Phil Taylor hat seine Pfeile endgültig gegen eine Bohrmaschine und einen Bauhelm eingetauscht. Der 16-fache Weltmeister ist derzeit eifrig mit dem Bau seines eigenen Pubs in Stoke-on-Trent beschäftigt und genießt sichtbar sein neues Leben außerhalb der Dartswelt.
Der inzwischen 65-jährige Engländer packt aktiv beim Aufbau von Taylor’s Bar mit an, einem Gastronomiebetrieb, der seinen Namen trägt und Teil eines größeren Projekts ist – unter anderem mit einem Campingplatz, einem Kinderpark und sogar einem Streichelzoo. Taylor witzelte bereits, er sei inzwischen eher als „The Power Drill“ bekannt als als „The Power“. Der ehemalige Weltmeister fühlt sich auf der Baustelle sichtlich wohl.
„Einen Bagger zu steuern ist leicht, leichter als Auto zu fahren, und ich liebe es“, sagte Taylor
gegenüber GiveMeSport. „Ich bin einfach fleißig am Arbeiten. Ich habe Schalungen gebaut und beim Setzen von Zäunen geholfen, weil sie direkt neben dem Pub einen Streichelzoo errichten wollen.“
Die Pläne rund um das Projekt sind bemerkenswert umfangreich. Taylor zählte mühelos auf, was Besucher künftig erwarten können. „Shire Horses, Ziegen, Enten für den Teich, Fasane und ein Spielpark für die Kinder.“
Hand anlegen
Während viele Spitzensportler nach ihrer Karriere schwer einen neuen Rhythmus finden, scheint Taylor seine Rolle schnell gefunden zu haben. Der Engländer betont, dass er keinesfalls der Typ ist, der stillsitzen kann.
„Ich liebe es, draußen an der frischen Luft zu sein und etwas Körperliches zu machen. Meine Zeit im Darts ist vorbei. Der Sport ist ohne mich weitergezogen, und das ist in Ordnung. Ich mag es, mir die Hände schmutzig zu machen und eine Aufgabe zu haben.“
Taylor räumt ein, dass das Leben nach einer Spitzensportkarriere schwierig sein kann, wenn keine neue Herausforderung folgt. „Ich bin kein Büromensch und hatte nie vor, nach meiner Pensionierung gar nichts mehr zu tun. Das kann hart sein.“
Obwohl er sich nicht als Bauarbeiter in Vollzeit sieht, genießt er die Arbeit sichtlich. „Ich würde nicht sagen, dass ich das Vollzeit mache, aber ich habe wirklich riesigen Spaß daran.“ Dabei entdeckte Taylor Muskeln, von denen er nach eigenen Worten nicht einmal mehr wusste, dass er sie hat. „Ich nutze jetzt Muskeln, die ich seit vierzig Jahren nicht mehr gebraucht habe. Am Anfang war es ziemlich hart und alles tat weh, aber es ist wie ins Fitnessstudio zu gehen. Der Körper gewöhnt sich daran.“
Definitiver Abschied vom Darts
Taylor dominierte das Darts über mehr als drei Jahrzehnte. Mit 87 Major-Titeln und ganzen sechzehn Weltmeisterschaften schrieb er Geschichte als erfolgreichster Spieler aller Zeiten.
Dennoch macht der Engländer klar, dass eine Rückkehr zum Darts absolut ausgeschlossen ist. Mehr noch: Nach eigenen Angaben besitzt er nicht einmal mehr ein eigenes Set Darts.
„Ich habe nicht einmal mehr ein Set Darts. Ich trainiere definitiv nicht mehr. Irgendwo liegen noch ein paar Pfeile herum, aber ich spiele nicht mehr. Ich bin mit Darts fertig.“ Auffällig ist allerdings, dass in Taylor’s Bar sehr wohl ein Dartboard hängt, auch wenn es vorerst nicht vom Besitzer selbst genutzt wird. „Es hängt ein Dartboard im Pub, aber ich benutze es nicht.“
Nach Jahren unter den grellen Lichtern des Alexandra Palace und der ikonischen Circus Tavern scheint Taylor vor allem auf dem englischen Land zur Ruhe gekommen zu sein. „Der Pub ist ein großartiger Ort. Es gibt Bier, Essen, Unterhaltung und Quizabende. Eigentlich alles.“
Auch die Umgebung weiß die Darts-Legende offensichtlich zu begeistern. „Der Ausblick ist wunderschön und in der Nähe steht auch noch eine alte römische Kirche. Das ist doch ein bisschen schöner als Ally Pally und die Circus Tavern.“