„Enttäuscht, aber auch dankbar für die Chancen, die ich von der PDC erhalte“ – Danny Noppert mit reifen Worten nach der Nicht-Nominierung für die Premier League Darts

PDC
Freitag, 16 Januar 2026 um 10:30
Danny Noppert (2)
Danny Noppert hat die neue Saison auf der World Series mit einem klaren Statement eröffnet. Beim Bahrain Darts Masters setzte sich der Niederländer überzeugend mit 6:1 gegen Basem Mahmood durch und legte damit den Grundstein für ein Jahr, in dem er wieder um die großen Titel mitspielen will. Der 33-jährige Fries ließ vom ersten Auftritt an erkennen, dass er nicht nur mit solidem Scoring, sondern auch mit frischer Mentalität antritt – wach, fokussiert und ehrgeizig.
„Der Start war nicht großartig“, gab Noppert nach seinem Auftaktsieg ehrlich zu. „Aber zum Ende hin kamen die 180er, und dann wurde es deutlich besser.“ Das Match verlief in einem speziellen Rhythmus, beeinflusst durch den eher gemächlichen Stil seines Gegners. „Er ist nicht der schnellste Spieler der Welt, da braucht man zusätzliche Konzentration.“ Trotz des deutlichen Ergebnisses zollte Noppert Mahmood Respekt: „Er hat dem Publikum das geboten, was sie sehen wollten – ein paar gute Momente und Stimmung. Das gehört auch dazu.“

Dankbar für die Einladung zur World Series of Darts

Der Sieg beim Bahrain Darts Masters war für Noppert mehr als nur ein sportischer Auftakt. Erst wenige Tage zuvor hatte er die Bestätigung erhalten, an gleich zwei World-Series-Turnieren teilnehmen zu dürfen – eine Einladung, die ihn besonders freut. „Jede Chance, die ich von der PDC bekomme, nutze ich“, sagte er. „Ich bin hier, weil ich Darts liebe. Solche Turniere in anderen Ländern sind immer etwas Besonderes – neue Kulturen, andere Fans, eine andere Atmosphäre. Ich bin wirklich glücklich, hier sein zu dürfen.“
Danny Noppert in Aktion
Danny Noppert ist die aktuelle Nummer zehn der Welt
Während einige Profis die Events der World Series als lockere Vorbereitung betrachten, sieht Noppert jeden Auftritt als Gelegenheit, sich zu beweisen. „Jeder tickt da anders“, erklärte er. „Aber wenn ich auf der Bühne stehe, will ich mein bestes Spiel zeigen. Es war heute vielleicht nicht mein bestes Match, aber ich habe alles gegeben.“

Premier-League-Enttäuschung als Antrieb

Ein Thema blieb in Bahrain dennoch präsent – die Premier League Darts. Noppert gehört in diesem Jahr nicht zu den acht Spielern, die dort antreten. Die Enttäuschung darüber sprach er offen an. „Natürlich bin ich ein bisschen enttäuscht“, sagte er. „Ich denke, ich habe im vergangenen Jahr gezeigt, wie stabil ich spiele. Das habe ich Woche für Woche bewiesen.“ Trotzdem bleibt er pragmatisch. „Das Line-up steht fest, und ich kann es nicht ändern. Also konzentriere ich mich lieber auf die neue Saison und die Turniere, die kommen.“
Statt in Enttäuschung zu verharren, nutzt er die Situation als Motivation. „Das gibt mir nur zusätzlichen Antrieb“, betonte er. „Ich will jedes Jahr besser werden. Wenn ich auf dem aufbaue, was ich letztes Jahr gezeigt habe, kann diese Saison mindestens genauso gut – vielleicht sogar besser – werden.“
Im vergangenen Jahr erreichte Noppert mehrere Halbfinals bei großen Events, doch der ganz große Wurf blieb aus. Warum ihm der Schritt zum nächsten Titel bislang fehlt, beschäftigt ihn selbst. „In längeren Matches muss ich noch schärfer werden“, analysierte er. „Ich habe ein paar Mal gegen Luke Littler gespielt. In solchen Duellen trifft er die wichtigen Entscheidungen, setzt die Finishes genau im richtigen Moment. Das ist der Unterschied. Daran arbeite ich.“
Auch der Start in seine Spiele bleibt für Noppert ein Thema. „Ich beginne manchmal etwas zäh“, sagte er mit Blick auf Bahrain. „Aber jedes Match ist anders. Ich weiß, dass ich dieses Niveau über die Distanz halten kann. Wenn ich mein Bestes gebe, komme ich dahin, wo ich hinwill.“

Neue Dynamik im niederländischen Darts

Abseits des eigenen Weges erlebt Noppert derzeit auch spannende Entwicklungen in der niederländischen Darts-Landschaft. Mit Gian van Veen steht erstmals ein anderer Spieler als Michael van Gerwen an der Spitze der nationalen Rangliste. Ein Thema, das Noppert mit Gelassenheit betrachtet. „Was Gian bei der WM gezeigt hat, war fantastisch“, lobte er. „Er ist ein guter Freund, und er verdient die Position, in der er jetzt steht.“
Von Rivalität will Noppert nichts wissen. „Am Anfang gab es vielleicht diesen Konkurrenzgedanken – wer ist die Nummer eins in den Niederlanden? –, aber das spielt keine Rolle mehr. Wir pushen uns gegenseitig, aber auf eine gesunde Weise.“ Besonders im Hinblick auf den World Cup of Darts sieht er Chancen. „Gian und ich können zusammen etwas Schönes erreichen. Wir werden sehen, was passiert.“

Zwischen Ehrgeiz und Spielfreude

Trotz kleiner Rückschläge und offener Fragen über seine nächste Entwicklung wirkt Noppert mental gefestigt wie selten zuvor. Niederlagen oder verpasste Nominierungen lässt er nicht an sich heran. „Manchmal kannst du kaum mehr tun, als du schon getan hast“, sagte er mit realistischer Ruhe. „Das gehört zum Spitzensport. Du musst weitermachen und an dich glauben.“
Auffällig ist dabei seine ungebrochene Spielfreude. Egal ob Major-Turnier oder ProTour-Event – Noppert geht jedes Match mit derselben Begeisterung an. „Ich genieße immer noch alles“, sagte er lächelnd. „Das ist mein achtes Jahr auf Tour, und ich finde es immer noch großartig. Jedes Turnier, jede Bühne – das ist der Grund, warum ich spiele.“
Diese Haltung macht den Niederländer zu einem der beständigsten Spieler auf der Tour. Er kombiniert technische Stabilität mit einer entspannten, aber zielgerichteten Mentalität – eine Mischung, die ihn bereits einmal zu einem Major-Titel geführt hat und ihn auch 2026 wieder in Schlagdistanz zu neuen Erfolgen bringt. Mit seinem Auftaktsieg in Bahrain hat Noppert gezeigt, dass mit ihm weiterhin zu rechnen ist. Ehrgeiz und Gelassenheit gehen bei ihm Hand in Hand – eine gefährliche Mischung für jeden Gegner.
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