Oft zählen gerade die European-Tour-Zuschauer in Deutschland zu den lautesten und parteiischsten zugunsten ihrer Spieler, doch am Samstagabend in Göttingen mussten sowohl Schiedsrichter
Huw Ware als auch Master of Ceremonies Philip Brzezinski eingreifen.
Erneut Diskussionen über Pfiffe auf der European Tour
Zur Einordnung: Stephen Bunting traf auf Niko Springer und verlor gegen den als Meenzur Bub bekannten Spieler, der beim
European Darts Trophy den Finaltag erreichte.
Huw Ware musste die Partie jedoch zur Hälfte unterbrechen, weil das Pfeifen derart schlimm war, um das Publikum zum Schweigen zu bringen. „Ich habe einmal höflich gebeten und sage es jetzt noch einmal höflich: Haltet bitte den Mund. Wir versuchen hier oben ein Darts-Spiel zu spielen“, sagte der PDC-Schiedsrichter.
Dies geschah zudem in einer entscheidenden Phase des Matches, denn Bunting verlor anschließend gegen Springer mit 5:6, und während des Deciders wurde die Begegnung tatsächlich gestoppt.
MC rügt das Publikum
Doch auch nach dem Spiel kam das Thema erneut auf, als der langjährige European-Tour-Master of Ceremonies Philip Brzezinski ebenfalls gegen pfeifende Zuschauer Stellung bezog.
Er griff vier Personen gezielt heraus und konfrontierte sie direkt damit, das Spiel zwischen Springer und Bunting ruiniert zu haben.
„Es gibt drei oder vier ‚Nasen‘, die mit ihrem Pfeifen ein großartiges Spiel ruiniert haben. Zu diesen vier von 4.000 sagen wir: ‚Ihr seid hier nicht willkommen; wir wollen das nicht haben, wir wollen das nicht haben‘“, sagte er anschließend auf der Bühne.
Zwar gelten die Deutschen als eines der besten Publika auf der PDC Tour, doch werden sie auch oft für Praktiken wie diese kritisiert. So spielt etwa Luke Littler in Deutschland abgesehen von Pflichtauftritten bei Majors gar nicht, da er sich nach eigener Auffassung vom Publikum im Land schlecht behandelt fühlt.
Nun scheint selbst der Master of Ceremonies genug zu haben und bezieht klar Stellung gegen schwache Zuschauerkultur, die Dartspiele ruiniert.