ANALYSE | Max Hopp im Tour-Card-Check: Welche bekannten PDC-Namen um ihre Zukunft kämpfen

PDC
durch Nic Gayer
Montag, 08 Juni 2026 um 12:30
Max Hopp (1)
Im ersten Teil dieser Analyse unseres englischen Kollegen Ben James standen Spieler im Fokus, die gefährlich nah an den Verlust ihrer Tour Card geraten sind. Im zweiten Teil richten wir den Blick auf größere Namen: European-Tour-Champions, WM-Halbfinalisten und Spieler, die in der Weltrangliste oberhalb von Platz 50 stehen, deren Leistungen im Jahr 2026 jedoch ein anderes Bild zeichnen als ihre aktuelle Position vermuten lässt. Mit Thibault Tricole als Referenzpunkt bei 115.750 Pfund stellt sich die Frage, wie Spieler mit nahezu 100.000 Pfund mehr Preisgeld auf ihrem Rankingkonto überhaupt in dieselbe Diskussion geraten können. Die Ergebnisse des Jahres 2026 legen nahe, dass ihr tatsächliches Leistungsniveau näher an dieser kritischen Marke liegt, als ihre Weltranglistenposition vermuten lässt.
Ebenfalls berücksichtigt werden Spieler, die gefährlich nah an die Top-64 herangerutscht sind und für die eine Rückkehr zur Q-School nur zwei Jahre nach dem Gewinn ihrer Tour Card durchaus realistisch erscheint. Ein deutscher Wegbereiter, ein ehemaliger World Master, ein Showman des Dartsports und ein früherer World Youth Champion finden sich auf dieser Liste wieder – jedoch mit den verschiedensten Vorzeichen. Da nur 64 Spieler ihren Platz auf der Tour sicher haben, werden zwangsläufig einige den Kürzeren ziehen.

Max Hopp – Der „Maximiser“ findet zurück zur Topform

Max Hopp, noch immer der wohl bedeutendste Name im deutschen Dartsport, hat eine der bemerkenswertesten Geschichten geschrieben, wenn es um die Rückkehr auf die PDC-Tour geht. Mit gerade einmal 29 Jahren blickt er bereits auf eine lange Karriere zurück. Sein Debüt bei der Weltmeisterschaft gab er 2013 im Alter von 16 Jahren und wurde damit zum jüngsten Spieler, der bis zum damaligen Zeitpunkt jemals an diesem Turnier teilgenommen hatte.
Nach einer zweijährigen Wartezeit gewann Hopp 2015 seine PDC Tour Card und etablierte sich in den folgenden Jahren in der erweiterten Weltspitze. Im April 2019 erreichte er mit Rang 23 seine beste Platzierung in der Weltrangliste. Zu diesem Zeitpunkt war er der höchstplatzierte deutsche Spieler der PDC-Geschichte – ein Status, den er sich insbesondere durch seinen Triumph auf der European Tour 2018 erarbeitet hatte.
Bei den German Darts Open 2018 verwandelte Hopp Hoffnungen in Realität. Vor ausverkauftem Haus in der Saarlandhalle in Saarbrücken gewann er das Turnier mit einem dramatischen 8:7-Finalsieg über Michael Smith.
Dieser Erfolg brachte ihm die Qualifikation für die Europameisterschaft 2018 ein. Erneut getragen von den deutschen Fans erreichte Hopp in Dortmund das Halbfinale. Um seine Bedeutung für den deutschen Dartsport weiter zu unterstreichen, wurde er 2019 als Contender für den Premier-League-Abend in Berlin ausgewählt – der Höhepunkt seiner öffentlichen Wahrnehmung. Dort durfte er sich an einem Donnerstagabend mit den besten Spielern der Welt messen.
Hopp war das Gesicht des deutschen Dartsports geworden. Genau diese Rolle entwickelte sich jedoch zunehmend zu einer Last, die letztlich seinen Niedergang einleitete.
„Ich weiß, dass ich wirklich großartige Leistungen bringen kann, wenn der Druck von mir abfällt. Aber manchmal mache ich es mir selbst auch zu schwer“, sagte Hopp gegenüber DartsNews und räumte ein, dass die Rolle als Aushängeschild des deutschen Dartsports ihren Tribut gefordert habe.
2019 stand Hopp auf Platz 23 der Welt. 2022 war er nur noch die Nummer 89. Sein Absturz kam nicht plötzlich, sondern glich einer schmerzhaften Abwärtsspirale, in der die Preisgelder ausblieben und das Karriereende näher schien als eine Rückkehr.
Im Jahr 2022 erspielte Hopp lediglich 17.750 Pfund Preisgeld auf der Tour. Zum Vergleich: Spieler ohne Tour Card wie Scott Williams verdienten im selben Zeitraum fast das Vierfache. Verletzungen spielten dabei die entscheidende Rolle. Eine langwierige Schulterproblematik traf auf einen gerissenen Bänderapparat im Sprunggelenk Ende 2021 sowie Pfeiffersches Drüsenfieber.
Zusammen mit körperlicher und mentaler Erschöpfung führte die chronische Müdigkeit dazu, dass Hopp seinen Wurfrhythmus und sein Selbstvertrauen verlor. Es folgten zwei Jahre fernab des professionellen Dartsports in den Jahren 2023 und 2024. Auch seine Ergebnisse auf der Challenge Tour deuteten kaum darauf hin, dass ihm die Rückkehr auf die große Bühne und der erneute Gewinn einer Tour Card gelingen könnten.
„Ich muss mich einfach noch befreien ... meinen Kopf. Wenn ich meinen Kopf und meine Seele befreien kann, werde ich wieder ein wirklich guter Spieler sein“, erklärte Hopp im selben Interview mit DartsNews.
Die Verletzungen und das Pfeiffersche Drüsenfieber nahmen ihm nicht seine Gesundheit, sondern vielmehr jene feinen Bewegungsabläufe und die mentale Schärfe, die auf der PDC-Tour den Unterschied ausmachen. Als sich sein Körper erholte, kehrten auch Form und Averages zurück.
Max Hopp wirft einen Dart.
Max Hopp kämpfte phasenweise mit Verletzungen, Pfeifferschem Drüsenfieber und mentaler Erschöpfung – der Weg zurück auf die PDC-Tour war entsprechend lang und steinig
Nachdem er 2023 und 2024 noch an der Rückkehr auf die Tour gescheitert war, reiste Hopp im Januar 2025 mit einem Traum nach Kalkar – und sicherte sich seine Tour Card am letzten Tag der Q-School. Vier Tage lang konstant Leistung zu bringen, ohne einen einzelnen Turniersieg zu erringen, ist für jeden Spieler eine enorme mentale Herausforderung. Für jemanden, der durchgemacht hat, was Hopp erlebt hat, erhält diese Leistung noch einmal eine ganz andere Bedeutung.
Das Jahr 2025 brachte eine Siegquote von 53 Prozent und einen vergleichsweise niedrigen Average von 88,86 Punkten hervor. Dennoch spiegelte allein die Tatsache, wieder auf der Tour zu stehen, den Kern von Hopps Karriere wider. Der „Maximiser“ hat nie aufgehört weiterzumachen – trotz allem, was ihn davon abhalten wollte.
Bei der Weltmeisterschaft 2026 qualifizierte er sich erneut für den Alexandra Palace und besiegte in der ersten Runde den Engländer Martin Lukeman mit 3:1. 13 Jahre nach seinem WM-Debüt stand Hopp wieder auf der größten Bühne des Sports.
„Ich kenne meine Probleme. Und es ist ein langer Prozess. Es hat ungefähr vier Jahre gedauert, bis ich wieder auf diese Bühne zurückgekehrt bin. Wahrscheinlich wird es noch ein oder zwei weitere Jahre dauern, bis ich wirklich mein höchstes Niveau erreiche. Aber ich bin bereit, diesen Weg zu gehen“, sagte Hopp vor seinem Zweitrundenmatch.
Dort unterlag er Luke Woodhouse zwar mit 0:3, doch unabhängig vom Ergebnis fällt vor allem die Selbstreflexion in seinen Worten auf – eine Eigenschaft, die viele der besten Spieler der Welt auszeichnet. Gleichzeitig ist keineswegs garantiert, dass diese ein bis zwei Jahre Entwicklung auf der Tour stattfinden werden.
Aktuell ist Hopp die Nummer 67 der Welt und liegt 18.000 Pfund hinter Tricole auf Rang 64. Mit einem Finale bei Players Championship 14, einem Viertelfinale bei Players Championship 12 und unglaublicher Konstanz auf dem PDC-Floor hat er jedoch gezeigt, dass er derzeit die vielleicht besten Darts seiner Karriere spielt und daher vieles für einen Verbleib auf der Profi-Tour spricht.
Sein Average von 92,52 Punkten im Jahr 2026 ist der 38.-beste Wert weltweit und stellt eine deutliche Verbesserung gegenüber 2025 dar. Hopp war schon immer für sein starkes Scoring bekannt. Ein First-Nine-Average von 100,38 Punkten deutet darauf hin, dass er aktuell auf einem sehr hohen Niveau punktet. Bei Players Championship 11 besiegte Hopp beispielsweise den Weltmeister von 2024 Luke Humphries in einem Entscheidungsleg und erreichte das Achtelfinale.
Trotz seiner starken Leistungen im Jahr 2026 ist Hopp derzeit lediglich für die Weltmeisterschaft und die Players Championship Finals qualifiziert. Die übrigen Majors scheinen außer Reichweite, sofern ihm nicht mehrere weitere tiefe Runs gelingen.
Die bislang erspielten 39.500 Pfund Preisgeld im Jahr 2026 machen nach sechs Monaten bereits rund 40 Prozent seines gesamten Ranglistenvermögens aus. Gleichzeitig könnte das schwächere Jahr 2025 weiterhin zum Bremsfaktor werden.
Hopp nimmt innerhalb dieser Liste eine Sonderrolle ein. Während die Form vieler anderer Spieler rückläufig ist, zeigt seine Entwicklung klar nach oben. Der Deutsche hat bewiesen, dass er über einen kompletten Turniertag hinweg wieder auf Spitzenniveau performen kann. Die Verbesserung seines Averages von 88,86 auf 92,52 Punkte spricht eine deutliche Sprache.
Die entscheidende Frage lautet nun, wie hoch Max Hopp nach all den Rückschlägen noch klettern kann – und wie stark sich garantierte Preisgelder aus Major-Teilnahmen künftig auf seine Weltranglistenposition auswirken werden.

Max Hopp: Der Jahres-Rückblick in Zahlen

Kennzahl Wert
PDC-Weltranglistenposition 67.
Ranglisten-Preisgeld £97,750
Ober-/unterhalb der Tour-Card-Grenze £18,000 unterhalb
Einnahmen 2025 £58,250
Einnahmen 2026 £39,500
Siegquote 2025 53%
Siegquote 2026 59%
Average 2026 92.52
Position in der Average-Weltrangliste 38.
First-9-Average 2026 100.38
Position in der First-9-Average-Weltrangliste 48.
180er 2026 190
Position in der 180er-Weltrangliste 38.
Höchste Ranglistenposition 23. (April 2019)
Tour-Card-Comeback 2025 (EU Q-School)
Bestes Ergebnis 2026 PC14 Finale

Scott Williams – Wenn der Showman ins Straucheln gerät

Scott Williams, besser bekannt unter seinem Spitznamen „Shaggy“, hat sich durch seine Bühnenpräsenz, sein Selbstvertrauen und seine unbekümmerte Art einen Namen gemacht. Kaum ein Spieler zieht auf den großen TV-Bühnen so viel Aufmerksamkeit auf sich, sobald er die Bühne betritt. Doch diese Eigenschaften haben sich seit geraumer Zeit nicht mehr in vergleichbare Ergebnisse auf der Pro Tour übersetzt – und kein Jahr verlief bislang so enttäuschend wie 2026.
Mit Rang 48 der Weltrangliste und 170.000 Pfund Preisgeld wirkt Williams auf den ersten Blick abgesichert. Doch Dartitis hat sich zunehmend in sein Spiel eingeschlichen, und sein Selbstvertrauen hat sichtbar gelitten.
Zwar schrieb Williams Darts-Geschichte, als er als erster Spieler überhaupt einen Vertrag mit einem Podcast unterzeichnete und sich dem populären „JaackMaate's Happy Hour Podcast“ anschloss. Abgesehen davon gab es jedoch kaum Ereignisse, die einen ähnlichen Stellenwert hatten. Seine bislang erspielten 15.750 Pfund Preisgeld im Jahr 2026 sind jedenfalls weit entfernt von historischen Dimensionen.
Noch 2024 erreichte Williams das Halbfinale der Weltmeisterschaft und feierte auf dem Weg dorthin mit einem 5:3-Erfolg im Viertelfinale über Michael van Gerwen seinen wohl größten Karrieresieg. Allein im Jahr 2024 verdiente er 6.500 Pfund mehr Preisgeld als in seinem aktuellen Zweijahreszyklus insgesamt.
In den vergangenen Jahren wirkte Williams zunehmend abhängig von der Atmosphäre auf den großen Bühnen, um seine besten Leistungen abzurufen. Derzeit erscheint es jedoch alles andere als selbstverständlich, dass er sich überhaupt für die Turniere qualifizieren wird, bei denen er diese Atmosphäre vorfindet.
Scott Williams hadert auf der Bühne.
Scott Williams gehörte 2024 noch zu den Überraschungen der Weltmeisterschaft – 2026 kämpft „Shaggy“ dagegen mit Formschwankungen und den Auswirkungen von Dartitis
Die Zahlen des Jahres 2026 zeichnen ein deutliches Bild. Seine Siegquote liegt bei lediglich 37 Prozent – ein drastischer Rückgang gegenüber den 55 Prozent der vergangenen beiden Jahre. Hinzu kommt ein Average von lediglich 88,27 Punkten. Die Wahrscheinlichkeit, in einem Match einen Average von mindestens 95 Punkten zu spielen, liegt bei gerade einmal 9,7 Prozent.
Diese Statistiken fallen ernüchternd aus, insbesondere im Vergleich zu seinem Niveau aus dem Jahr 2024. Während Williams 2024 noch 306 Mal die 180 warf, steht er 2026 bislang bei lediglich 82 Maximums. Anders ausgedrückt: In weniger als jeder zehnten Partie spielt Williams aktuell seine besten Darts. Ein Vertrauensverlust durch Dartitis würde diese Entwicklung plausibel erklären.
Sein bislang bestes Turnier des Jahres war Players Championship 10, bei dem er das Achtelfinale erreichte. Dort unterlag er Luke Woodhouse nach einer vergleichsweise günstigen Auslosung, bei der Ricardo Pietreczko der höchstplatzierte Gegner war – ein Spieler, der selbst mit Problemen durch Dartitis zu kämpfen hat.
11 Erstrundenniederlagen bei 20 Players Championship-Turnieren verdeutlichen die Schwierigkeiten, in denen Williams steckt. Aktuell liegt er sogar 28 Plätze außerhalb der Qualifikations-Ränge für den Alexandra Palace – jenem Ort, an dem Williams traditionell seine besten Leistungen zeigt.
Auch wenn die Situation nicht ganz so kritisch erscheint wie bei Dimitri Van den Bergh, befindet sich Williams weit entfernt von der Position, die er nach einem durchaus ordentlichen Jahr 2025 erwartet hätte. Vier Halbfinals und ein Finale aus dem Vorjahr könnten ihn in dieser Saison vor dem Kampf um die Tour Card bewahren, verdecken jedoch ein grundlegendes Problem: seine mangelnde Konstanz gegen Spieler aus den Top-32.
Dabei ist der Kontrast enorm. Noch 2025 gelangen ihm Siege gegen Luke Littler, Michael van Gerwen und Gary Anderson. Dartitis hat sein Selbstvertrauen vorübergehend beschädigt, doch die verbleibenden Monate des Jahres 2026 werden zeigen, ob dieser Einbruch nur temporär ist oder dauerhafte Folgen hat.
Kehrt die Version von Scott Williams aus dem Jahr 2025 zurück, dürfte seine Tour Card nicht in Gefahr geraten. Setzt sich die Entwicklung von 2026 hingegen fort, könnte Williams im kommenden Februar plötzlich in Milton Keynes bei der Q-School stehen.

Vom Weg nach oben auf den absteigenden Ast: Scott Williams

Kennzahl Wert
PDC-Weltranglistenposition 48.
Ranglistenpreisgeld £170,000
Ober-/unterhalb der Tour-Card-Grenze £54,250 oberhalb
Einnahmen 2024 £68,500
Einnahmen 2025 £85,750
Einnahmen 2026 £15,750
Siegquote 2024 55%
Siegquote 2025 55%
Siegquote 2026 37%
Average 2022 90.48
Average 2023 91.43
Average 2024 91.25
Average 2025 91.34
Average 2026 88.27
Position in der Average-Weltrangliste 122.
180er 2024 306
180er 2025 244
180er 2026 82
Position in der 180er-Weltrangliste 189.
Spiele mit 95+-Average 2025 29.7%
Spiele mit 95+-Average 2026 9.7%
Tour-Card-Gewinn 2023
Bestes Ergebnis 2026 PC10 Achtelfinale

Bradley Brooks – „Bamm Bamm“ steckt in ernsthaften Schwierigkeiten

Bradley Brooks gewann 2025 seine Tour Card zum mittlerweile dritten Mal in seiner Karriere zurück – und setzte zunächst ein deutliches Ausrufezeichen. Der heute 26-Jährige spielte im Jahr 2025 einen Average von 93,18 Punkten und erreichte eine Checkoutquote von 40,18 Prozent. Beide Werte bewegten ihn klar auf Top-32-Niveau innerhalb der PDC.
Diese Zahlen spiegelten sich auch in seinen Ergebnissen wider. Im Juli 2025 gewann Brooks Players Championship 21 und erreichte nur zwei Turniere später bei Players Championship 23 das Halbfinale.
Das Jahr brachte ihm insgesamt 78.750 Pfund Preisgeld ein. Hätte er diese Leistungen wiederholt, wäre seine Tour Card praktisch gesichert gewesen.
Doch 2026 erzählt bislang eine völlig andere Geschichte. Sein Average fiel auf 89,16 Punkte, noch auffälliger ist jedoch der Einbruch auf die Doppel. Seine Checkoutquote sank auf 35,37 Prozent – lediglich Rang 225 weltweit. Innerhalb von nur sechs Monaten ist Brooks von einem Spieler mit Top-32-Niveau zu einem Akteur geworden, dessen Leistungen aktuell unter dem Standard der Tour liegen.
Bradley Brooks blickt frustriert in die Kamera.
Bradley Brooks gehörte 2025 phasenweise noch zu den formstärksten Spielern der ProTour – 2026 kämpft „Bamm Bamm“ plötzlich um den Verbleib auf der Tour
Damit steht seine Tour Card erneut auf dem Spiel. Mit 93.750 Pfund Ranglistenpreisgeld liegt Brooks derzeit 22.000 Pfund unter der entscheidenden Marke. Wie sich der Verlust einer Tour Card anfühlt, weiß er aus eigener Erfahrung nur zu gut.
Die zentrale Frage lautet inzwischen, ob das Jahr 2025 möglicherweise ein Ausreißer nach oben war. Bislang hat 2026 kaum etwas von den Qualitäten gezeigt, die ihn im Vorjahr ausgezeichnet haben. Sein bestes Ergebnis bleibt das Erreichen des Achtelfinals bei Players Championship 3, wo ihm während dieses Laufs unter anderem ein Sieg gegen Nathan Aspinall gelang.
Mit 26 Jahren befindet sich Brooks allerdings weiterhin in einem Alter, in dem die Entwicklungskurve grundsätzlich noch steil nach oben zeigen kann. Die Voraussetzungen dafür sind vorhanden – doch zunächst muss er die Grundlagen wiederfinden, die seine Leistungen aus dem Jahr 2025 überhaupt erst möglich gemacht haben.
Setzt sich die aktuelle Form aus dem Jahr 2026 fort, wird Brooks die Tour verlieren. Sowohl für den Alexandra Palace als auch für Minehead liegt er derzeit deutlich hinter den Qualifikationsplätzen zurück. Deshalb wird er vor Jahresende mindestens noch ein bedeutendes Ergebnis benötigen, wenn er auch 2027 weiterhin als PDC-Profi auf der Tour vertreten sein möchte.

Bradley Brooks' Karriere in Zahlen

Kennzahlen Wert
PDC-Weltranglistenposition 68.
Ranglisten-Preisgeld £93,750
Ober-/unterhalb der Tour-Card-Grenze £22,000
Einnahmen 2025 £78,750
Einnahmen 2026 £15,000
Siegquote 2025 61%
Siegquote 2026 39%
Average 2025 93.18
Average 2026 89.16
Position in der Average-Weltrangliste 2025 33.
Position in der Average-Weltrangliste 2026 94.
180er 2025 398
180er 2026 106
Position in der 180er-Weltrangliste 2025 25.
Position in der 180er-Weltrangliste 2026 137.
Doppelquote 2025 40.18%
Position in der Doppelquoten-Weltrangliste 2025 27.
Doppelquote 2026 35.37%
Position in der Doppelquoten-Weltrangliste 2026 225.
Tour-Card-Gewinn 2025 (zum dritten Mal)
Alter 26
Bestes Ergebnis 2026 PC3 Achtelfinale

Wesley Plaisier – Droht die Rückkehr zur Q-School?

Wesley Plaisier stand 2024 kurz davor, sich seine Tour Card zu sichern. Der Niederländer überzeugte bei zahlreichen Einladungsturnieren und sorgte insbesondere mit seinem Triumph bei Players Championship 28 für Aufsehen. Am Ende reichte es dennoch nicht direkt, sodass er seine Tour Card über Platz zwei der Challenge Tour Order of Merit gewann.
18 Monate nach dem Gewinn der Tour Card steht Plaisier auf Rang 70 der Weltrangliste. Mit 85.250 Pfund Ranglistenpreisgeld liegt er derzeit 30.500 Pfund hinter der entscheidenden Marke zurück.
Ein erheblicher Teil dieses Preisgelds stammt von der Weltmeisterschaft 2026. Dort erreichte Plaisier die dritte Runde und sicherte sich 35.000 Pfund – das entspricht rund 41 Prozent seines gesamten Ranglistenvermögens.
Der Niederländer ist ein Spieler, der stark von seinem Rhythmus lebt und dann in der Lage ist, außergewöhnlich hohe Scores zu produzieren. Im vergangenen Jahr blitzte dieses Potenzial immer wieder auf. So erreichte er beispielsweise das Halbfinale von Players Championship 30, wo er Damon Heta erst mit 6:7 unterlag.
Plaisier besitzt ohne Zweifel verschiedene Leistungsstufen. Besonders eindrucksvoll war sein 3:0-Erfolg gegen Gerwyn Price bei der Weltmeisterschaft – eines der bemerkenswertesten Resultate des gesamten Turniers.
Wesley Plaisier wirft einen Dart.
Wesley Plaisier zeigte bei der Weltmeisterschaft mit dem 3:0 gegen Gerwyn Price sein enormes Potenzial – auf der Pro Tour fehlt ihm diese Konstanz bislang zu oft
Das Problem war nie sein bestes Niveau. Das Problem war stets sein schwächstes.
Plaisier schied 2026 bereits 14-mal in der ersten Runde eines Players Championship-Turniers aus und konnte sich bislang für kein einziges European-Tour-Event qualifizieren. Sein Average liegt in diesem Jahr bei lediglich 89,15 Punkten und damit unter dem Niveau, das auf der Tour erforderlich ist. Im Jahr 2025 hatte dieser Wert noch bei 92,55 gelegen.
Die Zahlen deuten darauf hin, dass seine schwächeren Leistungen auf der Tour trotz des starken Auftritts bei der Weltmeisterschaft weiterhin nicht ausreichen. Für einen Spieler, der stark auf sein Scoring angewiesen ist, reicht ein First-Nine-Average von 96,50 Punkten inzwischen nicht mehr aus, um Gegner regelmäßig zu überpunkten.
Der 36-Jährige ist daher auf eine deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 angewiesen. Seine besten Ergebnisse in dieser Saison sind bislang zwei Achtelfinalteilnahmen. Auf dem Weg zu einem dieser Läufe spielte er bei Players Championship 1 einen Average von 107,36 Punkten und besiegte den Österreicher Rusty-Jake Rodriguez mit 6:0.
Wenn Plaisier sein höchstes Niveau erreicht, wirkt er äußerst gefährlich. Das Problem besteht darin, dass dies zu selten geschieht. Um die Lücke von mehr als 30.000 Pfund zu schließen, wird eine gute Weltmeisterschaft oder eine Teilnahme in Minehead allein nicht ausreichen. Dafür benötigt er vor allem eine deutlich bessere zweite Jahreshälfte 2026 – und die bisherigen Statistiken sprechen nicht unbedingt dafür.

Wesley Plaisier in Zahlen

Kennzahl Wert
PDC-Weltranglistenposition 70.
Ranglisten-Preisgeld £85,250
Ober-/unterhalb der Tour-Card-Grenze £30,500
Einnahmen 2025 £68,500
Einnahmen 2026 £16,750
Siegquote 2024 74% (Challenge Tour)
Siegquote 2025 50%
Siegquote 2026 46%
Average 2025 92.55
Average 2026 89.15
Position in der Average-Weltrangliste 2026 96.
First-9-Average 2025 99.68
First-9-Average 2026 96.50
Position in der First-9-Average-Weltrangliste 2026 130.
WM-Anteil am Gesamtpreisgeld £35,000 (41.1%)
Tour-Card-Gewinn 2025
Bestes Ergebnis 2026 PC8 Achtelfinale
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