffen.
In der vergangenen Woche standen sich die beiden Rivalen erneut in den Viertelfinals des zweiten Spieltags der Premier League Darts 2026 gegenüber. In Antwerpen entwickelte sich ein echter Thriller, den Littler mit 6:5 für sich entschied, nachdem Humphries drei Matchdarts vergab. Es war bereits das 28. Aufeinandertreffen der beiden innerhalb von gut zwei Jahren – eine beeindruckende Zahl, die ihre Dominanz unterstreicht, zugleich aber Fragen nach der Exklusivität ihrer Duelle aufwirft.

Der Blickfang des modernen Darts

Die Rivalität zwischen Humphries und Littler entwickelte sich seit 2024 zum absoluten Blickfang des modernen Darts. Ganze siebenmal trafen sie bereits in einem Major-Finale aufeinander. Littler behielt dabei viermal die Oberhand, während Humphries drei Titel holte. Ihre Duelle fanden häufig in Finals oder Halbfinals bei Majors statt – ein Umstand, der Spannung und Prestige zusätzlich steigerte.
Luke Humphries startet als Titelverteidiger in die Premier-League-Saison 2026
Luke Humphries startet als Titelverteidiger in die Premier-League-Saison 2026
Dennoch spürt Humphries, dass sich die Intensität anders anfühlt, wenn sie sich in der Premier League Darts begegnen. „Wir haben 27 oder 28 Mal in zwei Jahren gegeneinander gespielt. Das ist viel“, räumte er ein. „Meistens liegt das daran, dass wir uns als beste Spieler der Welt in den späten Runden begegnen. Aber durch die Menge an Duellen in der Premier League Darts wird es ein wenig weniger besonders. Wenn wir dort gegeneinander spielen, ist es den Leuten weniger wichtig, als wenn es ein großes Finale ist.“

Unterschied in der Einordnung

Für den Engländer liegt der entscheidende Unterschied vor allem in der Bedeutung des jeweiligen Spiels. Ein Finale bei einem Major – man denke etwa an ein World Matchplay oder eine Weltmeisterschaft – besitzt eine völlig andere Wertigkeit als ein regulärer Spielabend in der Liga. „Dann spielst du nicht nur um einen Abendsieg oder Punkte in einer Rangliste, sondern um einen großen Titel. Das fühlt sich anders an. Das ist besonderer.“
Humphries ordnet die Situation in einen größeren sportlichen Kontext ein. Auch in anderen Disziplinen treffen Topspieler wegen der übervollen Kalender immer häufiger aufeinander. Als Beispiel nennt er die Tennis-Stars Jannik Sinner und Carlos Alcaraz, die sich regelmäßig bei großen Turnieren gegenüberstehen. „Früher hattest du vielleicht zehn oder zwölf große Turniere im Jahr. Jetzt spielen wir so viel: Pro Tour, European Tour, Premier League Darts und alle Majors. Da trifft man automatisch öfter aufeinander.“
Der volle Terminkalender ist für Humphries eine logische Folge des Wachstums der Sportart. Mehr Turniere bedeuten mehr Preisgeld, mehr Einsatzmöglichkeiten und mehr Aufmerksamkeit – gleichzeitig werden Top-Duelle dadurch aber auch weniger rar.
Auffällig bleibt, dass Humphries in der Premier League Darts statistisch stark auftritt. Mit einem Average von 101,31 weist er den höchsten Schnitt des gesamten Teilnehmerfeldes auf. Trotzdem rangiert er aktuell nur auf Platz sechs der Tabelle – ein klares Zeichen dafür, wie gering die Unterschiede an der absoluten Spitze sind.
Am kommenden Donnerstag trifft Humphries am dritten Spieltag in Glasgow auf den Nordiren Josh Rock, der nach zwei Spieltagen noch ohne Punkte dasteht.
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