World-Grand-Prix-Qualifikationsrennen vor dem Endspurt: Niko Springer auf Quali-Kurs, Martin Schindler muss um Teilnahme bangen

PDC
durch Nic Gayer
Dienstag, 04 August 2026 um 12:15
Springer_Schindler
Mit dem World Grand Prix steht nach dem World Matchplay bereits das nächste große Ranglistenturnier der PDC auf dem Programm. Vom 28. September bis zum 4. Oktober treten in der Mattioli Arena in Leicester die jeweils 16 besten Spieler der PDC Order of Merit und der Pro Tour Order of Merit gegeneinander an. Gespielt wird im besonderen Double-In-, Double-Out-Format.
Bis zur endgültigen Entscheidung stehen lediglich noch drei Turniere der European Tour und zwei Players Championships an. Das Teilnehmerfeld nimmt deshalb bereits klare Konturen an. Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick vor allem auf Niko Springer und Martin Schindler, die über die Pro-Tour-Rangliste weiterhin um ihre Startplätze kämpfen.

Die Top-16 der Weltrangliste sind sicher qualifiziert

Wie gewohnt erhalten die besten 16 Spieler der regulären PDC Order of Merit einen gesetzten Platz beim World Grand Prix. Damit sind zahlreiche prominente Namen bereits sicher in Leicester dabei. Angeführt wird das Feld von Luke Littler, der weiterhin das außergewöhnliche Ziel verfolgt, sämtliche PDC-Majors innerhalb eines Kalenderjahres zu gewinnen. Auch Luke Humphries, Gian van Veen, Gerwyn Price und Jonny Clayton haben ihre Tickets bereits sicher.
Luke Littler mit der Phil Taylor Trophy.
Luke Littler führt das Teilnehmerfeld beim World Grand Prix an und jagt weiter das außergewöhnliche Ziel, alle PDC-Majors eines Kalenderjahres zu gewinnen.
Michael van Gerwen wird ebenfalls erneut beim World Grand Prix antreten. Trotz seines enttäuschenden Abschneidens beim World Matchplay, bei dem er in der zweiten Runde ausschied und anschließend auf Rang sieben der Weltrangliste zurückfiel, liegt der Niederländer weiterhin komfortabel innerhalb der Qualifikationsplätze.
Ein gutes Ergebnis in Leicester käme van Gerwen besonders gelegen. Vor zwei Jahren war er bereits in der ersten Runde gescheitert, sodass er bei der diesjährigen Ausgabe mit einem tiefen Lauf wichtige Plätze in der Weltrangliste gutmachen könnte.
Auch Danny Noppert und Wessel Nijman sind als Nummer elf und zwölf der Order of Merit sicher für das Turnier qualifiziert. Noppert verbindet besonders gute Erinnerungen mit dem World Grand Prix: Sowohl 2021 als auch im vergangenen Jahr erreichte er das Halbfinale.
Nijman spielt unterdessen ein starkes Jahr und gilt schon seit geraumer Zeit als mögliches Dark Horse bei den großen Major-Turnieren. In der Mattioli Arena könnte sich für ihn nun die Gelegenheit bieten, sein Potenzial auch auf einer der bedeutendsten PDC-Bühnen unter Beweis zu stellen.
Über die PDC Order of Merit wären derzeit außerdem James Wade, Josh Rock, Gary Anderson, Stephen Bunting, Ryan Searle, Chris Dobey, Nathan Aspinall und Ross Smith qualifiziert. Lediglich Dobey, Aspinall und Smith könnten theoretisch noch aus den Top-16 herausfallen. In diesem Fall würden sie sich voraussichtlich dennoch über die Pro Tour Order of Merit einen Startplatz sichern.

Niko Springer auf Grand-Prix-Kurs

Weitere 16 Tickets werden über die Pro Tour Order of Merit vergeben. An deren Spitze steht aktuell Luke Woodhouse mit 157.000 Pfund Preisgeld, dicht gefolgt von Kevin Doets, der 152.500 Pfund erspielt hat.
Woodhouse fehlen zudem lediglich 21.750 Pfund auf Ross Smith in der regulären Weltrangliste. Mit guten Ergebnissen bei den noch ausstehenden Turnieren der European Tour könnte er deshalb sogar noch in die Top-16 der PDC Order of Merit vorstoßen. Unabhängig davon können Woodhouse und Doets bereits fest mit ihrer Teilnahme am World Grand Prix planen.
Das gilt ebenfalls für Jermaine Wattimena, der mit 134.750 Pfund den dritten Platz der Pro-Tour-Rangliste belegt. Auch der Niederländer besitzt noch Chancen, sich direkt über die reguläre Order of Merit zu qualifizieren. Sein Rückstand auf Ross Smith beträgt lediglich 5.000 Pfund. Sein Startplatz in Leicester ist somit ebenfalls nicht mehr ernsthaft gefährdet.
Auch Krzysztof Ratajski, Andrew Gilding, Damon Heta, Rob Cross, Niels Zonneveld, William O'Connor und Dirk van Duijvenbode befinden sich derzeit in einer komfortablen Ausgangsposition.
Deutlich spannender wird es ab Rang elf. Ryan Joyce steht aktuell bei 86.750 Pfund, kann sich seiner Teilnahme jedoch noch nicht vollkommen sicher sein. Hinter ihm liegen mehrere Spieler eng beieinander, weshalb in den letzten Turnieren noch zahlreiche Verschiebungen möglich sind.
Cameron Menzies, Cristo Reyes, der Deutsche Niko Springer, Sebastian Bialecki und Dave Chisnall belegen momentan die Plätze zwölf bis 16. Zwischen Menzies und Chisnall liegen gerade einmal 3.000 Pfund.
Damit befindet sich Springer derzeit auf einem der begehrten Qualifikationsplätze. Zudem hat sich der Deutsche für die kommenden drei Turniere der European Tour qualifiziert und erhält damit mehrere Gelegenheiten, seinen Platz abzusichern oder sich in der Rangliste weiter nach vorne zu arbeiten.
Niko Springer in Aktion.
Niko Springer befindet sich vor den letzten Qualifikationsturnieren auf Kurs für seine Teilnahme am World Grand Prix in Leicester.
Besonders Sebastian Bialecki und Dave Chisnall müssen um ihre Teilnahme bangen. Während Menzies, Reyes und Springer bei allen drei verbleibenden European-Tour-Turnieren antreten werden, sind Bialecki und Chisnall jeweils nur für eines dieser Events qualifiziert. Ihre Möglichkeiten, zusätzliches Preisgeld zu erspielen, fallen dadurch deutlich geringer aus.

Auch Martin Schindler darf weiter hoffen

Als aussichtsreichster Verfolger gilt derzeit Joe Cullen. „The Rockstar“ steht bei 77.250 Pfund und liegt damit lediglich 1.000 Pfund hinter Chisnall. Da Cullen bereits für alle drei ausstehenden Turniere der European Tour gesetzt ist, besitzt er gegenüber Bialecki und „Chizzy“ einen erheblichen Vorteil.
Auch Kim Huybrechts, Karel Sedlacek und Martin Schindler dürfen weiterhin auf die Qualifikation hoffen. Huybrechts und Sedlacek werden allerdings jeweils nur noch bei einem European-Tour-Turnier antreten und benötigen dort deshalb zwingend ein starkes Ergebnis.
Schindler befindet sich dagegen in einer deutlich besseren Ausgangslage. Deutschlands Nummer eins wird alle drei verbleibenden Events bestreiten und erhält damit mehrere Chancen, den Rückstand auf die aktuellen Qualifikationsplätze aufzuholen. Der Deutsche bleibt bei einem aktuellen Rückstand von 10.250 Pfund ein ernsthafter Kandidat für das Teilnehmerfeld in Leicester.
Auch Beau Greaves sollte im Rennen um die letzten Tickets noch nicht abgeschrieben werden. Die frischgebackene Siegerin des Women's World Matchplay scheint rechtzeitig ihre beste Form erreicht zu haben und qualifizierte sich über die Tour-Card-Holder-Qualifikation für alle drei kommenden European-Tour-Turniere.
Sollte Greaves dort mehrere Partien gewinnen, könnte sie noch kurzfristig in die besten 16 der Pro Tour Order of Merit vorrücken. Damit würde sie ihr Debüt beim World Grand Prix feiern.

Titelgewinner von 2024 fehlt im Aufgebot

Einige prominente internationale Spieler können ihre Hoffnungen bereits begraben. Der wohl auffälligste Name ist Mike De Decker. Der Belgier befindet sich aktuell weit von seiner Bestform entfernt und wird das prestigeträchtige Major-Turnier verpassen.
Für „The Real Deal“ dürfte das erhebliche Auswirkungen auf seine Position in der Weltrangliste haben. Vor zwei Jahren hatte De Decker den World Grand Prix überraschend gewonnen. Das damals erspielte Preisgeld fällt nun aus seiner Wertung, ohne dass er die Chance erhält, es in Leicester zu verteidigen.
Auch Michael Smith wird zum zweiten Mal in Folge nicht beim World Grand Prix antreten. Bereits im vergangenen Jahr zählte der Weltmeister von 2023 zu den prominentesten Abwesenden. Auch diesmal ist es „Bully Boy“ nicht gelungen, sich einen Platz im Teilnehmerfeld zu sichern.
Weitere bekannte Namen wie Peter Wright, Raymond van Barneveld und Dimitri van den Bergh befinden sich ebenfalls nicht annähernd in Reichweite der Qualifikationsplätze.

Qualifikationsrennen World Grand Prix (Stand: 04.08.2026)

PDC Order of Merit (Top-16 qualifizieren sich)

RangSpielerPreisgeld (in Einheiten von £1,000)
1 Luke Littler 3089.5
2 Luke Humphries 978.5
3 Gian van Veen 972.75
4 Gerwyn Price 713
5 Jonny Clayton 664
6 James Wade 626.25
7 Josh Rock 602.5
8 Michael van Gerwen 587.5
9 Gary Anderson 579.25
10 Stephen Bunting 578.25
11 Danny Noppert 576.75
12 Wessel Nijman 551.75
13 Ryan Searle 546.75
14 Chris Dobey 525
15 Nathan Aspinall 522.75
16 Ross Smith 501.75
17 Jermaine Wattimena 496.75
18 Luke Woodhouse 480
19 Krzysztof Ratajski 421.5
20 Dirk van Duijvenbode 408.75
21 Rob Cross 406.5
22 Damon Heta 403.75
23 Martin Schindler 397.25
24 Mike De Decker 394
25 Ryan Joyce 383.75
26 Cameron Menzies 350
27 Andrew Gilding 347.25
28 Kevin Doets 338.25
29 Daryl Gurney 323.5
30 Joe Cullen 294.5
31 Ritchie Edhouse 284.75
32 Dave Chisnall 281.75
33 Ricardo Pietreczko 258.75
34 Michael Smith 244.25
35 Niels Zonneveld 243.25
36 William O'Connor 241.5
37 Peter Wright 240
38 Niko Springer 217
39 Martin Lukeman 193.75
40 Justin Hood 189
41 Raymond van Barneveld 188.5
42 Mickey Mansell 186.25
43 Callan Rydz 185
44 Dimitri Van den Bergh 178
45 Madars Razma 177.75
46 Jeffrey de Graaf 176.75
47 Connor Scutt 170.25
48 James Hurrell 168.25
49 Gabriel Clemens 166.75
50 Ricky Evans 164
51 Kim Huybrechts 158.5
52 Scott Williams 156.25
53 Brendan Dolan 155.75
54 Mensur Suljovic 150.75
55 Karel Sedlacek 146.5
56 Ian White 145.5
57 Sebastian Bialecki 145
58 Keane Barry 141
59 Richard Veenstra 133.75
60 Alan Soutar 124.5
61 Rob Owen 123.75
62 Lukas Wenig 119.75
63 Ryan Meikle 119
64 Bradley Brooks 111.75

PDC Pro Tour Order of Merit (Top-16 qualifizieren sich)

RangSpielerPreisgeld (in Einheiten von £1,000)
1 Luke Woodhouse 157
2 Kevin Doets 152.5
3 Jermaine Wattimena 134.75
4 Krzysztof Ratajski 134
5 Andrew Gilding 116
6 Damon Heta 99.75
7 Rob Cross 96
8 Niels Zonneveld 95.75
9 William O'Connor 94.75
10 Dirk van Duijvenbode 91.75
11 Ryan Joyce 86.75
12 Cameron Menzies 81.25
13 Cristo Reyes 80
14 Niko Springer 78.75
15 Sebastian Bialecki 78.5
16 Dave Chisnall 78.25
17 Joe Cullen 77.25
18 Kim Huybrechts 71.5
19 Karel Sedlacek 71.25
20 Martin Schindler 68
21 Beau Greaves 66.25
22 Jeffrey de Graaf 62
23 Daryl Gurney 61
24 Richard Veenstra 59.25
25 Maik Kuivenhoven 58
26 Max Hopp 57.25
27 Mickey Mansell 56
28 Gabriel Clemens 54.5
29 Rob Owen 51.5
30 Justin Hood 51
31 Madars Razma 50.75
32 Michael Smith 50.5
33 Connor Scutt 50
34 Tom Bissell 48.5
35 Tom Sykes 48
36 Mario Vandenbogaerde 45.75
37 Mensur Suljovic 45.75
38 Keane Barry 45.5
39 Callan Rydz 44.5
40 Christian Kist 44
41 Mike De Decker 42.75
42 Ritchie Edhouse 41
43 Joe Hunt 40.75
44 Brendan Dolan 40.75
45 James Hurrell 40.5
46 Darryl Pilgrim 40
47 Ian White 39.25
48 Lukas Wenig 38.75
49 Bradley Brooks 38.25
50 Charlie Manby 38.25
51 Alan Soutar 38
52 Ricky Evans 37
53 Jim Long 36.75
54 Cam Crabtree 35.25
55 Darius Labanauskas 34.25
56 Wesley Plaisier 32.5
57 Jimmy van Schie 32
58 Peter Wright 31.25
59 Ricardo Pietreczko 31
60 Andy Boulton 30
61 Alexander Merkx 29.25
62 David Sharp 28.75
63 Thibault Tricole 28.25
64 Raymond van Barneveld 28
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