Michael van Gerwen zeigte kürzlich auf dem Floor wieder Blitzlichter seines Topniveaus und holte damit zugleich seinen ersten PC-Titel dieses Jahres. Zudem verbuchte er in seinem Halbfinale gegen Martin Schindler einen absurden Average von 122,34. Man würde sagen: Diese Form behalten. Der Niederländer entschied sich jedoch dafür,
Players Championship 17 und 18 anschließend abzusagen, sehr zum Unverständnis von
Vincent van der Voort.
Nach seinem Titel beim
Players Championship 15 ging es am Tag danach schon schnell wieder bergab. ‚Mighty Mike‘ verlor bei PC16 sofort sein erstes Match und auch in der
Premier League unterlag er direkt gegen Gerwyn Price mit einem Average unter 90. Damit verpasst er zum zweiten Jahr in Folge die Play-offs der Liga. Als Krönung legte er anschließend noch einige Tage Pause ein. „Ich habe dazu auch meine Meinung“, so Van der Voort im
Darts Draait Door-Podcast.
Wenig Energie durch häufige Hotelwechsel
„Man möchte, dass er begreift, dass er die Aufwärtskurve erwischt hatte. Aber er entschied sich, diese Turniere wieder sausen zu lassen. Wir haben darüber gesprochen, aber er war auch anderthalb Wochen von zu Hause weg, von den Pro Tours in Hildesheim über die Euro Tour in Graz bis zur Premier League. Er merkte, dass die Energie weg war. Direkt nach dem Sieg war es auch schon wieder schlecht. Er hatte acht verschiedene Hotels in 13 Tagen. Das ist auch nicht optimal.“
Auch wenn Van der Voort damit vielleicht nicht einverstanden ist, betont er, dass es am Ende Entscheidungen sind, die Van Gerwen selbst treffen muss. „Er wird erst nach der WM an dem gemessen, was er in den vergangenen zwei Jahren gemacht hat. Bis dahin ist noch nicht viel los. Aber in diesem Jahr müssen wirklich Ausreißer dabei sein, sonst wird er deutlich abrutschen. Schau nur, wie weit er hinter anderen Spielern liegt, bei manchen um mehr als hunderttausend Pfund. Hol das erst mal auf.“
So weit müssen wir jetzt noch nicht schauen, doch mit Blick auf den Herbst, wenn die großen Turniere anstehen, ist es bislang mager gewesen, so Van der Voort. „Ansatzpunkte siehst du schon, aber es fehlt die Dringlichkeit, dass er begreift, dass er überhaupt nicht in der Position ist, Turniere auszulassen. Man hofft, dass er die Bedeutung eines solchen Ranglistenturniers erkennt. Er argumentiert es so, dass er findet, er müsse zehn Pro Tours gewinnen, um das Geld von einem Major zusammenzuverdienen.“
Dass das nicht schlecht sein muss, zeigt Wessel Nijman derzeit. Er hat bei großen Major-Turnieren noch nie ein Viertelfinale erreicht, gewann in diesem Jahr aber bereits fünf Turniere und holte damit genug Preisgeld, um sich in den Top 16 der Welt festzusetzen. „Michael ist so gut, dass er, wenn er den Kopf daraufsetzt, sofort wieder zurückkommt. Aber er muss begreifen, dass es so viele Spieler gibt, die konstanter und besser sind als er. Das müsste seine Ehre kränken, und das sollte er umdrehen wollen“, schließt Van der Voort.