„Graham klopfte an meine Tür“ – Van der Velde enthüllt Ansage mitten im WM-Match nach Wespenspray-Aktion
PDC
Jurjen van der Velde erlebte im vergangenen Dezember ein WM-Debüt, das ihm wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Der junge Niederländer betrat nicht nur zum ersten Mal die große Bühne im Alexandra Palace, sondern wurde zugleich Teil einer der kuriosesten Geschichten des Turniers. Nachdem Wespen während der WM wiederholt für Unruhe unter den Spielern gesorgt hatte, beschloss van der Velde kurzerhand, selbst vorzusorgen. Er erschien mit einer Dose Insektenspray auf der Bühne – eine Aktion, die nicht ohne Folgen blieb.
Im Gespräch mit „Oche 180“ blickte van der Velde auf die ungewöhnliche Episode zurück. Darüber hinaus sprach er über seine Zusammenarbeit mit Invictus Darts Management, die Rolle von Raymond van Barneveld innerhalb des Teams sowie über die neue Generation niederländischer Dartspieler, die in den kommenden Jahren den Sprung an die absolute Weltspitze schaffen möchte.
Mit Insektenspray auf der Jagd nach der berüchtigten „Ally-Pally-Biene“
Die Wespe entwickelte sich bei der vergangenen Weltmeisterschaft im Alexandra Palace zu einem hartnäckigen Begleiter. Auch van der Velde wollte während seiner Partie verhindern, dass ihn das Insekt aus der Konzentration bringt. Deshalb entschied sich der Niederländer dazu, eine Dose Insektenspray mit auf die Bühne zu nehmen.

Jurjen van der Velde sorgte bei seinem Debüt im Alexandra Palace mit einer Dose Insektenspray für einen der kuriosesten Momente der vergangenen Darts-WM.
Nach dem ersten Satz erhielt er in der Pause allerdings unerwarteten Besuch. „Nach dem ersten Satz hat jeder seinen eigenen Stuhl und einen kleinen Bereich, in dem man sich in dieser fünfminütigen Pause kurz ausruhen kann“, berichtet van der Velde. „Graham klopfte an meine Tür und sagte mir, dass manche Menschen gegen das Zeug allergisch sind.“
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Van der Velde verstand die Botschaft, hielt den Zeitpunkt für die Warnung jedoch nicht unbedingt für ideal. Schließlich befand er sich mitten in seinem WM-Debüt und stand entsprechend unter Adrenalin.
„In dem Moment war ich natürlich voller Adrenalin. Ich dachte: Okay, du sagst es jetzt in der ersten Pause, aber du hättest es auch nach dem Spiel sagen können. Während des Matches würde es ohnehin nicht mehr passieren.“
Mit etwas Abstand konnte van der Velde die Situation allerdings auch aus einer anderen Perspektive betrachten. Zwar empfand er den Zeitpunkt der Warnung während des laufenden Matches weiterhin als unglücklich, gleichzeitig räumte er ein, dass es auch von ihm möglicherweise nicht die beste Entscheidung gewesen war, das Spray mitzubringen und auf der Bühne einzusetzen.
„Ich dachte, es war vielleicht nicht seine beste Idee, es damals zu sagen. Aber vielleicht war es von mir auch keine gute Idee, zu sprühen und die Flasche zu zeigen.“
„Es hatte keinen großen Einfluss auf mich“
Obwohl van der Velde die Warnung unmittelbar nach dem ersten Satz seiner Partie erhielt, habe der Vorfall seine Leistung nach eigener Aussage kaum beeinträchtigt. Für ihn war die Botschaft eindeutig: Das Spray sollte nicht noch einmal zum Einsatz kommen. „Nein, es hatte keinen großen Einfluss auf mich“, erklärt er. „Ich denke, es war einfach eine Warnung, es nicht noch einmal zu tun.“
Ohnehin beschäftigten den Niederländer in diesem Moment genügend andere Dinge. Es war sein erster Auftritt bei einer Darts-Weltmeisterschaft, und auf der anderen Seite des Oches wartete mit seinem Landsmann Danny Noppert ein Gegner, der sich laut van der Velde zu diesem Zeitpunkt in starker Form befand.
„Es war auch mein Debüt, und ich spielte natürlich gegen einen Danny Noppert in Form. Er wohnt ungefähr dreißig Minuten von mir entfernt, wir wohnen also nah beieinander. Dadurch war es auch merkwürdig, gegeneinander zu spielen. Aber ich wollte dieses Match natürlich auch gewinnen. Ich glaube nicht, dass diese Warnung großen Einfluss auf mich hatte.“
Ironischerweise erfüllte das Insektenspray seinen eigentlichen Zweck am Ende ohnehin nur bedingt. Im weiteren Verlauf der Partie stattete die Wespe van der Velde nämlich erneut einen Besuch ab. „Ich glaube, sie kam irgendwo im dritten Satz noch einmal vorbei“, erzählt van der Velde lachend. „Sie saß wieder auf meinem Shirt. Ich bin nicht allergisch, aber es bleibt natürlich eine seltsame Situation.“
Mittlerweile kann van der Velde über die gesamte Episode vor allem lachen. Dass ausgerechnet bei der Weltmeisterschaft immer wieder eine Wespe aufzutauchen scheint, macht die Geschichte für ihn nur noch kurioser. „Es ist auch irgendwie witzig, so etwas zu erleben. Vor allem, weil diese Wespe nur während der WM immer wieder zurückzukommen scheint.“
Van der Velde setzt auf geballte Erfahrung im Management
Neben seinem ungewöhnlichen WM-Debüt sprach van der Velde auch über seine Entwicklung abseits der großen Bühne. Der Niederländer schloss sich im vergangenen Jahr Invictus Darts Management an und kann dort auf ein Team zurückgreifen, das über reichlich Erfahrung innerhalb und außerhalb des Darts-Sports verfügt.
Unter anderem sind Steve Mottershead und Paul Stretford in das Management eingebunden. Mottershead gehörte früher zum Team von Phil Taylor, während Stretford in Großbritannien unter anderem als Berater von Wayne Rooney Bekanntheit erlangte. Mittlerweile gehört auch Raymond van Barneveld zu Invictus.
Gerade die Anwesenheit seines berühmten Landsmanns bedeutet van der Velde viel. „Raymond ist natürlich eine Legende des Sports“, sagt er. „Und Steve hat durch all die Jahre mit Phil natürlich enorm viel Erfahrung im Darts. Sie können mir mit Tipps sehr helfen. Alles, was mir hilft, ein besserer Dartspieler zu werden, ist willkommen. Es ist ein sehr gutes Team.“
Eine intensivere Zusammenarbeit mit van Barneveld ist zunächst allerdings nicht vorgesehen. Der erfahrene Niederländer ist selbst weiterhin auf der Pro Tour aktiv, weshalb van der Velde kurzfristig nicht damit rechnet, dass der fünfmalige Weltmeister eine Rolle als Coach übernehmen wird.
„Vorläufig denke ich nicht“, sagt van der Velde über eine mögliche engere Zusammenarbeit. „Raymond spielt dieses Jahr natürlich selbst noch auf der Pro Tour. Vielleicht wird er in Zukunft coachen und andere Jugendspieler im Team von Invictus unterstützen. Also vielleicht in der Zukunft.“
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Niederländische Generation will Lücke zu Luke Littler schließen
Van der Velde ist selbst Teil einer neuen niederländischen Generation, die den Sprung in die Weltspitze anstrebt. Im Gespräch fielen unter anderem die Namen Gian van Veen und Wessel Nijman, zudem wurden Kevin Doets und Danny Noppert genannt.
Über viele Jahre wurde der niederländische Darts-Sport auf höchstem Niveau vor allem von Raymond van Barneveld und Michael van Gerwen geprägt. Mittlerweile drängt jedoch die nächste Gruppe nach. Die entscheidende Frage lautet, ob diese Generation in den kommenden Jahren zu einer ernsthaften Konkurrenz für die absolute Weltspitze heranwachsen kann.
Van der Velde sieht durchaus das entsprechende Potenzial, räumt zugleich aber ein, dass Luke Littler derzeit noch auf einem anderen Niveau spielt. „Ich denke schon“, sagt er mit Blick auf die Chancen der niederländischen Generation. „Natürlich ist Luke im Moment noch ein Stück besser als der Rest. Vielleicht dauert es noch ein paar Jahre, bis die niederländischen Spieler auf seinem Niveau sind.“
Dennoch kann sich van der Velde vorstellen, dass sich die Kräfteverhältnisse in Zukunft verschieben. Dabei verweist er nicht nur auf das stetig steigende Niveau der Konkurrenz, sondern auch auf die Herausforderung für Littler, seine Motivation aufrechtzuerhalten, sollte er seine derzeitige Dominanz über einen längeren Zeitraum fortsetzen.
„Im Moment gewinnt Luke alles und vielleicht wird es für ihn irgendwann auch langweilig“, stellt van der Velde fest. „Vielleicht muss er in ein paar Jahren seine Motivation wiederfinden. Ich denke, das Niveau wird immer besser und besser.“

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









