„Für mich ist das Betrug, Punkt“ – Joe Cullen bleibt bei schweren Vorwürfen gegen Mensur Suljovic
PDC
Joe Cullen hat sich geweigert, von seiner Behauptung abzurücken, dass Mensur Suljovic während ihres hitzigen Duells bei der Darts WM geschummelt habe. Das Match bei der PDC World Darts Championship hatte für reichlich Schlagzeilen gesorgt. Cullen hatte seinem Ärger nach dem Spiel öffentlich Luft gemacht und in den sozialen Medien von Betrug gesprochen.
Der Österreicher wurde von Cullen beschuldigt, gezielt das Spieltempo zu verlangsamen. Zudem habe Suljovic jedes gewonnene Leg übermäßig gefeiert. Dieses Verhalten brachte „The Rockstar“ nach eigener Aussage auf die Palme. Kurz nach dem Spiel griff Cullen zum Smartphone und machte seinem Frust öffentlich Luft.
Gegenüber der Lokalzeitung Telegraph and Argus aus seiner Heimatstadt Bradford bekräftigte Cullen diese Vorwürfe. Er habe gewusst, worauf er sich einlasse, sagte der Engländer. Trotzdem sei es für ihn „schlichter Betrug, Punkt“, auch mit ein paar Tagen Abstand. Eine andere Sichtweise vertrat hingegen Luke Littler, der sich klar auf die Seite von Suljovic stellte. Littler trifft am Samstag selbst auf den Wiener.
„Es war im Nachgang ein kleiner Aussetzer von mir“, räumte Cullen ein. Dennoch betonte er, dass er weiterhin nicht mit dem einverstanden sei, was Suljovic auf der Bühne mache. Er wisse, dass dieser oft so spiele, doch diesmal sei es schlimmer gewesen als sonst.
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Besonders deutlich wurde Cullen beim Blick auf die Rolle des Schiedsrichters. „Er wurde sogar vom Referee verwarnt, was ich noch nie gesehen habe“, erklärte er. Deshalb könne er mit dem Finger auf Mensur zeigen und sagen, er habe sich wie ein A****loch verhalten. Am Ende gab Cullen aber auch zu, dass Suljovic schwach gewesen sei. Noch ärgerlicher sei, dass er selbst dieses Spiel an sich herangelassen habe.
Seine Definition von Betrug stellte Cullen dabei klar. „Wenn du etwas tust, um den anderen Spieler absichtlich zu beeinflussen, dann ist das für mich Betrug“, sagte er. An dieser Haltung habe sich nichts geändert. Gerade deshalb habe ihn das Verhalten so enttäuscht.
Eigentlich sei er mit Suljovic immer gut ausgekommen, betonte Cullen. Umso größer sei der Frust gewesen. Der Österreicher habe genau gewusst, was er tat, und genau das umgesetzt, was Cullen erwartet habe – nur eben etwas extremer. Am Ende sei das Match für ihn doppelt ärgerlich gewesen. Er ist überzeugt, dieses Spiel eigentlich locker gewinnen zu müssen.
Joe Cullen ärgert sich weiterhin über den Österreicher
Mensur nur die Spitze des Eisbergs beim Frust
Auf die Frage, ob am Ende vor allem Frustration aus ihm gesprochen habe, zeigte Cullen Verständnis für diese Deutung. Er glaube selbst, dass das eine Rolle gespielt habe. Aus seiner Sicht hätte er dieses Spiel ohnehin nicht verlieren dürfen.
„Vielleicht ein Stück weit“, sagte Cullen. Er spiele seit vielen Jahren auf diesem Niveau und kenne solche Situationen. Es gebe Matches, in denen sich Frust einfach aufstaut. Vergebene Darts verstärkten dieses Gefühl noch. Das Verhalten von Mensur sei am Ende wohl nur die Spitze des Eisbergs gewesen.
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Nach einigen Tagen des Nachdenkens habe sich für ihn ein Punkt besonders herauskristallisiert. Das Frustrierendste sei, dass er dieses Spiel nie hätte verlieren dürfen. Es habe nicht einmal knapp werden müssen. Diese Erkenntnis wiege für ihn schwerer als alles andere.
Trotzdem verspürt Cullen keinen Drang, sofort etwas zu ändern. Nach einem für ihn insgesamt schwachen Jahr will er bewusst Abstand gewinnen. Er kündigte an, sich mehrere Wochen Luft zu nehmen und vorerst nicht zu trainieren.
„Ehrlich gesagt kann ich es kaum erwarten“, sagte Cullen. Bis Ende Januar, wenn die World Masters anstehen, habe er keine Turniere. Er denke darüber nach, im kommenden Monat in den Urlaub zu fahren. Sollte es nicht dazu kommen, wolle er einfach Zeit zu Hause verbringen.
Die Darts bleiben dabei bewusst liegen. Cullen will erst ein oder zwei Wochen vor dem nächsten Turnier wieder zu den Pfeilen greifen. So komme er auf gut vier Wochen Abstand vom Spiel. „Die Tür zu meinem Trainingsraum bleibt in den nächsten vier Wochen definitiv zu“, stellte er klar.
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026












