„Ich verstehe jetzt, warum Luke Littler nicht dorthin reisen möchte“ – Stephen Bunting reagiert auf Göttingen-Pfiffe
PDC
Stephen Bunting hat im Gespräch mit talkSPORT Darts offen über die Pfiffe gesprochen, die ihn am vergangenen Wochenende bei der European Darts Trophy 2026 in Göttingen begleiteten. Gleichzeitig gewährte der Engländer Einblicke in seine aktuelle Form in der Premier League Darts.
Besonders der Vorfall in Deutschland rückte schnell in den Fokus. Während seines Zweitrundenmatches gegen Niko Springer wurde es laut im Publikum – vor allem in entscheidenden Momenten auf die Doppel.
Pfiffe in Deutschland: „So schlimm habe ich das noch nie erlebt“
Bunting stellte klar, dass solche Situationen zwar vorkommen, aber selten dieses Ausmaß erreichen. „Ja, das passiert ab und zu“, erklärte der Engländer. „Aber es ist immer nur eine sehr kleine Gruppe. Dieses Pfeifen, vor allem wenn man auf einem Doppel steht… wenn man eine so weite Reise nach Deutschland auf sich nimmt, verstehe ich jetzt, warum Luke Littler nicht dorthin reisen möchte.“

Stephen Bunting reagiert auf die Pfiffe bei der European Darts Trophy 2026 in Göttingen
Damit spielte er unter anderem auf Luke Littler an, der zuvor Zweifel an Auftritten in bestimmten Ländern geäußert hatte. Bunting betonte: „Das ist das erste Mal, dass ich es so schlimm erlebt habe. Zum Glück hat der Schiedsrichter eingegriffen, und wir konnten das Match normal zu Ende bringen.“
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Ein weiteres Dauerthema im modernen Darts ist der volle Turnierkalender. Auch Gerwyn Price hatte zuletzt kritisiert, dass Spielern zu viel abverlangt werde. Bunting sieht die Lage differenzierter. „Ich denke, es ist eine Kombination aus allem“, erklärte er. „Aber am Ende bist du Profisportler. Du kannst selbst entscheiden, welche Turniere du spielst. Du musst nicht überall antreten.“
Für Bunting liegt die Verantwortung damit auch bei den Spielern selbst. „Manche lassen Turniere aus, spielen dann aber Showmatches. Sie sind also trotzdem ständig unterwegs. Natürlich werde auch ich müde – die Saison ist lang – aber die Tour lohnt sich.“
Er unterstrich die sportliche und finanzielle Bedeutung: „Je mehr du spielst, desto mehr verdienst du. Und du kämpfst auch für deine Ranglistenposition. Für mich ist das dieses Jahr besonders wichtig, weil ich etwas abgerutscht bin. Deshalb werde ich fast alles spielen.“
Form und Selbstkritik: „Meine Doppel lassen mich manchmal im Stich“
Nach starken Auftritten in der Premier League, unter anderem in Belfast und Nottingham, stellte einer der beiden Interviewer etwas überraschend die Frage, ob Bunting aktuell die beste Phase seiner Karriere erlebt. Seine Antwort fiel ehrlich und selbstkritisch aus. „Ende letzten Jahres hat es sich so angefühlt“, sagte er. „Aber dieses Jahr bin ich auf die Doppel etwas nachlässig. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, denn ich habe nichts verändert.“
Trotzdem erkennt er positive Entwicklungen: „Ich bin froh, dass ich dieses Jahr früh Matches in der Premier League gewonnen habe. Letztes Jahr dauerte das bis Woche neun. Ich spiele gut, aber ich muss das auch auf der Tour zeigen.“
Auch die starke Form von Jonny Clayton sprach er offen an. „Jonny spielt seit sicher zwölf Monaten fantastisch“, sagte Bunting. „Er hatte eine großartige WM und gehört zu den besten Spielern der Welt. Meines Wissens steht er jetzt auf Platz fünf der Weltrangliste – das sagt alles.“
Die Diskussion darüber, wer einen Platz in der Premier League verdient, interessiert ihn wenig. „Ich habe mich da nicht eingemischt. Ich wollte einfach selbst dabei sein. Jetzt liegt es an mir zu zeigen, dass ich diesen Platz verdiene.“
Mit einem Halbfinale und einem Spieltagssieg im Rücken richtet er den Blick auf die Play-off-Ränge: „Ich bin jetzt in einer Position, in der ich auf die Top Vier schaue, statt nur die rote Laterne zu vermeiden.“
Duell mit Luke Littler: „Man geht nicht anders an ihn heran“
In Dublin wartet das Duell mit Shootingstar Luke Littler. An seiner Herangehensweise ändert das für Bunting nichts. „Nein, absolut nicht“, betonte er. „Er ist der beste Spieler der Welt, aber seine Form in der Premier League schwankt noch. Vielleicht kann ich ihn früh im Match überraschen.“
Der enge Zeitplan rund um dieses Duell zeigt die Realität im Leben eines Profi-Darters. „Ich hatte jetzt einen freien Tag zum Waschen und Neu-Packen. Dann reisen wir weiter. Wir spielen am Donnerstag, danach geht es nach Belgien zur Belgian Darts Open, anschließend nach Berlin… Wir sind ständig unterwegs.“
Die permanente Reisetätigkeit fordert ihren Preis – auch emotional. „Die Leute sehen diese Seite nicht“, sagte Bunting. „Wir sind dauernd unterwegs und weg von unserer Familie. Aber ich würde es für kein Geld der Welt missen wollen. Ich mache das, um für meine Familie zu sorgen. Ich will für sie gut spielen, für meine Sponsoren und mein Management.“
Zum Abschluss verließ das Gespräch das Oche und wendete sich dem Fußball zu. Als Fan des Liverpool FC zeigt sich Bunting besorgt über die jüngste Form der „Reds“. „Vor dem Wochenende war ich noch zuversichtlich“, gab er zu. „Aber ich weiß nicht, was los ist. Es wirkt, als würden sie vom Gas gehen. Sie sind nicht mehr dasselbe Team wie im letzten Jahr. Wir machen Rückschritte, und es ist manchmal schwer anzusehen.“
Auch das Trainerteam sieht er kritisch: „Wir waren letztes Jahr Meister und haben den Kader sogar verstärkt. Wir haben bessere Spieler, aber die Leistungen sind schlechter. Da muss man auch das Management hinterfragen.“
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









