„Selbst England können wir schlagen“ – Martin Schindler glaubt trotz deutscher Sorgen an eine Überraschung beim World Cup of Darts
PDC
Die Vorzeichen für das deutsche Team beim World Cup of Darts 2026 sind alles andere als ideal. Martin Schindler kämpft seit Monaten mit seiner Form, während Ricardo Pietreczko zuletzt offen mit Problemen durch Dartitis zu kämpfen hatte. Dennoch reist Deutschlands Nummer eins mit Zuversicht nach Frankfurt und sieht für das deutsche Duo weiterhin Chancen auf eine Überraschung.
Im Gespräch mit SID sprach Schindler vor allem über die Situation seines Teamkollegen. Er erklärte, dass Außenstehende kaum nachvollziehen könnten, wie sich Dartitis tatsächlich anfühlt. Anfangs habe er selbst das Ausmaß des Problems nicht erkannt.
„Ich glaube wer noch nie Dartitis hatte, weiß man nicht wie sich das anfühlt, wie es sein muss. Als das Problem entstanden ist, habe ich es noch gar nicht so als Problem gesehen bzw. wahrgenommen, und er hatte dann selbst zu mir gesagt dass er Probleme hat den dritten Dart loszulassen. Und aus diesem dritten Dart sind dann gefühlt alle drei Darts geworfen."
Schindler verriet, dass Pietreczko mittlerweile intensiv an einer Lösung arbeitet und dabei von einem Mentalcoach unterstützt wird. Eigene Ratschläge habe er seinem Teamkollegen dagegen kaum geben können.
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„Er macht, er arbeitet mit einem Mentalcoach dafür, dass es besser wird. Ich selber konnte ihm keine Tipps geben."
Gleichzeitig habe Pietreczko ihm mehrfach versichert, rechtzeitig zum World Cup of Darts wieder bereit zu sein.
„Er hat mir das Vertrauen gegeben indem er gesagt hat: Martin bis zum World Cup bin ich wieder bereit, bin ich wieder fit, werde ich wieder alles hinbekommen." Pietreczko zeigte in den letzen Wochen eine aufsteigende Form. Mit verändertem Wurfstiel erreichte er in Riesa als bester deutscher das Achtelfinale.

Siege gegen Keane Barry und Charlie Manby beim letzen Players Championship Turnier unterstreichen den Trend
Für Schindler zeigt der Umgang seines Teamkollegen mit der schwierigen Situation eine bemerkenswerte persönliche Entwicklung. Er lobte die Art und Weise, wie Pietreczko die Herausforderung annimmt und sich ihr stellt.
„Wie gesagt, ich finde es wirklich toll, ich finds klasse für Ricardo ich glaube es ist ein weiterer Meilenstein in seiner Persönlichkeit, in seiner charakteristischen Entwicklung, dass er eben mal einen richtigen Brocken vor sich hat und er arbeitet dagegen."
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Schindler setzt auf die Außenseiterrolle
Trotz der aktuellen Probleme beider Spieler blickt Schindler optimistisch auf das Turnier. Der World Cup in Frankfurt sei für ihn in den vergangenen Jahren stets ein besonderes Erlebnis gewesen. Gleichzeitig glaubt er, dass Deutschland auch in der derzeitigen Verfassung gefährlich sein kann. Zudem ist es für Schindler mehr als ein Heimspiel. Er lebt in Rodgau, weniger als 30 Minuten von Frankfurt entfernt.
Zwar sei das erste Ziel das Überstehen der Gruppenphase gegen die Philippinen und Neuseeland, dennoch traut Schindler seinem Team auch gegen deutlich stärker eingeschätzte Nationen einiges zu.
„Ich freue mich auch wieder sehr drauf in Frankfurt zu spielen, das hat mir die letzen Jahre wirklich sehr viel Spaß gemacht, es war ein tolles Turnier, eine Klasse Atmosphäre, und ich hoffe auch wirklich, dass es dieses Jahr wieder das gleiche wird."
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Gleichzeitig ist sich Deutschlands Nummer eins bewusst, dass die Ausgangslage vor dem Turnier nicht optimal ist. Weder er selbst noch Pietreczko reisen in Bestform an. Dennoch glaubt Schindler, dass Deutschland gefährlich sein kann.
„Wir haben eine, in Anführungszeichen schwierige Ausgangslage. Aber, ganz ehrlich trotz dessen dass wir eben aktuell nicht so super in der Verfassung sind, können wir noch einige Nationen schlagen."
Sogar gegen die Topfavoriten sieht der Strausberger Chancen, wenn die Deutschen einen guten Tag erwischen.
„Selbst England können wir, wenn wir ein paar gute Momente auf unserer Seite haben schlagen, den absoluten haushohen Favoriten."
Den Fokus richtet Schindler allerdings zunächst ausschließlich auf die Gruppenphase. Dort warten mit den Philippinen und Neuseeland zwei unangenehme Gegner auf das deutsche Duo.
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„Für uns sollte es dennoch erstmal darum gehen die Gruppe zu überstehen. Und sollten wir das schaffen, haben wir schon wieder gut was erreicht und natürlich kann man dann mit der Auslosung lametieren, in den letzten 16, was würde passieren. Aber in erster Linie, Neuseeland und die Philippinen das sind unsere Aufgaben."
Dass Deutschland derzeit nicht zu den meistgenannten Titelkandidaten zählt, stört Schindler dabei wenig. Im Gegenteil: Die Rolle des Außenseiters könnte sogar hilfreich sein.
„Es gibt nen ganz blöden deutschen Spruch, ich mag ihn nicht aber er trifft wahrscheinlich zu: Totgesagte leben länger. Und ich glaube daran orientieren sowohl Ricardo als auch ich mich gerade."
Der World Cup of Darts beginnt am Donnerstagabend in der Frankfurter Eissporthalle. Für Schindler und Pietreczko startet das Turnier mit dem Gruppenspiel gegen die Philippinen. Freitags wartet Neuseeland.
Deutschlands Weg 2025 beim World Cup of Darts
| Runde | Ergebnis | Gegner | Average von Deutschland |
| Gruppenphase | 4-2 | Portugal | 85.08 |
| Gruppenphase | 4-0 | Singapur | 95.43 |
| Achtelfinale | 8-4 | England | 93.70 |
| Viertelfinale | 8-7 | Australien | 87.83 |
| Halbfinale | 1-8 | Nordirland | 82.63 |

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










