Callan Rydz hat bestätigt, dass sein Großvater kurz nach seinem dramatischen Sieg bei der PDC Darts WM verstorben ist. Der Engländer setzte sich in einem hochspannenden Match mit 3:2 gegen Daryl Gurney durch, doch für sportliche Freude war danach kaum Zeit. Bereits auf der Pressekonferenz nach der Partie wirkte der Engländer sichtlich mitgenommen.
Rydz drehte im Alexandra Palace einen 1:2-Rückstand gegen die Nummer 22 der Welt und zog in Nord-London ins Achtelfinale ein. Dennoch brach „The Riot“ sein Sky-Interview ab, überwältigt von den Emotionen. Gleichzeitig fand er bewegende Worte für seinen Gegner, der ihn in einer extrem schwierigen Phase unterstützte.
„Es ist hart, wenn daheim so viel los ist“
„Daryl ist einer der wenigen Jungs, die wissen, was zu Hause mit meinem Opa los war“, erklärte Rydz. „Er hat mir fast jeden zweiten Tag geschrieben und gefragt, ob alles in Ordnung ist. Allein der Gedanke daran macht mich emotional …“
Nachdem er sich kurz gesammelt hatte, sprach Rydz offen über seine Situation. Er sagte, er wünsche sich, zu Hause zu sein, und dass es ihm sehr schwer falle, sich zu konzentrieren. Neben einer Erkrankung hätten ihn auch private Probleme belastet. „Ich trage mein Herz auf der Zunge. Ich kämpfe. Es ist hart, wenn daheim so viel los ist. Ich bin hergekommen, um zu versuchen, es zu vergessen. Es ist schwer. Ich spiele für meine Familie. Ich habe einen Job zu erledigen, und zum Glück bin ich weiter. Bei mir ist zu Hause gerade zu viel los. Ich höre die Menge meinen Namen singen und lächle. Aber ich wünschte, ich wäre daheim.“
Besonders bewegend sprach Rydz über die Zeit vor Weihnachten. „Wir stellen uns darauf ein, dass es das letzte Weihnachten wird. Ich habe auch nicht trainiert. Ich war krank. Diese Grippe, die umgeht. Ich lag zwei Tage im Bett. Ich fahre jetzt nach Hause, schaue, wie es dem Großen geht. Hört zu, sobald er von uns geht, werde ich wahrscheinlich überlegen meine Sachen zu packen. Wahrscheinlich. Aber ich weiß es nicht. Ich muss entscheiden, ob ich dann weitermachen will.“
Rydz erzählte zudem von den gemeinsamen Plänen, an Weihnachten mit seinem Großvater in den Pub zu gehen oder mit ihm in Bedlington mit dem Elektromobil unterwegs zu sein – Pläne, die sich nun nicht mehr erfüllen lassen. Am Dienstagnachmittag bestätigte der Engländer schließlich, dass sein Großvater verstorben ist. Auf Instagram schrieb er: „Ich habe keine Worte. RIP Grandad.“
In einem weiteren Post fügte Rydz hinzu: „Ich verspreche, zu versuchen, dich und Oma da oben stolz zu machen. Ich liebe dich.“
Sportlich geht es für Rydz am Montagabend in Runde drei weiter. Dort trifft er auf Josh Rock, der sich mit einem 3:0-Sieg gegen Joe Comito für die Turnierphase nach Weihnachten qualifizierte. Für Callan Rydz dürfte es erneut ein emotionaler Abend werden – doch er wird ohne Zweifel alles daransetzen, seinen Großvater stolz zu machen. Das Mitgefühl unserer gesamten Redaktion gilt Callan Rydz und seiner Familie.
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.