In dieser Rubrik reisen wir regelmäßig in die Vergangenheit und blicken auf die Karriere eines bestimmten Dartspielers zurück. Heute steht der Deutsche Max Hopp im Mittelpunkt, der bereits vor über einem Jahrzehnt als große Hoffnung des deutschen Dartsports galt und nach mehreren Jahren Abwesenheit seit 2025 wieder auf der PDC Pro Tour aktiv ist.
Max Hopp wurde am 20. August 1996 in Idstein geboren. Über viele Jahre galt der „Maximiser“ als das große deutsche Darts-Talent schlechthin. Schon in jungen Jahren stellte Hopp seine außergewöhnlichen Fähigkeiten unter Beweis und entwickelte sich zu einem der bekanntesten Gesichter des deutschen Dartsports. Seine Karriere brachte Höhepunkte hervor, die für viele Spieler unerreichbar bleiben, aber auch schwere Rückschläge. Verletzungsprobleme, der Verlust seiner PDC Tour Card und mehrere gescheiterte Versuche, diese zurückzugewinnen, ließen Hopp weit von den großen Bühnen verschwinden. Doch der Deutsche glaubte weiterhin an sein Comeback – und inzwischen hat er den Weg zurück nach oben gefunden.
Schon früh machte sich Hopp in der Dartswelt einen Namen. 2011 erreichte er das Finale des Jugendwettbewerbs beim WDF World Cup. Ein Jahr später folgte der erste bedeutende Titel: Hopp gewann den Jugendwettbewerb beim WDF Europe Youth Cup. Spätestens damit wurde deutlich, dass Deutschland über ein Talent verfügte, das sich eines Tages zu einem Spitzenspieler entwickeln könnte.
Auch bei den Erwachsenen ließen die ersten bemerkenswerten Ergebnisse nicht lange auf sich warten. Beim Dutch Darts Masters 2012 erreichte Hopp das Achtelfinale. Auf dem Weg dorthin hatte er unter anderem Terry Jenkins und Steve Beaton bezwungen. Schließlich erwies sich Paul Nicholson als eine Nummer zu groß, doch der Auftritt des jungen Deutschen hinterließ Eindruck.
2013 schrieb Hopp erneut Geschichte. Über den zentraleuropäischen Qualifier in Bielefeld sicherte er sich erstmals einen Startplatz bei der PDC Darts WM. Damit war er zu diesem Zeitpunkt der zweitjüngste Spieler, der jemals bei einer Darts WM antrat. Im Londoner Alexandra Palace sorgte er direkt für Aufsehen, als er Charl Pietersen in der Vorrunde mit 4:1 besiegte.
Auch gegen Denis Ovens zeigte Hopp anschließend, dass ihn die große Bühne keineswegs einschüchterte. Er gewann den ersten und dritten Satz und ging dadurch mit 2:1 in Führung. Den Sieg konnte er jedoch nicht über die Ziellinie bringen. Ovens gewann daraufhin sechs Legs in Folge und schickte den Deutschen mit einer 3:2-Niederlage nach Hause.
Es war lediglich der Beginn einer Phase, in der Hopp immer stärker an die Tür zur internationalen Darts-Elite klopfte. 2013 nahm er an mehreren Turnieren der European Tour teil und qualifizierte sich zudem für die European Darts Championship. Dort unterlag er zwar bereits in der ersten Runde Paul Nicholson, sammelte auf der großen Bühne jedoch wertvolle Erfahrungen.
Seine Entwicklung setzte sich anschließend kontinuierlich fort. 2014 verfügte Hopp noch nicht über eine PDC Tour Card, etablierte sich aber über die European Tour und die Challenge Tour zunehmend im professionellen Darts. Für sechs der acht European-Tour-Turniere konnte er sich qualifizieren. Beim European Darts Grand Prix feierte er sogar einen Sieg über Mike De Decker, ehe Dave Chisnall seinen Lauf beendete.
Schon als Teenager machte Max Hopp auf der großen Bühne auf sich aufmerksam. 2013 feierte der „Maximiser“ als damals zweitjüngster WM-Debütant der Geschichte seine Premiere im Alexandra Palace.
Ein Jahr später folgte der nächste wichtige Schritt in seiner Entwicklung. Bei der Weltmeisterschaft 2015 sorgte Hopp für eine der ersten großen Überraschungen seiner Karriere. Gegen Mervyn King zeigte der Deutsche eine herausragende Leistung und setzte sich mit 3:2 durch. Ein 161er-Finish bildete den spektakulären Schlusspunkt seines Sieges. Zudem warf Hopp in dieser Partie ganze zehn 180er.
Der Erfolg gegen King bestätigte, dass Hopp längst nicht mehr nur als großes Talent betrachtet werden konnte. Inzwischen war er ein Spieler, der auch etablierte Namen auf der größten Bühne bezwingen konnte. Zwar setzte sich Vincent van der Voort in der zweiten Runde deutlich mit 4:0 gegen ihn durch, doch Hopp hatte erneut nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht.
Triumph bei der Junioren-WM
Im Jahr 2015 folgte einer der bedeutendsten Erfolge seiner Karriere. Im Finale der PDC World Youth Championship traf Hopp auf Nathan Aspinall. Über weite Strecken der Partie lief der Deutsche einem Rückstand hinterher, doch im entscheidenden Moment war er zur Stelle. Im alles entscheidenden Leg machte Hopp den 6:5-Erfolg perfekt und krönte sich zum Junioren-Weltmeister.
Dieser Titel bescherte ihm zudem einen Startplatz beim Grand Slam of Darts 2016. Dort bekam es Hopp mit Spielern der absoluten Weltklasse zu tun, darunter Michael van Gerwen. Zwar gelang ihm ein Sieg über Martin Adams, doch nach der Niederlage gegen van Gerwen war letztlich bereits in der Gruppenphase Endstation.
Dennoch setzte Hopp seine Entwicklung fort. 2016 gewann er ein Turnier auf der Development Tour und erreichte erstmals ein Viertelfinale auf der European Tour. Beim European Darts Matchplay setzte er sich gegen Joe Murnan, Ian White und Terry Jenkins durch, ehe Peter Wright seinen Lauf beendete. Es waren weitere Anzeichen dafür, dass Hopp der absoluten Weltspitze immer näher kam.
Der große Durchbruch bei den German Darts Open 2018
Bei den German Darts Open 2018 erhielt Hopp die Gelegenheit, sich vor heimischem Publikum zu beweisen – und diese Chance nutzte er eindrucksvoll. Zum Auftakt bezwang er Zoran Lerchbacher, ehe ihm gegen Titelverteidiger Peter Wright eine faustdicke Überraschung gelang. Doch damit war sein Turnier noch lange nicht beendet. Hopp setzte seinen Siegeszug gegen Benito van de Pas und Joe Cullen fort und wurde damit zum ersten Deutschen, der das Halbfinale eines PDC-European-Tour-Turniers erreichte.
Dort wartete mit Rob Cross der amtierende Weltmeister. Doch erneut ließ sich Hopp von seinem prominenten Gegner nicht beeindrucken. Die Partie entwickelte sich zu einem Thriller und ging bis ins Entscheidungsleg. Zuvor hatte Hopp mehrere Matchdarts vergeben, mit denen er bereits auf 7:5 hätte stellen können. Dennoch bewahrte er die Ruhe. Schließlich checkte er 121 Punkte über das Bullseye und zog ins Finale ein.
Dort traf Hopp auf Michael Smith. Der Engländer kontrollierte die Partie über weite Strecken, doch der Deutsche ließ sich nicht abschütteln. Erneut fiel die Entscheidung erst in den entscheidenden Momenten. Beim Stand von 7:7 musste ein einziges Leg über den Turniersieg entscheiden – und wieder war Hopp zur Stelle.
Erneut checkte er 121 Punkte über das Bullseye, exakt über denselben Weg wie zuvor im Halbfinale gegen Cross. Damit schrieb Hopp deutsche Darts-Geschichte: Als erster Spieler seines Landes gewann er einen Titel auf der PDC European Tour.
Der Erfolg sollte kein einmaliger Ausreißer bleiben. Später im selben Jahr gewann Hopp auch Players Championship 19. Auf dem Weg ins Finale bezwang er unter anderem Alan Norris, Darren Webster, Jamie Hughes und Jermaine Wattimena. Im Endspiel setzte er sich schließlich gegen Madars Razma durch und sicherte sich damit seinen zweiten PDC-Titel im Seniorenbereich.
Auch bei der Weltmeisterschaft machte Hopp weiter auf sich aufmerksam. Bei der WM 2019 erreichte er erstmals die dritte Runde. Zunächst besiegte er Danny Noppert souverän mit 3:0, anschließend durfte er sich mit Michael van Gerwen messen. Der Niederländer erwies sich letztlich als zu stark, doch Hopp hatte erneut einen wichtigen Schritt in seiner Entwicklung gemacht.
„Contender“ in der Premier League Darts
Seine Leistungen brachten Hopp 2019 sogar einen Auftritt in der Premier League Darts ein. Nachdem Gary Anderson seine Teilnahme zurückgezogen hatte, wurde der Deutsche zu einem der sogenannten „Contender“ ernannt. In Berlin erhielt er einmalig die Gelegenheit, sich auf einer der größten Bühnen des Dartsports zu präsentieren. Gegen Raymond van Barneveld unterlag er zwar mit 3:7, doch allein seine Nominierung unterstrich erneut seinen Status als einer der bedeutendsten deutschen Dartspieler.
Danach nahm seine Karriere jedoch eine drastische Wendung. Nach der Corona-Pandemie hatte Hopp mit erheblichen körperlichen Problemen zu kämpfen. Vor allem eine Verletzung am Sprunggelenk machte ihm schwer zu schaffen. Im Juni 2021 riss er sich die Außenbänder – eine Verletzung, die seine weitere Karriere erheblich beeinflussen sollte.
Der Deutsche konnte anschließend nicht mehr dauerhaft an sein früheres Niveau anknüpfen. Während er wenige Jahre zuvor noch Titel auf der European Tour gewonnen und sich auf den großen Bühnen mit Weltmeistern gemessen hatte, kämpfte Hopp nun vor allem darum, körperlich fit zu bleiben und seine Position in der Weltrangliste zu verteidigen.
2018 und 2019 erlebte Max Hopp die erfolgreichste Phase seiner bisherigen Karriere. Mit zwei PDC-Titeln und einem Auftritt als „Contender“ in der Premier League etablierte er sich in der Weltspitze.
Verlust der PDC Tour Card
Ende 2022 verlor Hopp seine PDC Tour Card. Für einen Spieler, der einst als eines der größten Talente seiner Generation gegolten hatte, war das ein enormer Rückschlag. In den Jahren 2023 und 2024 versuchte er anschließend über die Q-School auf die Pro Tour zurückzukehren, doch beide Anläufe blieben erfolglos.
Aufgeben kam für Hopp jedoch nicht infrage. Im August 2024 kehrte er auf die European Tour zurück. Bei der German Darts Championship erspielte er sich als Host Nation Qualifier die Gelegenheit, sich wieder einem größeren Publikum zu präsentieren. Es war sein erster Auftritt auf einer großen Bühne seit zwei Jahren.
Diese Chance nutzte Hopp sofort. In der ersten Runde bezwang er José de Sousa deutlich mit 6:2 und bewies damit, dass die Qualitäten, die ihn einst bis in die Weltspitze gebracht hatten, noch immer vorhanden waren. Joe Cullen beendete sein Comeback zwar in der zweiten Runde, doch weitaus bedeutender war zu diesem Zeitpunkt die Rückkehr selbst.
Erfolg bei der Q-School
2025 folgte schließlich der nächste große Schritt. Bei der Q-School gelang es Hopp endlich, sich erneut eine Tour Card zu sichern. Der Deutsche belegte den zehnten Platz in der European Q School Order of Merit und erhielt damit wieder die Startberechtigung für den vollständigen PDC-Circuit.
Für Hopp bedeutete das weit mehr als nur eine neue Chance. Es war der Beweis, dass er nach Jahren voller Verletzungen, Enttäuschungen und Zweifel tatsächlich einen Weg zurück gefunden hatte. Auf der European Tour qualifizierte er sich 2025 für zwei Turniere. Bei der Dutch Darts Championship gelang ihm ein 6:3-Erfolg gegen Luke Woodhouse, mit dem er in die zweite Runde einzog. Dort erwies sich schließlich Jonny Clayton als zu stark.
Auch bei den Players Championships zeigte Hopp, dass er auf höchstem Niveau wieder konkurrenzfähig war. 2025 erreichte er zweimal das Achtelfinale und sammelte damit nicht nur wichtiges Preisgeld für die Weltrangliste, sondern auch neues Selbstvertrauen.
Und vielleicht noch wichtiger: Hopp kehrte auf die größte Bühne des Dartsports zurück. Bei der Darts WM 2026 stand der Deutsche erstmals seit 2021 wieder im Alexandra Palace. In der ersten Runde traf er auf Martin Lukeman und setzte sich mit 3:1 durch. Ein Sieg, dessen symbolische Bedeutung weit über den bloßen Einzug in die zweite Runde hinausging.
Dort unterlag Hopp schließlich Luke Woodhouse mit 0:3, doch seine bemerkenswerte Rückkehr war damit endgültig bestätigt. Einst hatte er als Teenager und deutsches Wunderkind Rekorde gebrochen. Später wurde er Junioren-Weltmeister, gewann auf der European Tour und durfte sogar Premier-League-Luft schnuppern. Anschließend wurde seine Karriere von Verletzungen ausgebremst, bis er schließlich sogar seine Tour Card verlor.
Noch bemerkenswerter wird Hopps Comeback-Geschichte mit Blick auf das Jahr 2026. Inzwischen ist der „Maximiser“ wieder dort angekommen, wo ihn viele schon zu Beginn seiner Karriere erwartet hatten: unter den besten deutschen Dartspielern. Auf der Pro Tour erreichte Hopp in dieser Saison bereits ein Players-Championship-Finale sowie zwei weitere Viertelfinals.
In der Players Championship Order of Merit belegt er damit Rang 19 und liegt als zweitbester Deutscher unmittelbar hinter Gabriel Clemens. Auch die Rückkehr in den Alexandra Palace dürfte sich fortsetzen, denn für die Darts WM 2027 ist Hopp bereits so gut wie qualifiziert. Kann er seine starke Form aufrechterhalten, rückt sogar ein weiteres prestigeträchtiges Ziel wieder in Reichweite: die Rückkehr zum legendären World Matchplay im Jahr 2027.
WM-Ergebnisse von Max Hopp
Jahr
Runde
Gegner
Ergebnisse
2013
Erste Runde
Denis Ovens
2–3
2014
Erste Runde
Robert Thornton
1–3
2015
Zweite Runde
Vincent van der Voort
0–4
2016
Erste Runde
Benito van de Pas
1–3
2017
Zweite Runde
Kim Huybrechts
0–4
2019
Dritte Runde
Michael van Gerwen
1–4
2020
Dritte Runde
Darius Labanauskas
2–4
2021
Zweite Runde
Mervyn King
1–3
2026
Zweite Runde
Luke Woodhouse
0–3
Max Hopps Platz in der Darts-Geschichte
Seine Karriere zeigt damit zwei Gesichter. Auf der einen Seite steht das enorme Talent, das ihn bereits in jungen Jahren bis in die internationale Spitze führte. Auf der anderen Seite steht die Widerstandskraft eines Spielers, der nach schweren körperlichen Problemen noch einmal praktisch von vorne beginnen musste.
Der Name Max Hopp ist deshalb längst nicht mehr nur mit dem deutschen Wunderkind verbunden, das 2018 Geschichte schrieb. Seine Karriere erzählt inzwischen auch die Geschichte eines Dartspielers, der sich weigerte, seine Laufbahn in einem Moment enden zu lassen, in dem scheinbar alles gegen ihn lief.
Die große Herausforderung nach seinem Comeback bestand darin, zu beweisen, dass er auf dem PDC-Circuit nicht nur zurückkehren, sondern auch wieder dauerhaft mit den besten Spielern der Welt mithalten kann. Genau diesen Beweis liefert Hopp im Jahr 2026 bislang eindrucksvoll. Woche für Woche zeigt der Deutsche, dass er auf der Pro Tour wieder konkurrenzfähig ist und sich seinen Platz in der internationalen Spitze Schritt für Schritt zurückerarbeitet.
Dennoch muss Max Hopp in diesem Jahr noch um den Erhalt seiner PDC Tour Card kämpfen – dass es ihm am nötigen Kampfgeist nicht mangelt, hat er im Laufe seiner Karriere jedoch bereits mehrfach bewiesen.
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.