Die Entscheidung der Professional Darts Corporation,
Transgender-Spielerinnen künftig nicht mehr zum Frauencircuit zuzulassen, hat in der Dartszene für zahlreiche Reaktionen gesorgt. Auch die niederländische Legende Co Stompé zeigt sich vom neuen Kurs des Verbands überrascht und bezeichnet die Richtungsänderung als auffällig.
Der Verband erklärte, dass ab dem 09.04. ausschließlich biologisch geborene Frauen an den Frauenwettbewerben teilnehmen dürfen. Damit entfällt für Spielerinnen wie
Noa-Lynn van Leuven die Möglichkeit, weiterhin bei Turnieren der Women’s Series anzutreten und sich über diesen Weg für TV-Turniere wie die WM oder den Grand Slam of Darts zu qualifizieren.
Stompé äußert Zweifel an PDC-Begründung
Für Stompé kam der Beschluss überraschend. „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet, weil die PDC in den vergangenen Jahren in dieser Frage eigentlich sehr entgegenkommend war“, erklärte er im Interview mit
Sportnieuws.nl.
Noa-Lynn van Leuven darf nach der neuen Entscheidung der Professional Darts Corporation nicht mehr an der Women’s Series teilnehmen und verliert damit einen wichtigen Qualifikationsweg für TV-Turniere
Der frühere Top-Spieler hinterfragt zudem die Argumentation hinter der Entscheidung. Aus seiner Sicht ist es bemerkenswert, dass der Verband nun plötzlich eine klare Trennlinie zwischen Frauen und Transgender-Spielerinnen zieht. „Das finde ich sehr merkwürdig“, sagte Stompé. „Wenn man so eine Transition durchlaufen hat, nimmt man ja auch weibliche Hormone. Wo liegt dann der Unterschied?“
Große Folgen für van Leuven
Für van Leuven hat die neue Regelung unmittelbare sportliche und finanzielle Konsequenzen. Die Niederländerin darf nicht länger an der Women’s Series teilnehmen, verliert ihren Ranglistenplatz und damit auch die Chance, über den Frauencircuit Preisgeld sowie Qualifikationsplätze für große Turniere zu erspielen.
Stompé zeigt Verständnis für die Situation seiner Landsfrau. „Für sie ist das natürlich schrecklich. Was kann sie denn dafür?“ Künftig ist van Leuven auf die offene Kategorie angewiesen, in der überwiegend Männer antreten. Auf dem Profi-Circuit ist die Zahl der Spielerinnen weiterhin sehr gering.
Zugleich verweist Stompé auf eine grundsätzliche Diskussion über die Struktur des Dartssports. Seiner Ansicht nach sei es schwer nachvollziehbar, dass Frauen eigene Qualifikationswege behalten, während Transgender-Spielerinnen ausgeschlossen werden.
„Die PDC will keine Männer bei den Frauen, aber dann sollten sie es umgekehrt auch nicht wollen“, stellte er fest. „Doch genau das tun sie. Wenn sie wirklich so entschieden sind und so genau wissen, wie es ist, dann müssten sie die Kategorien Mann und Frau strikt voneinander trennen. Derzeit profitieren die Frauen weiterhin von der Ausnahmeregelung, die die PDC ihnen bietet.“
Mögliche Debatte über Qualifikationsplätze
Nach Einschätzung des Niederländers könnte die Entscheidung nun auch Fragen bei männlichen Spielern aufwerfen, die sich über längere und anspruchsvollere Wege für große Events qualifizieren müssen. „Die PDC kennt nun offenbar die Antwort auf die Frage, ob Männer stärker sind als Frauen“, sagte Stompé.
Er bewertet die aktuelle Linie des Verbands daher als nicht konsequent umgesetzt. „Wenn man das machen will, dann bitte vollständig. Dann muss man alles trennen. Dann muss sich alles und jeder über einen einzigen Weg für die Turniere qualifizieren. Aber das werden sie nicht tun.“