„Auf diese Weise hat es nicht viel Sinn, weiterzumachen“ – Vincent van der Voort kritisch gegenüber den Entscheidungen Michael van Gerwens

PDC
Donnerstag, 04 Juni 2026 um 7:00
Michael van Gerwen (2)
Vincent van der Voort hat im Podcast Darts Draait Door offen über den aktuellen Ansatz seines guten Freundes Michael van Gerwen gesprochen. Der ehemalige Profispieler machte deutlich, dass er nicht hinter allen Entscheidungen des dreifachen Weltmeisters steht, insbesondere wenn es um das Auslassen bestimmter Turniere geht.
Anlass für das Gespräch war erneut ein Euro-Tour-Wochenende, an dem mehrere Topspieler fehlten. Laut Van der Voort wirkt sich das zunehmend auf die Außenwirkung dieser Turniere aus. „Es ist inzwischen strukturell so, dass alle einfach absagen“, hieß es im Podcast. „Man schaut im Grunde auf eine Art B-Turnier.“
Gemeint war dabei vor allem das Fehlen großer Namen bei einigen Euro Tours, während das Preisgeld gleich bleibt wie bei Veranstaltungen, bei denen die komplette Weltspitze antritt. Laut Van der Voort entstehen dadurch Schieflagen auf der Tour.
Dennoch wies er darauf hin, dass Spieler am Ende ihre eigenen Entscheidungen treffen. Dabei kam auch Van Gerwen zur Sprache, der sich entschied, an einem Euro-Tour-Wochenende nicht anzutreten. „Darum kann man einfach sagen, dass Van Gerwen eine wirklich sehr gute Entscheidung getroffen hat, hier nicht hinzufahren, wenn die anderen auch nicht da sind“, stellte Van der Voort fest.

„Er hätte die Nordic Masters skippen müssen“

Dennoch hätte der Niederländer selbst lieber gesehen, dass Van Gerwen seine Planung anders ausgerichtet hätte. Nach Ansicht von Van der Voort bot sich gerade auf der Euro Tour eine große Chance, Selbstvertrauen und Rankinggeld mitzunehmen.
„Hier hätte er doch sein müssen“, wurde im Podcast festgestellt. „Wenn man sich dieses Teilnehmerfeld anschaut, ist die Chance schon etwas größer.“
Van der Voort wurde dabei deutlich. „Mit dem, was er in seiner Situation hat, hätte er einfach die kommende Woche absagen müssen.“
Damit spielte er auf Van Gerwens Teilnahme an den Nordic Darts Masters an. Im Podcast wurde dieses Turnier sogar scherzhaft als „Bitterballenturnier“ bezeichnet, in Anspielung auf den Show-Charakter der World Series-Events.
Laut Van der Voort hätte Van Gerwen besser die Ranglistenturniere auf der ProTour priorisieren sollen. „Dann sagst du doch: Ich spiele dieses hier und danach reise ich erst ab.“

„Ich glaube nicht an diesen Ansatz“

Van der Voort bestätigte, dass er noch versucht habe, Van Gerwen umzustimmen, jedoch ohne Erfolg. „Er war da sehr selbstsicher und standhaft. Er sagte einfach: Ich fahre in der Woche mit meinen Kindern in den Urlaub.“
Obwohl Van der Voort betonte, dass es am Ende ganz die Entscheidung von Van Gerwen selbst sei, ließ er zugleich durchblicken, dass er persönlich einen anderen Kurs einschlagen würde.
„Wenn ich wirklich sein Berater wäre, dann würde es auf jeden Fall ganz anders laufen“, sagte er. „Dann würde ich sagen: Auf diese Weise hat es nicht viel Sinn, gemeinsam weiterzumachen.“
Van der Voort stellte dabei aber klar, dass er offiziell weder Manager noch Betreuer von Van Gerwen ist. „Ich gebe ihm Ratschläge und versuche, ihm zu helfen, wo ich kann. Wir sind einfach Freunde untereinander.“
Dennoch schwingt in seinen Worten eindeutig Besorgnis mit. „Es ist nicht so, dass er jetzt Dinge tut, bei denen ich sage: Ja, okay, an diesen Ansatz glaube ich.“
Laut Van der Voort bleibt es am Ende die Verantwortung von Van Gerwen selbst. „Es ist seine Karriere. Er wird an seinen Leistungen gemessen, nicht ich.“
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