Nach zwei Tagen Players Championship Turniere in Leicester blickt
Dave Chisnall mit gemischten Gefühlen auf seine Leistungen zurück. Der Engländer hat eine schwächere Phase hinter sich, richtet sich aber langsam wieder auf. Er zeigte phasenweise sein hervorragendes Spiel, erreichte am Dienstag das Viertelfinale, haderte jedoch mit verpassten Chancen auf die Doppel. Dennoch überwiegt vorsichtiger Optimismus bei „Chizzy“, der spürt, dass seine Form wieder anzieht.
„Ich habe mich wirklich verflucht“
„Zur Wochenmitte habe ich mich wirklich verflucht“, erzählt Chisnall. „Ich hatte einen guten Lauf und habe eigentlich ordentlich Darts geworfen. Dann willst du so einen Tag natürlich auch mit einem Finaleinzug oder mehr krönen.“
Am Dienstag erreichte Chisnall die letzten Acht bei
Players Championship 5 nach Siegen unter anderem über Madars Razma, Nick Kenny, Thibault Tricole und Ricardo Pietreczko. Vor allem in diesen Partien zeigte der Engländer, dass seine Scoring-Power wieder auf Niveau ist. „Ich habe ein paar wichtige Finishes getroffen. Die 116 zum 5:2 gegen Tricole war wirklich ein Schlüsselmoment. Und auch die 94, um das Match gegen Pietreczko zuzumachen, gab Selbstvertrauen.“
Im Viertelfinale wartete jedoch Ross Smith, der in den entscheidenden Momenten entfesselt war. Chisnall ging zwar noch mit 3:0 in Führung, sah die Partie aber durch eine Serie hoher Finishes seines Landsmanns kippen. Am Ende verlor er mit 3:6.
„Das sind mörderische Finishes“, blickt Chisnall zurück. „Du stehst selbst auf ein Doppel bereit und dann knallt er plötzlich 120 plus raus. Das tut weh, vor allem wenn du so gut in die Partie startest. Gegen so einen Spieler musst du gnadenlos sein, und das war ich eben nicht.“
Doppel brechen ihm das Genick
Einen Tag später kassierte Chisnall erneut eine bittere Niederlage. Dieses Mal nutzte der junge Niederländer Jurjen van der Velde die Fehlwürfe auf die Doppel.
„Doppel 10 war diese Woche mein größter Feind“, sagt Chisnall offen. „Und auch Tops lief nicht so, wie ich wollte. Das ist am Ende der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage auf diesem Niveau. Wenn ich meine Doppel in den Griff bekomme, kann ich wieder um Titel mitspielen.“
Dennoch erkennt er auch klare Pluspunkte. „Mein Scoring war gut. Ich habe viele 180er geworfen und in einem Match sogar sieben perfekte Darts gehabt. Das sind Signale, dass mein Wurf stimmt. Jetzt gilt es, das auf die Finishes zu übertragen.“
Während der Players Championship-Woche gab es auch einen besonderen Moment für Beau Greaves, die einen Neundarter warf. Chisnall hatte nur Lob für ihre Leistung. „Das ist große Klasse. Und glaubt mir, das bleibt nicht bei einem. Sie hat so viel Talent. Es ist schön, das aus nächster Nähe mitzuerleben.“
Dave Chisnall ist die aktuelle Nummer 22 der Welt
Arbeitsreicher März steht bevor
Viel Zeit, um über verpasste Chancen nachzudenken, bleibt nicht.
Chisnall erwartet im März ein straffes Programm. An diesem Wochenende steht zunächst ein Showturnier in Bolton auf dem Plan, nahe der Heimat.
„Ich mag diese lokalen Exhibition-Turniere immer“, lächelt er. „Dann kann ich nachher einfach in meinem eigenen Bett schlafen. Das sind die kleinen Dinge, die das Leben als Dartspieler etwas leichter machen.“
Danach folgen die großen Turniere Schlag auf Schlag, unter anderem die UK Open in Minehead sowie Euro Tour-Wochenenden in Belgien und den Niederlanden. Das bedeutet Chancen auf Preisgeld und wichtige Ranglistenpunkte.
„Es werden ein paar intensive Wochen, aber das ist genau richtig“, schließt Chisnall. „Je mehr ich spiele, desto besser wird mein Rhythmus. Ich spüre, dass ich nah dran bin. Wenn ich die Doppel demnächst so treffe, wie ich will, kann das gut ein starker Monat werden. Ich arbeite weiter und ich glaube weiter. Das Comeback ist noch in vollem Gange.“