VORSCHAU World Cup of Darts - Österreich: Kann das Duo Suljovic und Rodriguez erneut für eine Überraschung sorgen?

PDC
Mittwoch, 10 Juni 2026 um 18:30
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Am Donnerstag beginnt in Frankfurt eines der prestigeträchtigsten Turniere des Dartsjahres. Beim World Cup of Darts 2026 kämpfen die besten zwei Spieler jeder Nation um den begehrten Titel. Österreich gehört zwar nicht zu den großen Favoriten, hat in der Vergangenheit jedoch mehrfach bewiesen, dass man die Alpenrepublik niemals abschreiben sollte.
Mit zwei Finalteilnahmen in den vergangenen fünf Jahren zählt Österreich zu den Nationen, die bei diesem Turnier immer wieder für Überraschungen sorgen. Vor allem ein Name ist dabei untrennbar mit dem Wettbewerb verbunden: Mensur Suljovic.

Suljovic schreibt weiter World-Cup-Geschichte

Für Suljovic wird es bereits die 16. Teilnahme beim World Cup of Darts sein. Damit gehört der Wiener zu einem exklusiven Kreis. Gemeinsam mit William O'Connor ist er einer von nur zwei Spielern, die bei jeder einzelnen Austragung des Turniers vertreten waren.
An seiner Seite steht zum zweiten Mal Rusty-Jake Rodriguez. Der 25-Jährige qualifizierte sich bereits 2025 für das Turnier und bildet erneut das österreichische Duo.
Über viele Jahre hinweg war Suljovic gemeinsam mit Rowby-John Rodriguez für Österreich am Start. Die beiden prägten das Team über mehr als ein Jahrzehnt. Nachdem Rowby-John Rodriguez Ende 2024 seine Tour Card verlor, rückte sein jüngerer Bruder Rusty-Jake dauerhaft in das Team nach.
JahrSpieler 1Spieler 2Ergebnis
2026 Mensur Suljovic Rusty-Jake Rodriguez -
2025 Mensur Suljovic Rusty-Jake Rodriguez Gruppenphase
2024 Mensur Suljovic Rowby-John Rodriguez Finale
2023 Mensur Suljovic Rowby-John Rodriguez Gruppenphase
2022 Mensur Suljovic Rowby-John Rodriguez Achtelfinale
2021 Mensur Suljovic Rowby-John Rodriguez Finale
2020 Mensur Suljovic Rowby-John Rodriguez Viertelfinale
2019 Mensur Suljovic Zoran Lerchbacher Viertelfinale
2018 Mensur Suljovic Zoran Lerchbacher 1.Runde
2017 Mensur Suljovic Rowby-John Rodriguez Viertelfinale
2016 Mensur Suljovic Rowby-John Rodriguez Viertelfinale
2015 Mensur Suljovic Rowby-John Rodriguez Achtelfinale
2014 Mensur Suljovic Rowby-John Rodriguez Achtelfinale
2013 Mensur Suljovic Maik Langendorf Gruppenphase
2012 Mensur Suljovic Dietmar Burger Achtelfinale
2010 Mensur Suljovic Maik Langendorf 3.Runde

Zwei sensationelle Finaleinzüge

Den größten Erfolg feierte Österreich im Jahr 2021. Damals schaffte das Team völlig überraschend den Einzug ins Finale.
Auf dem Weg dorthin besiegten Suljovic und Rowby-John Rodriguez die Philippinen, Belgien, Nordirland und sogar England. Im Endspiel wartete allerdings ein starkes schottisches Team mit Peter Wright und John Henderson.
Suljovic gewann zwar das Auftaktspiel des Finals, doch anschließend gingen die nächsten drei Partien an Schottland. Österreich musste sich mit 1:3 geschlagen geben, hatte aber eines der größten Märchen der World-Cup-Geschichte geschrieben.
Nur drei Jahre später gelang die nächste Sensation. Beim World Cup 2024 erreichten die Österreicher erneut das Finale.
Nach Siegen gegen China und Guyana gewann Österreich zunächst die Gruppe. Anschließend setzte man sich knapp gegen Chinese Taipei und Kroatien durch. Im Halbfinale folgte ein beeindruckender Sieg gegen Belgien.
Erst im Finale war Schluss. Dort unterlag Österreich dem englischen Star-Duo mit Luke Humphries und Michael Smith mit 6:10.

Enttäuschung beim Debüt von Suljovic und Rusty-Jake

Das erste gemeinsame World-Cup-Jahr von Mensur Suljovic und Rusty-Jake Rodriguez verlief dagegen enttäuschend. 2025 schied Österreich bereits in der Gruppenphase aus.
Dabei waren die Leistungen keineswegs schlecht. Gegen Spanien spielte das Duo einen Average von 99 Punkten. Auch gegen Australien lag der Average über der 90-Punkte-Marke.
Dennoch reichte es nicht zum Weiterkommen. Damon Heta und Simon Whitlock erwiesen sich als zu stark und erreichten später sogar das Viertelfinale.
Die Österreicher werden deshalb alles daran setzen, ein erneutes Vorrundenaus zu verhindern.

Favoritenrolle in Gruppe I

In diesem Jahr trifft Österreich in Gruppe I auf Frankreich und China.
Die Franzosen werden von Thibault Tricole und Nicolas Thuillier vertreten. China schickt Zhan Qingyu und Zong Xiachen ins Rennen. Beide Nationen verfügen über Spieler mit Erfahrung auf großer Bühne.
Insbesondere Tricole und Zong standen bereits mehrfach bei der Darts WM und beim World Cup of Darts im Rampenlicht. Österreich geht dennoch als Favorit in die Gruppe.

Suljovic erlebt seinen zweiten Frühling

Die Saison der beiden Österreicher könnte derzeit kaum unterschiedlicher verlaufen.
Mensur Suljovic spielt eines seiner stärksten Jahre seit langer Zeit. Der ehemalige World-Matchplay-Finalist hat sich wieder bis auf Rang 53 der Weltrangliste vorgearbeitet und präsentiert sich auf der Pro Tour in beeindruckender Form.
Ein Halbfinale, ein Viertelfinale, zwei Achtelfinals sowie mehrere Boardfinals sprechen für eine deutliche Leistungssteigerung. Hinzu kommen mehrere Averages von über 100 Punkten.
Mensur Suljovic und Rowby-John Rodriguez beim World Cup für Österreich
Erreichten 2021 und 2024 für Österreich das Finale: Rowby-John Rodriguez und Mensur Suljovic
Die Qualifikation für die Darts WM scheint praktisch gesichert. Auch die Players Championship Finals hat Suljovic fest im Blick. Darüber hinaus deutet vieles darauf hin, dass er erstmals seit drei Jahren wieder in die Top 50 der Weltrangliste zurückkehren wird.
Noch wichtiger: Die Sorgen um den Verlust seiner Tour Card, die ihn in den vergangenen Jahren begleitet hatten, sind vorerst verschwunden.

Rodriguez kämpft um seine Zukunft

Ganz anders sieht die Situation bei Rusty-Jake Rodriguez aus.
Der Wiener gewann Anfang 2025 seine Tour Card zurück, konnte die Erwartungen bislang jedoch nicht erfüllen. Aktuell rangiert er lediglich auf Platz 129 der Weltrangliste.
In eineinhalb Jahren auf der Tour erspielte Rodriguez lediglich 10.000 Pfund Preisgeld. In dieser Saison gelangen ihm nur bei den Players Championships 12 und 19 Siege. Insgesamt gewann er 2026 bislang lediglich neun Matches auf der Tour, davon brachten aber nur zwei Siege Preisgeld ein.
Auch sein Durchschnittsaverage der vergangenen zwölf Monate von rund 83 Punkten zeigt, wie schwer er sich derzeit auf dem PDC-Circuit tut.
Dennoch gibt es Hoffnung. Beim World Cup harmonierte Rodriguez im vergangenen Jahr hervorragend mit Suljovic. Gerade im Doppelmodus wirken die beiden deutlich stärker als ihre individuellen Ergebnisse vermuten lassen.
Rusty-Jake Rodriguez wird auch 2026 beim World Cup für Österreich antreten
Spielt seinen 2. World Cup of Darts: Rusty-Jake Rodriguez

Wie weit kann Österreich kommen?

Das Erreichen des Achtelfinals muss für Österreich das erste Ziel sein. In Gruppe I besitzt das Duo die Qualität, den Gruppensieg zu holen.
Danach wird vieles von der Auslosung abhängen. Bei einem günstigen Los erscheint ein Viertelfinaleinzug durchaus realistisch. Wenn Suljovic seine aktuelle Form auf die Bühne bringt und er Rodriguez mitziehen kann, ist sogar das Halbfinale nicht ausgeschlossen.
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Österreich beim World Cup of Darts immer wieder über sich hinauswächst. Wer 2021 und 2024 das Finale erreichte, darf auch 2026 nicht unterschätzt werden. Suljovic und Rodriguez werden alles daran setzen, das nächste Kapitel dieser Erfolgsgeschichte zu schreiben.
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