„Man sieht, dass ihm das Selbstvertrauen fehlt“ – Vincent van der Voort erkennt bei Dimitri Van den Bergh dennoch Fortschritte

PDC
durch Nic Gayer
Freitag, 13 März 2026 um 15:00
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Der freie Fall von Dimitri Van den Bergh in der PDC-Weltrangliste sorgt derzeit für große Diskussionen. Dennoch erkennt der niederländische Ex-Profi Vincent van der Voort erste kleine Anzeichen einer möglichen Verbesserung.
Im Podcast Darts Draait Door sprach der heutige Experte ausführlich über die schwierige Phase des Belgiers. Van den Bergh ist in der Rangliste deutlich abgerutscht und konnte in dieser Saison bislang kaum Ergebnisse vorweisen.

Erste positive Signale

Van den Bergh verlor zuletzt erneut Ranglistenpunkte und befindet sich inzwischen außerhalb der Top-32 der Welt. Trotzdem erkannte van der Voort im Match des Belgiers gegen Danny Noppert bei den UK Open 2026 einige positive Ansätze.
Dimitri Van den Bergh steckt derzeit in einer schwierigen Phase – laut Vincent van der Voort fehlt dem Belgier vor allem das Selbstvertrauen
Dimitri Van den Bergh steckt derzeit in einer schwierigen Phase – laut Vincent van der Voort fehlt dem Belgier vor allem das Selbstvertrauen
„In seinem Spiel gegen Noppert sah ich einige Ansatzpunkte“, erklärte er. „Vom Rhythmus her sah es besser aus. Er hat seinen Wurf verändert, und das war deutlich zu sehen. Es wirkte für ihn komfortabler als zuvor.“
Nach Ansicht des Niederländers liegt das größte Problem derzeit im fehlenden Selbstvertrauen des ehemaligen UK-Open-Champions.
„Er hat im Moment einfach null Selbstvertrauen. Vielleicht sogar unter null. Und wenn du dann in der ersten Runde gleich Danny Noppert bekommst, ist das einfach eine schwierige Aufgabe. Das ist jemand, der bei TV-Turnieren fast immer das Viertelfinale oder mehr erreicht. Dann läuft es einfach nicht für dich.“
Van den Bergh war zuletzt selten auf den großen TV-Bühnen zu sehen und hinterließ bei der Weltmeisterschaft keinen guten Eindruck.
„Das war schrecklich“, sagte van der Voort über den Auftritt des Belgiers bei der WM. „Aber jetzt hat man gesehen, dass sein Wurf anders war. Man sieht, dass er kein Vertrauen hat, aber es gibt dennoch Anknüpfungspunkte. Er scheint sich mit seinem Wurf wohler zu fühlen als noch vor ein paar Monaten.“
Nach seiner Einschätzung liegt der Schlüssel zur Verbesserung nicht allein im Training. Viel wichtiger sei es, wieder Matches zu gewinnen – selbst wenn das zunächst auf niedrigerem Niveau geschieht.
„Dann ist es eine Frage von viel trainieren und Spiele gewinnen. Vielleicht sollte er lokale Turniere spielen. Einfach Spiele gewinnen gegen Spieler, die nicht so viel können. Das klingt komisch, aber das gibt ein gutes Gefühl.“

Eigene Erfahrungen aus schwierigen Phasen

Der ehemalige UK-Open-Finalist kennt solche Situationen aus eigener Karriere sehr gut. Auch er geriet einst in eine längere Negativserie.
„Ich hatte selbst auch eine Phase, in der ich sieben Pro Tours in Folge in der ersten Runde verloren habe. Dann gehst du zur nächsten nicht rein mit dem Gefühl, dass du mal eben alle wegfegst. Bei jedem Doppel bist du unsicher. Alles wird schwieriger. Das kann sich nur ändern, indem du Spiele gewinnst.“
Genau darin sieht van der Voort aktuell das Hauptproblem bei Van den Bergh. Auf der Pro Tour sei das Niveau so hoch, dass es schwer ist, dort plötzlich wieder Selbstvertrauen zu gewinnen.
„Auf der Pro Tour wird er im Moment nicht viele Spiele gewinnen. Also muss er es sich woanders holen. Geh irgendwo ein kleines Turnier spielen, gewinne ein paar Runden und bau es wieder auf.“

Mehr Dartspieler in Schwierigkeiten

Van den Bergh ist laut Van der Voort nicht der einzige bekannte Name, der derzeit Probleme hat. Auch Raymond van Barneveld steht in der Rangliste schlecht da und könnte sogar die Qualifikation für die Weltmeisterschaft verpassen.
„Wenn du auf das WM-Rennen schaust, erschrickst du. Van Barneveld steht auch nicht gut da. Das sind schon ernsthafte Probleme.“
Nach Ansicht des Niederländers spielen bei erfahrenen Spielern oft andere Faktoren eine Rolle als bei jungen Talenten. Das Talent ist weiterhin vorhanden, doch manchmal fehlt die nötige Schärfe oder die absolute Bereitschaft, alles dafür zu investieren.
Dabei erinnerte er sich an ein Interview von Peter Wright, das ihn besonders überraschte.
„Ich habe dieses Interview mit Peter Wright gesehen, und da bin ich wirklich nach hinten umgefallen“, sagte van der Voort. „Er sagt, dass er bei 49 Titeln steht und noch ein paar gewinnen will, dass er bei 55 aufhören will und vielleicht noch einen Grand Prix oder Grand Slam holen möchte. Da denke ich: Wovon redest du? Davon ist er im Moment so weit weg.“
Van der Voort stellt jedoch klar, dass diese Aussage keine Kritik an Wrights Karriere sein soll. Vielmehr zeige sie, wie schwierig es geworden ist, sich dauerhaft an der Weltspitze zu behaupten.
„Das meine ich nicht böse, denn er hat eine großartige Karriere gehabt. Zweimal Weltmeister, Matchplay gewonnen, World Cup, EM, Nummer eins der Welt. Das ist eine Karriere, vor der man nur Respekt haben kann. Aber im Moment wirkt es weit entfernt.“

Entscheidung über Karriereende liegt beim Spieler

Trotz aller Schwierigkeiten betont van der Voort, dass letztlich nur die Spieler selbst über ihre Zukunft entscheiden können.
„Was er aber richtig sagt: Die Leute rufen, er solle aufhören, aber das entscheidet er selbst. Wenn er noch Spaß daran hat, soll er einfach weitermachen. Das ist seine Entscheidung.“
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