ZEITREISE MIT | Jan Dekker: Vom sensationellen WM-Debüt bis ins Viertelfinale eines PDC-Majors

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Montag, 07 September 2026 um 16:32
Jan Dekker ET
In dieser Rubrik blicken wir regelmäßig auf die Karriere eines bestimmten Dartspielers zurück. Heute steht Jan Dekker im Mittelpunkt. Der Niederländer hat im Laufe seiner Darts-Karriere einen bemerkenswerten Weg zurückgelegt. Er machte sich zunächst bei der BDO einen Namen, etablierte sich auf den großen Bühnen und wechselte später zur PDC. Auch dort sorgte Dekker mehrfach für Aufsehen, ohne jedoch dauerhaft den Sprung in die absolute Weltspitze zu schaffen.
Seine Karriere war geprägt von großen Erfolgen, bitteren Niederlagen und einigen bemerkenswerten Siegen gegen bekannte Namen.
Der erste große Durchbruch von „Double Dekker“ gelang 2010. Der Niederländer qualifizierte sich für die TV-Phase der Winmau World Masters. Dort wartete im Achtelfinale mit Martin Adams direkt ein äußerst schwieriger Gegner.
Dekker zwang den späteren Turniersieger bis an seine Grenzen, musste sich am Ende aber mit 2:3 geschlagen geben. Adams entschied die Partie erst in einem Sudden-Death-Leg für sich.
Obwohl Dekker damit den Einzug ins Viertelfinale verpasste, war sein Auftritt ein deutliches Zeichen. Der Niederländer konnte mit den besten Spielern der BDO mithalten.
Ein Jahr später folgte seine erste Teilnahme an der BDO-WM. Dekker gehörte vor dem Turnier vielleicht nicht zu den größten Namen im Teilnehmerfeld, entwickelte sich aber schnell zu einer der Überraschungen. In der ersten Runde bezwang er den an Position 15 gesetzten Scott Mitchell souverän mit 3:0.
Anschließend traf Dekker auf den an Position zwei gesetzten Stuart Kellett. Auch diese Partie entschied der Niederländer für sich. Mit einem deutlichen 4:1 zog er ins Viertelfinale ein.

Halbfinale beim WM-Debüt

Dort wartete Garry Thompson. Lange Zeit sah es danach aus, als würde Dekkers beeindruckendes WM-Debüt im Viertelfinale enden. Er geriet zunächst mit 0:3 in Rückstand, später führte Thompson sogar mit 4:2.
Doch Dekker kämpfte sich zurück. Thompson erhielt unglaubliche neun Matchdarts, um die Partie zu entscheiden, konnte jedoch keinen davon nutzen. Dekker bestrafte diese vergebenen Chancen und drehte das Match tatsächlich noch.
Mit 5:4 setzte sich der Niederländer durch und stand bei seinem ersten WM-Auftritt direkt im Halbfinale.
Dort traf Dekker auf Dean Winstanley. Seine beeindruckende Siegesserie fand allerdings ein Ende. Winstanley setzte sich deutlich mit 6:2 durch.
Dennoch hatte sich Dekker endgültig einen Namen gemacht. Ein Halbfinaleinzug bei der BDO-WM zeigte eindrucksvoll, dass der Niederländer über die Qualität verfügte, um auf höchstem Niveau mitzuhalten.
Auch in den folgenden Jahren blieb Dekker ein wichtiger Spieler innerhalb der BDO. Bei der WM 2012 ging er als Nummer sechs der Setzliste ins Rennen. In der ersten Runde traf er ausgerechnet auf seinen Landsmann Christian Kist, der später Weltmeister werden sollte.
Dekker verlor die Partie knapp mit 2:3, obwohl er einen Average von mehr als 96 Punkten spielte. Eine besonders bittere Niederlage, denn statistisch lieferte der Niederländer eine Leistung ab, die normalerweise für das Weiterkommen gereicht hätte.
Ein Jahr später bekam er erneut die Chance, sich auf der WM-Bühne zu beweisen. Als Nummer sieben der Setzliste erreichte Dekker das Viertelfinale.
jan dekker 7
Jan Dekker war viele Jahre sowohl bei der BDO als auch bei der PDC aktiv.
In der ersten Runde entkam er nur knapp einer Niederlage gegen Jeffrey de Graaf, nachdem sein Gegner einen Matchdart vergeben hatte. Anschließend kam es erneut zum Duell mit Garry Thompson.
Wie schon zwei Jahre zuvor behielt Dekker die Oberhand. Dieses Mal gewann er mit 4:3, nachdem er erneut einem Rückstand hinterhergelaufen war.
Im Viertelfinale sah es anschließend lange danach aus, als würde Dekker erneut das Halbfinale erreichen. Gegen Richie George führte er bereits mit 3:1. George kämpfte sich jedoch zurück und gewann die Partie noch mit 5:4.

Zweites WM-Halbfinale

Die BDO-WM 2014 sollte zu einem der absoluten Höhepunkte in Dekkers Karriere werden. Der Niederländer war an Position sechs gesetzt und traf in der ersten Runde zum dritten Mal in Folge auf einen Landsmann.
Dieses Mal hieß der Gegner Benito van de Pas. Dekker ließ seinem Landsmann kaum eine Chance und gewann souverän mit 3:0. Anschließend bezwang er Geert De Vos mit 4:2.
Im Viertelfinale wartete erneut einer der größten Namen der BDO: der dreimalige Weltmeister Martin Adams. Vier Jahre zuvor hatte Adams Dekker noch bei den Winmau World Masters ausgeschaltet.
Dieses Mal gelang Dekker die Revanche. Mit einer starken Leistung besiegte er Adams mit 5:2. Es war sein erster professioneller Sieg gegen den legendären Engländer und brachte ihn erneut unter die letzten Vier einer Weltmeisterschaft.
Im Halbfinale traf er auf Alan Norris. Dekker erwischte einen starken Start und erspielte sich eine 4:2-Führung. Später stand er sogar kurz davor, mit 5:4 in Führung zu gehen, vergab jedoch zwei entscheidende Darts.
Norris nutzte seine Chance und drehte die Partie. Am Ende musste sich Dekker denkbar knapp mit 5:6 geschlagen geben.
Erneut war es eine schmerzhafte Niederlage. Gleichzeitig bewies Dekker mit seinem zweiten WM-Halbfinale, dass sein Erfolg von 2011 keineswegs ein Zufall gewesen war.

Wechsel zur PDC

Die BDO-WM 2015 verlief für Dekker deutlich weniger erfolgreich. Bereits in der ersten Runde musste er sich Martin Adams mit 1:3 geschlagen geben. Nach dieser Niederlage traf der Niederländer eine wichtige Entscheidung: Er kündigte seinen Wechsel zur PDC an.
Sein erster Versuch, eine PDC Tour Card zu gewinnen, verlief zunächst erfolglos. An den vier Qualifikationstagen erreichte Dekker zweimal die Runde der letzten 32. Für eine Tour Card reichte das jedoch nicht.
Trotzdem erhielt er genügend Möglichkeiten, sich auf dem PDC-Circuit zu beweisen. Dekker durfte an den Qualifikationsturnieren für die UK Open und die European Tour teilnehmen. Zudem spielte er auf der Challenge Tour.
Bei den UK Open 2015 zeigte Dekker sofort, dass er auf diesem Niveau mithalten konnte. Er stieg in der zweiten Runde ins Turnier ein und bezwang nacheinander Mike De Decker, Justin Pipe und Ronnie Baxter.
Damit erreichte er die fünfte Runde. Dort erwies sich Mensur Suljović als Endstation. Der Österreicher setzte sich knapp mit 9:7 durch.

PDC Tour Card gewonnen

Später im Jahr qualifizierte sich Dekker für sein erstes European-Tour-Turnier, die German Darts Masters. Sein Debüt endete allerdings bereits in der ersten Runde. Gegen seinen Landsmann Benito van de Pas verlor er mit 2:6.
Seinen größten Erfolg feierte Dekker jedoch auf der Challenge Tour. Dort gewann er gleich drei Turniere und beendete die Saison an der Spitze der Order of Merit. Damit sicherte er sich ab 2016 eine zweijährige PDC Tour Card.
Sein Debüt bei der PDC-WM folgte ebenfalls 2016. Dekker bekam direkt ein schwieriges Los und traf auf den zweimaligen Weltmeister Adrian Lewis. Der Engländer setzte sich klar mit 3:0 durch.
Auch bei den UK Open schied Dekker früh aus. Gegen Andrew Davidson verlor er nach einer umkämpften Partie knapp mit 5:6.
Bei den European Darts Open präsentierte sich Dekker anschließend deutlich stärker. Er besiegte John Henderson und Dave Chisnall und erreichte die dritte Runde.
Dort wartete allerdings mit Gary Anderson eine enorme Herausforderung. Der Schotte ließ Dekker keine Chance und gewann deutlich mit 6:0.
Am Ende des Jahres gab Dekker sein Debüt bei den Players Championship Finals. Als Nummer 54 der Rangliste startete er mit einem überzeugenden 6:3-Erfolg gegen Steve West.
In der zweiten Runde traf er erneut auf Justin Pipe. Dieses Mal behielt Pipe klar die Oberhand und setzte sich mit 6:1 durch.
Ein Jahr später folgte möglicherweise die beste PDC-Saison in Dekkers Karriere. Beim neunten Players Championship des Jahres 2017 erreichte er erstmals das Halbfinale eines PDC-Pro-Tour-Turniers.
Sein Weg dorthin konnte sich sehen lassen. Dekker bezwang unter anderem Andy Jenkins, Joe Cullen, Peter Hudson, Joe Murnan und Dave Chisnall.
Im Halbfinale wartete allerdings Michael van Gerwen. Der damalige Dominator des Dartsports erwies sich als eine Nummer zu groß und gewann deutlich mit 6:0.
Van Gerwen sollte in Dekkers Karriere noch häufiger eine Rolle spielen. Auch bei der Darts-EM 2017 trafen die beiden Niederländer aufeinander. Erneut ging der Sieg an Van Gerwen.

Beste Leistung bei einem PDC-Major

Später im Jahr erhielt Dekker jedoch eine weitere Gelegenheit, sich auf einer großen Bühne auszuzeichnen. Bei den Players Championship Finals spielte er möglicherweise sein bestes Major-Turnier bei der PDC.
Dekker besiegte Michael Smith, Simon Whitlock und Peter Jacques und zog ins Viertelfinale ein. Damit erreichte er die Runde der letzten Acht bei einem der wichtigsten PDC-Turniere.
Dort wartete allerdings erneut Michael van Gerwen. Wie bereits zuvor im Jahr erwies sich die damalige Nummer eins der Welt als zu stark.
Dekker qualifizierte sich 2017 außerdem für die World Series of Darts Finals. Dort kam er jedoch nicht über die erste Runde hinaus. Simon Stevenson beendete sein Turnier.
2018 kehrte Dekker auf die WM-Bühne zurück. In der ersten Runde bezwang er seinen Landsmann Jelle Klaasen, anschließend musste er sich Dimitri Van den Bergh geschlagen geben.
Bei den Players Championship Finals war Ricky Evans bereits in der ersten Runde zu stark.
Ein Jahr später stand Dekker erneut bei der Darts WM auf der Bühne. In seinem Auftaktmatch setzte er sich gegen Lisa Ashton durch. In der zweiten Runde folgte nach fünf Sätzen das Aus gegen Mervyn King.
Auch bei den UK Open 2019 war Dekker vertreten. Nach einem Sieg gegen Harry Ward scheiterte er an Simon Whitlock.
Weitere große Höhepunkte blieben in dieser Saison weitgehend aus. Immerhin erreichte Dekker zweimal das Viertelfinale eines Players Championship. Zum Jahresende war er jedoch auf Platz 56 der PDC Order of Merit zurückgefallen.
Damit geriet seine Tour Card zunehmend in Gefahr. Dekker konnte seinen Status letztlich nur retten, indem er den West European Qualifier für die Darts WM 2020 gewann.
Bei der Weltmeisterschaft erreichte er zum dritten Mal in Folge die zweite Runde. Nach einem Auftaktsieg gegen Ryan Joyce erwies sich Jonny Clayton allerdings als zu stark.

Verlust der Tour Card

Die UK Open 2020 sollten Dekkers letzter großer Auftritt auf dem PDC-Circuit werden. Aufgrund der damaligen Ranglistenstruktur war der Niederländer direkt für die dritte Runde gesetzt. Dort verlor er allerdings sein erstes Match gegen William O'Connor.
Da Dekker sich anschließend nicht für die nächste Darts WM qualifizieren konnte, fiel er aus den Top 64 der PDC Order of Merit. Nach vier Jahren verlor er damit seine Tour Card.
2021 versuchte Dekker bei der europäischen Q-School, seinen Platz auf der PDC Pro Tour zurückzuerobern. Er war direkt für die Final Stage qualifiziert, konnte dort aber lediglich zwei Punkte sammeln.
Am Ende belegte er Rang 44 in der entsprechenden Rangliste. Die erhoffte Rückkehr auf die PDC Pro Tour blieb damit aus.

WM-Ergebnisse von Jan Dekker

JahrVerbandRundeGegnerErgebnis
2011BDOHalbfinaleDean Winstanley2:6
2012BDOErste RundeChristian Kist2:3
2013BDOViertelfinaleRichie George4:5
2014BDOHalbfinaleAlan Norris5:6
2015BDOErste RundeMartin Adams1:3
2016PDCErste RundeAdrian Lewis0:3
2018PDCZweite RundeDimitri Van den Bergh2:4
2019PDCZweite RundeMervyn King2:3
2020PDCZweite RundeJonny Clayton0:3

Keine Major-Titel, aber dennoch eine bemerkenswerte Karriere

Jan Dekker wurde zwar nie Weltmeister und etablierte sich letztlich nicht dauerhaft in der absoluten Weltspitze. Dennoch kann der Niederländer auf eine bemerkenswerte Karriere zurückblicken.
Seine Halbfinalteilnahmen bei den BDO-Weltmeisterschaften 2011 und 2014 zählen zu seinen größten Erfolgen. Hinzu kommen sein Sieg gegen Martin Adams, drei Titel auf der Challenge Tour und das Viertelfinale bei den Players Championship Finals 2017.
Vor allem seine Jahre bei der BDO zeigten, dass Dekker das Potenzial besaß, auf allerhöchstem Niveau mitzuhalten. Doch auch bei der PDC behauptete er sich mehrere Jahre gegen einige der besten Dartspieler der Welt.
Seine Karriere verdeutlicht damit nicht nur, wie schwierig der endgültige Durchbruch in die absolute Weltspitze ist. Sie zeigt ebenso, welche Qualität erforderlich ist, um sich über Jahre auf dem professionellen Circuit zu behaupten.
Und ein endgültiges Kapitel muss die Geschichte von „Double Dekker“ noch nicht zwingend erreicht haben. Jan Dekker ist schließlich erst 36 Jahre alt. Eine Rückkehr in die Dartswelt ist damit zumindest nicht ausgeschlossen.
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