„Damit durften wir nicht einmal ins Flugzeug“ – Charlie Manby enthüllt bemerkenswerte Geschichte über Luke Littler
PDC
Lange bevor Luke Littler zum Weltmeister aufstieg und einer der prägendsten Namen des modernen Darts wurde, galt er bereits als auffälliges Talent im englischen Jugendcircuit. Charlie Manby erlebte ihn damals aus nächster Nähe. Der Engländer, der inzwischen selbst auf höchstem Niveau durchgebrochen ist, blickte im Podcast Tops and Tales gemeinsam mit PDC-Referee Huw Ware auf ihre gemeinsamen Jugendjahre zurück. Dabei kam auch eine bemerkenswerte Episode ans Licht über einen riesigen Pokal, den Littler und seine Teamkollegen nach einem erfolgreichen Jugendturnier mit nach Hause nehmen mussten.
Manby bildete beim Europe Cup Youth zusammen mit Littler, Thomas Banks und Archie Self das englische Team. Das Quartett spielte ein außergewöhnlich starkes Turnier. Littler gewann das Einzel, während Manby und Banks das Doppel für sich entschieden. Laut Manby schlugen sie auf dem Weg dorthin sogar Littler und Self.
Die größte Herausforderung folgte jedoch erst nach dem Turnier. Die Trophäe als Hauptpreis war derart groß, dass die Engländer kaum wussten, wie sie sie nach Hause schaffen sollten. „Wir konnten damit nicht einmal ins Flugzeug“, erzählt Manby.
Schließlich entschieden sie, den Pokal als Handgepäck mitzunehmen. Littlers Vater bekam dabei eine besondere Aufgabe: Er hielt die gigantische Trophäe während des gesamten Flugs zwischen den Beinen fest. „Es war einfach seltsam“, blickt Manby zurück. „Aber es war auch richtig witzig. Teil dieses Teams zu sein, war einfach irre.“
Laut Manby war das englische Jugendteam zudem mit außergewöhnlich viel Talent gespickt. Ihm war schon damals klar, dass er mit Spielern unterwegs war, denen später eine große Zukunft bevorstehen konnte. „Du schautest dich um und standest in einem Saal mit den besten Dartspielern deines Alters. Das Niveau war schlicht nicht normal.“
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Littler war alles andere als still
Manby kennt Littler – der vergangenen Monat seinen Titel beim World Matchplay erfolgreich verteidigte – seit sie etwa zwölf oder dreizehn Jahre alt waren. Sie trafen regelmäßig bei der JDC und diversen englischen Jugendturnieren aufeinander. Obwohl Littler heute von vielen als ruhig oder verschlossen beschrieben wird, hat Manby ein anderes Bild. „Leute sagen, er sei ein bisschen still, wenn man ihn jetzt trifft. Aber wenn du ihn erst einmal kennst, ist er einfach ein normaler Kerl wie jeder andere.“
Gleichzeitig erkannte Manby früh, dass Littler etwas hatte, das ihn vom Rest abhob. Mit rund vierzehn Jahren setzte sich der junge Engländer immer deutlicher bei den Erwachsenen durch. Auch bei WDF-Turnieren zeigte er, dass ihn ältere und erfahrenere Gegner nicht beeindruckten. „Ob auf der Bühne, auf dem Floor oder vor den Kameras, du wusstest einfach, dass er jedes Mal liefern würde.“
Diese Entwicklung beschleunigte sich rasant. Littler wurde zur internationalen Sensation und krönte sich schließlich zum Weltmeister. Für Manby bedeutete das nicht, dass seine eigene Ambition kleiner wurde. Im Gegenteil, er bekam die Chance, sich direkt mit Littler zu messen.

Luke Littler gewann vergangenen Monat zum zweiten Mal in Folge die World Matchplay
Beinahe die Sensation
Beim World Youth Championship 2025 standen sich die beiden Jugendfreunde gegenüber, kurz nachdem Littler seinen ersten Weltmeistertitel geholt hatte. Manby war einer Überraschung bemerkenswert nah. Er führte mehrfach und lag nacheinander 2-0, 3-1 und 4-2 vorn.
Zudem lag das Niveau außergewöhnlich hoch. Beide Spieler notierten ein average von über 100. Dennoch zeigte Littler erneut im entscheidenden Moment seine Klasse. Beim Stand von 5-5 hatte Littler nach zwölf Darts noch 80 Rest. Manby bekam anschließend selbst die Chance auf 130, verfehlte jedoch die Bull. Dadurch erhielt Littler die Gelegenheit, das Match doch noch zuzumachen.
Er traf zweimal die Zwanzig, woraufhin seine Darts den idealen Weg zur Doppel 20 scheinbar blockierten. Manby dachte, dass Littler dadurch nicht mehr an die Doppel herankäme. „Ich dachte: Da kriegt er nie wieder einen dazwischen.“
Doch wie so oft fand Littler dennoch eine Lösung. „Und er ging einfach mitten durch. Doppel Top.“
Genau dieses Timing zählt laut Manby zu Littlers größten Stärken. Wenn in einem Schlüsselmoment eine 180 oder ein wichtiger Checkout nötig ist, scheint der Engländer sie einfach zu produzieren.
Dass Manby heute selbst die Konkurrenz mit Littler aufnehmen muss, sieht er daher nicht als Problem. Im Gegenteil, es liefert ihm zusätzliche Motivation. „Es ist gut, eine Rivalität mit jemandem zu haben.“
Die beiden kennen sich seit ihren Teenagerjahren und haben schon viel gemeinsam erlebt. Von Jugendturnieren und einem viel zu großen Pokal im Flugzeug bis zu direkten Duellen auf höchstem Niveau: Die freundschaftliche Rivalität zwischen Manby und Littler ist noch lange nicht am Ende.

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026







