Niels Zonneveld hat im deutschen Göttingen bei der
European Darts Trophy einen der größten Siege seiner Karriere gefeiert. Der Niederländer bezwang niemand Geringeren als
Michael van Gerwen, obwohl der dreifache Weltmeister selbst einen Average von über 107 spielte. Zonneveld blieb eiskalt und warf selbst einen beeindruckenden Average von 104,46 – gut für den historischen ersten Sieg gegen „Mighty Mike“.
Nach seinem Erfolg gegen Van Gerwen in der zweiten Runde der
European Darts Trophy konnte Zonneveld sein Glück kaum fassen. Der Sieg fühlte sich für ihn wie eine wichtige Bestätigung seiner eigenen Fähigkeiten an.
„Was soll ich sagen? Du hast vollkommen recht“, reagierte Zonneveld direkt nach dem Match. „Ich bin unglaublich glücklich über diesen Sieg. Ich denke, ich habe das auch gebraucht. Ich bin an einem Punkt in meiner Karriere, an dem ich weiß, dass ich es kann, aber es auf so einer Bühne auch tatsächlich zu zeigen, macht mich wirklich sehr froh.“
Duell auf außergewöhnlichem Niveau
Die Partie zwischen Zonneveld und Van Gerwen war eine auf außergewöhnlich hohem Niveau. Beide Niederländer lieferten Darts der Spitzenklasse, wobei die Scoring-Power auf beiden Seiten beeindruckte. Mit seinem Average von 107 zeigte Van Gerwen, dass er eigentlich in guter Form ist, doch Zonneveld stand dem kaum nach.
Mehr noch: Mit einem Average von 104,46 hielt er mit einem der besten Spieler aller Zeiten Schritt und schlug in den entscheidenden Momenten zu. Für Zonneveld fühlte sich während des Matches alles genau richtig an.
„Ich habe wirklich sehr gut gespielt“, sagte er. „Ich fühlte mich auf der Bühne extrem wohl und war hochkonzentriert. Alles schien zusammenzupassen.“
Diese Fokussierung war am Ende ausschlaggebend. Gegen einen Spieler wie Van Gerwen weiß man, dass es kaum Raum für Fehler gibt. Dennoch gelang es Zonneveld, sein eigenes Spiel durchzuziehen und sich nicht von der Reputation seines Gegners beeindrucken zu lassen.
Averages? Daran dachte er nicht
Auffällig war, dass Zonneveld sich während des Spiels überhaupt nicht mit Statistiken oder Averages beschäftigte. Während Publikum und Analysten über die hohen Zahlen auf dem Scoreboard staunten, blieb der Niederländer ganz in seiner eigenen Blase.
„Natürlich freue ich mich über solche Averages“, gab er zu, als man ihn nach dem Match auf seinen Wert ansprach. „Aber während der Partie denke ich darüber überhaupt nicht nach. Ich versuche einfach, mein eigenes Spiel zu spielen und bei jeder Aufnahme fokussiert zu bleiben.“
Diese Mentalität scheint
Zonneveld derzeit sehr zu helfen. Der Spieler hatte bereits zuvor betont, dass er sich in letzter Zeit sehr gut fühlt und seine Form klar ansteigt. Der Sieg über Van Gerwen scheint dieses Gefühl nur zu bestätigen.
Niels Zonneveld trifft in der dritten Runde auf Jermaine Wattimena
Historischer Sieg
Der Erfolg hat zudem besondere Bedeutung, da Zonneveld Van Gerwen bislang noch nie geschlagen hatte. In früheren Duellen hatte der Brabander stets die Oberhand behalten, doch in Göttingen gelang es Zonneveld endlich, den Bann zu brechen.
Lange kann Zonneveld seinen Sieg jedoch nicht genießen. In der nächsten Runde wartet nämlich erneut ein unangenehmer Gegner: Jermaine Wattimena.
Auch gegen „The Machine Gun“ spricht die Bilanz historisch nicht für Zonneveld. Von ihren sieben bisherigen Aufeinandertreffen gewann Wattimena gleich sechs. Dennoch hofft Zonneveld, dass Göttingen für ihn der Ort wird, an dem er eine weitere negative Statistik korrigieren kann. „Ich hoffe es“, sagte er mit einem Lächeln, als er auf seine schwächere Bilanz gegen Wattimena hingewiesen wurde. „Hoffentlich steht das Publikum hier auch hinter mir.“
Die Atmosphäre im deutschen Darts-Tempel spielte seinen Angaben nach eine wichtige Rolle beim Sieg über Van Gerwen. Das Publikum reagierte begeistert auf das hohe Niveau beider Spieler und gab Zonneveld spürbar Energie.