Cameron Menzies hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Der Schotte sorgte mit starken Leistungen am Oche für Aufsehen, musste sich gleichzeitig aber auch mit körperlichen und mentalen Problemen auseinandersetzen. Nach einer schwierigen Phase zog der 37-Jährige die Reißleine. Mit Unterstützung der PDC, einer Therapie und einem deutlich gesünderen Lebensstil scheint Menzies inzwischen wieder auf dem richtigen Weg zu sein.
Einen seiner größten Momente erlebte der Schotte beim
World Matchplay 2026. Dort gelang ihm eine der größten Überraschungen des Turniers, als er den damaligen Topfavoriten Luke Humphries aus dem Wettbewerb warf. Mit einer überzeugenden Vorstellung zeigte Menzies eindrucksvoll, dass er an einem guten Tag mit der Weltelite mithalten kann.
Abnehmen, gesündere Ernährung und ein neuer Fokus
Der Höhenflug hielt allerdings nicht lange an. Bereits in der folgenden Runde nahm das Turnier für Menzies eine dramatische Wendung. Nach nur zwei gespielten Legs
fühlte er sich plötzlich unwohl, verließ sichtlich angeschlagen mit Unterstützung die Bühne und musste die Partie schließlich aufgeben. Erneut rückte der Gesundheitszustand des Schotten in den Mittelpunkt.
Cameron Menzies arbeitet nach körperlichen und mentalen Rückschlägen mit einer gesünderen Lebensweise und Hypnotherapie an seinem Comeback.
Dabei hatte Menzies schon gegen Ende des vergangenen Jahres für Schlagzeilen gesorgt. Bei der Darts WM schied er gegen den jungen Charlie Manby aus und reagierte anschließend mit einem heftigen Wutausbruch. Mehrfach schlug er mit der Faust auf einen Tisch ein – ein Vorfall, der nicht nur die Anwesenden schockierte, sondern auch körperliche Folgen hatte.
Nach diesen Rückschlägen stand für Menzies fest, dass sich etwas ändern musste. Ein zentraler Bestandteil dieses Neuanfangs ist seine körperliche Verfassung. Der Schotte hat bereits einige Kilogramm abgenommen und seine Ernährungsgewohnheiten grundlegend umgestellt.
Auf die Frage von Viaplay, wie viel Gewicht er bislang verloren habe, antwortet Menzies knapp: „Ein paar Kilo.“ Gleichzeitig macht er deutlich, dass seine Veränderung noch nicht abgeschlossen ist. „Hoffentlich noch ein paar, aber das ist aus gesundheitlichen Gründen. Es hat enorm geholfen, meine Ernährung umzustellen.“
Vor allem während der vielen Reisen zu Turnieren fiel es ihm früher schwer, gesund zu essen. Hotelaufenthalte, lange Reisetage und ein voller Terminplan führten häufig dazu, dass er zur einfachsten Lösung griff. „Wenn man in Hotels übernachtet, ist man gewohnt, es sich leicht zu machen. Also bestellt man einfach Pizzen über Uber Eats“, erklärt Menzies. Mittlerweile verfolgt er einen anderen Ansatz. „Aber jetzt kaufe ich Salate.“
Die Veränderungen zeigen offenbar Wirkung. Nicht nur körperlich fühlt sich Menzies besser – auch mental spürt er eine positive Entwicklung und versucht, seine Emotionen deutlich besser zu kontrollieren.
PDC vermittelt Hypnotherapie
Neben der Arbeit an seiner physischen Verfassung kämpfte der Schotte auch mit mentalen Belastungen. Die PDC unterstützte ihn dabei und brachte ihn mit einem Hypnotherapeuten in Kontakt. Rückblickend spricht Menzies sehr positiv über diese Hilfe. „Die PDC hat mich mit Hypnotherapie in Kontakt gebracht. Das hat mir nicht nur beim Darten geholfen, sondern auch im Leben allgemein.“
Zuletzt musste die Therapie allerdings etwas in den Hintergrund rücken. „Ich war in den letzten Wochen nicht bei ihm, weil ich so beschäftigt war“, gibt Menzies zu. Dennoch möchte er die Zusammenarbeit zeitnah fortsetzen. „Ich werde nächste Woche Kontakt mit ihm aufnehmen und mit ihm sprechen.“
Dass die Unterstützung Wirkung zeigt, merkt Menzies nach eigener Aussage deutlich. Besonders sein Wutausbruch bei der Weltmeisterschaft beschäftigt ihn noch immer. „Das hat geholfen, denn ich mag es nicht, so zu sein. Ich will nicht so sein“, sagt der Schotte offen. Gleichzeitig weiß er, warum es in solchen Situationen zu emotionalen Ausbrüchen kommt. „Ich lasse mich vom Moment mitreißen. Aber wie man sieht, stecke ich voller Adrenalin.“
Für Menzies geht es deshalb längst um mehr als bessere Averages oder weitere Turniererfolge. Der Schotte arbeitet vor allem daran, auch abseits des Oches wieder Stabilität zu gewinnen. Mit einer gesünderen Lebensweise, professioneller Unterstützung und einem stärkeren Fokus auf seine mentale Gesundheit will er die schwierige Phase endgültig hinter sich lassen. Sein Erfolg gegen Luke Humphries hat bereits gezeigt, dass sein sportliches Potenzial unverändert groß ist. Nun gilt es, auch körperlich und mental die Konstanz zu finden, um diese Qualität dauerhaft auf die Bühne zu bringen.