Für
Martin Schindler hatte die Niederlage gegen
Rob Cross bei der
Flanders Darts Trophy 2026 gleich doppelt bittere Folgen. Das 4:6 gegen den Weltmeister von 2018 ließ nicht nur seine letzten Hoffnungen auf die Qualifikation für den
World Grand Prix in Leicester schwinden. Anschließend musste sich Deutschlands langjähriges Aushängeschild auch noch ungewöhnlich deutliche Kritik von seinem Bezwinger gefallen lassen.
Cross stellte nach der Partie öffentlich Schindlers Nervenstärke infrage und erklärte, er habe während des Matches nicht mehr daran geglaubt, dass sich „The Wall“ noch einmal aufraffen und ein Comeback starten könne. Dabei wählte „Voltage“ teilweise harsche Worte – und führte Schindlers Leistung auch auf den Druck im Kampf um das Grand-Prix-Ticket zurück.
Schindler verpasst den World Grand Prix
In den vergangenen Jahren hatte sich Schindler meist ohne größere Probleme für den World Grand Prix qualifiziert. Entscheidenden Anteil daran hatten insbesondere seine starken Ergebnisse auf der European Tour. Zuletzt ist diese Form allerdings deutlich abgeebbt, Schindler zeigte sich häufiger verwundbar. Mittlerweile ist es Niko Springer, der zunehmend die deutsche Fahne auf der PDC-Tour hochhält.
Martin Schindler musste sich bei der Flanders Darts Trophy Rob Cross geschlagen geben und verpasst damit die Qualifikation für den World Grand Prix.
Dass ausgerechnet Schindler, der lange als deutsches Aushängeschild fungierte, diesmal die Qualifikation für den World Grand Prix verpasst hat, wirft Fragen auf. Cross nahm nach seinem Sieg kein Blatt vor den Mund und vertrat die Ansicht, dass sein deutscher Gegner unter Druck eingebrochen sei.
Mit dem 6:4-Erfolg sicherte sich Cross seinen Platz am Schlusstag der
Flanders Darts Trophy, an dem nun James Wade auf ihn wartet. Seine Kritik an Schindler begann bereits bei der Analyse des Spielverlaufs. Der Engländer erklärte, er habe während der Partie das Gefühl gehabt, dass sich Schindler nicht mehr aufbäumen und das notwendige Comeback schaffen würde. Deshalb sei er stets davon überzeugt gewesen, das Match letztlich für sich entscheiden zu können.
„Ja, natürlich. Ich hatte so eine Phase in der Mitte; Martin konnte nichts entgegensetzen, und ich fand, ich war der Aggressor im Spiel, weißt du. Ich habe in ein paar Legs so viele Darts auf Doppel verpasst, und ich sagte mir nur: ‚Schau, er wird sich nicht aufrichten; er ist, was er ist.‘ Ich bin froh über den Sieg, aber normalerweise ist es ein besseres Spiel“, sagte Cross nach dem Match im Bühneninterview mit Master of Ceremonies
Philip Brzezinski.
Cross stellt Schindlers Nervenstärke infrage
Mit seiner eigenen Vorstellung war Cross zwar ebenfalls nicht vollends zufrieden, umso glücklicher zeigte er sich jedoch darüber, in den entscheidenden Momenten seine Nervenstärke unter Beweis gestellt zu haben. Hätte Schindler seinerseits mehr davon gezeigt, wäre die Partie nach Einschätzung des Engländers möglicherweise völlig anders verlaufen.
Auf die Frage, ob ihn während des Matches Schindlers Kampf um einen Startplatz beim World Grand Prix beschäftigt habe, erklärte Cross, dass sein Gegner womöglich genau an diesem Druck zerbrochen sei. Er selbst müsse sich damit nun nicht mehr beschäftigen und könne zufrieden in den Finaltag gehen – mit der Gewissheit, die nächste Runde erreicht zu haben.
Für Schindler stehen dagegen entscheidende Monate bevor. Das Verpassen des Turniers in Leicester bedeutet den nächsten Dämpfer bei seinem Versuch, wieder an frühere Leistungen anzuknüpfen. Über lange Zeit hatte er sich gerade auf der Pro Tour als einer der stärksten Spieler hinter den absoluten Topstars etabliert. Diesmal gelang ihm jedoch nicht einmal die Qualifikation für das prestigeträchtige Double-Start-Turnier.
„Ja, nun, es ist, wie es ist. Ein halbwegs vernünftiges Leg, ein kontrolliertes Leg. Martins Scoring ging ins Nichts, und von da an habe ich einfach meine Eier gezeigt, weißt du. Ich habe mir die Führung geholt. Aber ich bin wirklich froh, dass Martin wahrscheinlich keine Nerven hat. Darüber bin ich sehr dankbar, denn das hat mir den Sieg ermöglicht.“
Cross legte anschließend noch einmal nach und brachte Schindlers Grand-Prix-Situation unmittelbar mit dessen Leistung in Verbindung: „Weißt du, es ist viel Druck, und deshalb hat er sich vielleicht so in die Hosen gemacht. Keine Ahnung, aber ich bin einfach froh, dass ich morgen dabei bin. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, danke.“