Ross Smith hat seine starke Saison auf der Pro Tour am Mittwoch mit dem nächsten Titelgewinn veredelt. Der Engländer gewann
Players Championship 20 in Milton Keynes und feierte damit bereits seinen dritten Erfolg auf der Pro Tour in diesem Kalenderjahr. Während aus deutscher Sicht erneut vor dem Achtelfinale Schluss war, setzte sich Smith in einem hochklassigen Endspiel gegen William O’Connor durch und bestätigte einmal mehr seine herausragende Form der vergangenen Wochen.
Auch bei
Players Championship 20 hieß es aus deutscher Sicht schon vor dem Achtelfinale: Endstation. Nachdem bereits am Vortag kein deutscher Spieler die Runde der letzten 16 erreicht hatte, endete der Lauf der verbliebenen Hoffnungen auch diesmal in den Boardfinals. Dennoch gab es in Milton Keynes einige erfreuliche Geschichten – allen voran die Rückkehr von
Ricardo Pietreczko in die dritte Runde sowie starke Auftritte von Kai Gotthardt und Lukas Wenig.
Pietreczko feiert Befreiungsschlag
Einen gelungenen Start in den Turniertag erwischte zunächst Martin Schindler. Deutschlands Nummer eins setzte sich im deutsch-deutschen Duell mit 6:3 gegen Arno Merk durch und erreichte anschließend mit einem 6:3-Erfolg über Mike De Decker das Boardfinale. Dort war gegen William O’Connor jedoch nichts zu holen: Der Ire präsentierte sich in starker Form und ließ Schindler beim deutlichen 6:0 keine Chance.
Für die wohl schönste Nachricht aus deutscher Sicht sorgte Ricardo Pietreczko. „Pikachu“ feierte zunächst mit einem 6:2 gegen Keane Barry seinen ersten Players-Championship-Sieg seit über einem Monat und legte anschließend einen klaren 6:1-Erfolg über Charlie Manby nach. Damit erreichte Pikachu erstmals seit Februar wieder ein Boardfinale und setzte seine zuletzt sichtbare Formverbesserung eindrucksvoll fort. Gegen Überraschungsmann Henry Coates war anschließend allerdings Endstation.
Ricardo Pietreczko erreichte bei Players Championship 20 erstmals seit Februar wieder ein Boardfinale und bestätigte damit seine zuletzt aufsteigende Formkurve auf der Pro Tour
Ebenfalls überzeugen konnte Kai Gotthardt. Der Esslinger bezwang zunächst Christian Kist mit 6:1 und sorgte anschließend für eines der auffälligsten Ergebnisse des Tages: Mit einem 100er-Average fegte er Dirk van Duijvenbode mit 6:0 vom Board und zog souverän in die dritte Runde ein. Dort musste sich „The Tunnel“ jedoch mit 2:6 gegen Cristo Reyes geschlagen geben.
Wenig schlägt Anderson
Auch Lukas Wenig spielte ein starkes Turnier. Nach seinem 6:4-Auftaktsieg gegen Jim Long wartete mit Gary Anderson eine echte Herausforderung. Wenig ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken, eröffnete die Partie mit einem spektakulären 160er-Finish und bezwang den zweimaligen Weltmeister schließlich mit 6:3. Im Boardfinale kämpfte der Deutsche auch gegen Chris Dobey lange um den Achtelfinaleinzug, unterlag dem Engländer am Ende jedoch knapp mit 5:6.
Darüber hinaus erreichten auch Dominik Grüllich und Leon Weber die zweite Runde. Grüllich bewies gegen Adam Paxton große Moral, drehte einen deutlichen Rückstand noch in einen Decider-Sieg und zog mit fünf Leggewinnen in Folge in die Runde der letzten 64 ein. Dort wartete allerdings Ross Smith, der dem Deutschen beim 6:0 keine Chance ließ. Weber feierte mit einem klaren 6:1 gegen Thomas Lovely zunächst einen überzeugenden Auftaktsieg, schied anschließend jedoch mit 4:6 gegen Mickey Mansell aus. Gabriel Clemens musste sich bereits in Runde eins Daryl Gurney mit 4:6 geschlagen geben, während Max Hopp gegen den frischgebackenen Euro-Tour-Champion Luke Woodhouse mit 3:6 den Kürzeren zog.
In der entscheidenden Turnierphase sorgten mehrere Überraschungen für Aufmerksamkeit. William O’Connor setzte sich im Achtelfinale gegen Wessel Nijman durch und marschierte anschließend mit weiteren Siegen über Dave Chisnall und Richard Veenstra bis ins Finale. Auf der anderen Turnierseite spielte sich Ross Smith mit Erfolgen gegen Cristo Reyes, Andy Boulton und Henry Coates in das Endspiel von Players Championship 20.
Smith krönt Weltklasse-Auftritt mit dem Titel
Im Endspiel traf Ross Smith auf den formstarken William O’Connor, der erst zum dritten Mal in einem Pro-Tour-Finale stand. Die Partie begann direkt mit einem Break des Engländers, doch O’Connor konterte umgehend und hielt das Finale zunächst offen. Bis zum 2:2-Ausgleich verlief die Begegnung vollkommen ausgeglichen, ehe Smith mit einem 70er-Checkout das nächste Break landete und die Kontrolle übernahm.
Der „Smudger“ präsentierte sich in der Folge nahezu fehlerfrei. Mit hoher Scoring-Power und einer beeindruckenden Trefferquote auf die Doppel baute er seinen Vorsprung Schritt für Schritt aus. Zwar blieb O’Connor mit wichtigen Checkouts über 59 und 68 Punkte in Schlagdistanz, näher als auf ein Leg kam der Ire jedoch nicht mehr heran.
Beim Stand von 6:5 setzte Smith mit einem starken 13-Darter endgültig zum Schlussspurt an. Wenig später verwandelte der Engländer ein 84er-Checkout zum 8:5-Endstand und sicherte sich damit den Titelgewinn bei Players Championship 20. Besonders beeindruckend waren dabei seine Statistiken: Mit einem Average von 107 Punkten und einer Doppelquote von über 72 Prozent lieferte Smith eine absolute Weltklasse-Leistung ab und unterstrich eindrucksvoll seine Ambitionen für die kommenden Major-Turniere.