Die Samstagabendsession der
European Darts Trophy 2026 in der Göttinger Lokhalle bot hochklassigen Sport, Überraschungen und aus deutscher Sicht zumindest ein Happy End. Während Martin Schindler und Paul Krohne ihre Zweitrundenpartien verloren, sorgte
Niko Springer mit einem starken Auftritt gegen Stephen Bunting für den emotionalen Höhepunkt des Abends. Der Mainzer steht damit als einziger deutscher Spieler im Achtelfinale.
Vor allem Springer ließ die Fans jubeln. Der 24-Jährige zeigte gegen Premier-League-Star Stephen Bunting Nervenstärke und setzte sich in einem intensiven Match bei der
European Darts Trophy mit 6:5 durch. Es war eine Partie auf hohem Niveau, in der beide Spieler konstant stark scorten. Springer behielt im Entscheidungsleg die Kontrolle und nutzte schließlich seinen Matchdart zum stark umjubelten Sieg.
Deutsche Hoffnungen ruhen auf Springer
Dabei begann der Abend für das deutsche Trio noch gemischt. Paul Krohne eröffnete die Session gegen den nordirischen Topspieler Josh Rock und hielt lange gut mit. Der Münsteraner zeigte vor allem im mittleren Teil der Partie starke Momente und glich zwischenzeitlich zum 4:4 aus. Ein starkes Break in elf Darts brachte ihn sogar in eine aussichtsreiche Position. Doch Rock reagierte sofort mit einem eigenen 11-Dart-Rebreak und sicherte sich wenig später den 6:4-Erfolg. Krohne überzeugte dennoch und zeigte, dass er auf diesem Niveau mithalten kann und mit ihm in Zukunft zu rechnen sein wird.
Niko Springer trifft im Achtelfinale auf Ross Smith
Im Anschluss betrat mit Martin Schindler die deutsche Nummer eins die Bühne. Gegen Richard Veenstra entwickelte sich ein offenes Duell, in dem Schindler zwischenzeitlich das Momentum auf seiner Seite hatte. Drei gewonnene Legs in Serie brachten den Strausberger mit 3:2 in Führung. Doch Veenstra konterte mit konstantem Scoring und setzte schließlich den entscheidenden Nadelstich. Ein starkes 111er-Finish brachte dem Niederländer die 5:3-Führung, ehe er kurz darauf den 6:4-Sieg perfekt machte. Für Schindler endete damit der erste Heimauftritt der Saison vorzeitig.
Die deutschen Hoffnungen ruhten danach komplett auf Niko Springer – und der Youngster lieferte. Schon früh zeigte der Mainzer, dass er mit dem In-Form Bunting mithalten kann. Ein starkes 97er-Checkout brachte ihm sein erstes Leg, wenig später hielt er auch unter Druck mehrere wichtige Anwurflegs. Besonders beeindruckend war Springers Timing: Als Bunting mehrfach auf ein Break lauerte, konnte der Deutsche immer wieder sein starkes Timing im Checkoutbereich unter Beweis stellen.
In der Schlussphase wurde das Spiel dramatisch. Nachdem Bunting noch einmal ausglich, ging Springer mit einem starken 13-Darter erneut in Führung. Der Engländer rettete sich zwar ins Entscheidungsleg, doch dort blieb Springer nervenstark und nutzte seinen Vorteil beim Anwurf zum 6:5-Erfolg.
Überraschung des Abends: Zonneveld wirft van Gerwen raus
Auch abseits der deutschen Partien bot der Abend einige spektakuläre Geschichten. Die größte Überraschung gelang Niels Zonneveld. Der Niederländer bezwang den dreifachen Weltmeister
Michael van Gerwen klar mit 6:2. Besonders beeindruckend: Zonneveld spielte selbst einen Average über 104 Punkte und zeigte eine starke Doppelquote. Trotz eines 107er Averages musste van Gerwen damit bereits früh die Segel streichen.
Ebenfalls souverän präsentierte sich Gerwyn Price. Der Waliser dominierte sein Match gegen Joe Cullen mit einem Average von über 106 Punkten und gewann verdient mit 6:2. Price überzeugte vor allem mit gnadenloser Konsequenz, sobald ihm der Gegner durch Doppelfehler eine Möglichkeit zu Leggewinn gab.
Für einen weiteren deutschsprachigen Glücksmoment sorgte zudem Mensur Suljović. Der Österreicher drehte sein Match gegen Karel Sedlacek nach einem 2:4-Rückstand und gewann vier Legs in Serie zum 6:4-Erfolg. Ein starkes 116er-Finish zum Abschluss besiegelte die Aufholjagd.
Der niederländische WM-Finalist Gian van Veen zeigte derweil seine Klasse mit einem deutlichen 6:1-Sieg gegen Krzysztof Ratajski. Ein spektakuläres 149er-Finish gehörte zu den Highlights dieser Partie.
Zum Abschluss der Session setzte sich Kevin Doets mit 6:4 gegen den Engländer Cameron Crabtree durch und komplettierte damit das Achtelfinalfeld.
Während einige große Namen überraschend früh die Segel streichen mussten, richtet sich der deutsche Blick nun vollständig auf Niko Springer. Der Mainzer ist am morgigen Finaltag der European Darts Trophy der letzte verbliebene deutsche Vertreter.