Michael van Gerwen kehrt auf die große Dartbühne zurück. Nach einem Monat Auszeit nimmt der dreifache Weltmeister in dieser Woche an der World Series of Darts in New York teil – ein Comeback, das mehr ist als nur sportlicher Neustart.
Der 36-jährige Niederländer hatte sich nach dem enttäuschenden Aus in der Premier League im Mai – eine 4-6-Niederlage gegen Nathan Aspinall besiegelte das Playoff-Aus – bewusst für eine Pause entschieden. Im Vordergrund stand sein Privatleben: die Trennung von seiner langjährigen Partnerin Daphne und die volle Konzentration auf seine beiden Kinder Zoë (7) und Mike (5).
„Alles ist jetzt ein bisschen unter Kontrolle“, sagte van Gerwen im Interview mit Sportnieuws.nl. „Ich habe wieder Platz in meinem Kopf, um an das Oche zurückzukehren. Darts auf höchstem Niveau ist das, was ich am liebsten mache.“
"Darts auf höchstem Niveau ist das, was ich am liebsten mache" - Michael van Gerwen
Dass diese Rückkehr nicht nur physisch, sondern auch mental Bedeutung hat, betont van Gerwen deutlich. „Jeder weiß, dass es eine sehr ereignisreiche Zeit für mich war. Aber man kann nicht in der Vergangenheit verweilen. Ich muss weitermachen, wieder arbeiten – und vor allem wieder Freude an dem finden, was ich tue.“
Zum öffentlichen Interesse an seiner Trennung äußert sich der Weltmeister von 2014 bewusst zurückhaltend. „Viele Leute fragen mich Dinge, aber das ist eine private Angelegenheit. Niemand hat damit etwas zu tun. Was die Leute darüber denken, hat keinen Einfluss auf mich. Das Wichtigste für mich ist, dass es meinen Kindern gut geht.“
Van Gerwen macht klar, dass er seinen eigenen Weg wählt, um mit der Situation umzugehen: „Ich bin alt und weise genug. Zoë und Mike sind mein Ein und Alles. Ich muss mich um sie kümmern – und das tue ich mit voller Überzeugung.“
Kein Platz für Boulevard
Die mediale Begleitung der letzten Wochen hat Spuren hinterlassen – zumindest in der Wahrnehmung. „Ob ich nach links oder rechts schaue, es ist überall in den sozialen Medien“, so van Gerwen. „Es ist eigentlich zu verrückt, um es in Worte zu fassen, aber es ist ein Teil davon. Was die Leute sagen, berührt mich nicht mehr. Das ist nicht der erste Sturm, den ich erlebt habe.“
Auch vor unangekündigten Besuchen machte die Berichterstattung keinen Halt. „Plötzlich standen sie von RTL Boulevard vor meiner Tür, während ich meine Kinder von der Schule abholte. Sie sagten, sie seien zufällig in der Gegend – ja, natürlich“, sagt van Gerwen mit einem Anflug von Ironie. „Was sie in Vlijmen machen? Keine Ahnung. Aber das ist mir auch ziemlich egal. Ich will nur das tun, was für mich am besten ist. Von dieser Position aus kann ich wieder große Dinge zeigen.“
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.