Wayne Mardle erwartet, dass
Luke Humphries die kommende Saison der
Premier League Darts gezielt nutzen wird, um ein klares Statement zu setzen. Der Titelverteidiger bewegt sich aktuell etwas unter dem Radar – doch genau dieser Umstand könnte ihm zusätzliche Energie verleihen.
Humphries sicherte sich 2025 in der O2 Arena den Titel in der Premier League, als er im Finale
Luke Littler bezwang. Seither richtet sich der Fokus der Dartswelt jedoch fast vollständig auf „The Nuke“. Der inzwischen 19-Jährige gewann den World Grand Prix und den Grand Slam, übernahm die Nummer eins der Weltrangliste und verteidigte als erster Spieler seit zehn Jahren seinen WM-Titel.
Neue Hauptdarsteller verändern die Erzählung
Als wäre diese Entwicklung nicht schon genug, trat mit Gian van Veen ein weiterer Protagonist auf den Plan. Sein eindrucksvoller Sieg über Humphries im Viertelfinale der Weltmeisterschaft markierte den Beginn einer starken Serie, die ihn bis ins WM-Finale und auf Rang drei der
PDC Order of Merit führte. Damit wandelte sich die klassische „Luke-gegen-Luke“-Geschichte zu einem Duell mit mehreren Hauptdarstellern.
Nach Ansicht von
Wayne Mardle kann genau diese Verschiebung Humphries zusätzlich antreiben. Der Engländer musste sich am vergangenen Sonntag im Endspiel des
Winmau World Masters nur knapp
Luke Littler geschlagen geben, doch Mardle erkennt vor allem eines: Hunger.
„Luke Littler ist der Mann, das hat
Luke Humphries selbst schon während des Grand Slam im November gesagt“, erklärt Mardle. „Aber Humphries wird bis an die Grenze gehen. Das kann sogar gut für ihn sein, weil wir – und mit ‚wir‘ meine ich die Medien – es so schnell auf Luke gegen Luke reduziert haben und danach auf Littler gegen den Rest.“
Mardle bezieht dabei auch Gian van Veen ausdrücklich mit ein. „Gian van Veen hat die ganze Geschichte für Humphries auf den Kopf gestellt. Die Art und Weise, wie er ihn im WM-Viertelfinale von der Bühne gefegt hat, war beeindruckend.“
Während Littler selbst sagt, er empfinde es als angenehm, unter dem Radar zu bleiben, sieht Mardle Humphries anders. „Ich denke, Humphries will, dass über ihn gesprochen wird. Er hat etwas zu beweisen.“ Das gelte im Übrigen auch für
Michael van Gerwen. „Das sind die beiden, die mit einer Mission unterwegs sind. Ich möchte sie mit der Botschaft starten sehen: ‚Vergesst mich nicht‘.“ Vergessen werde man Humphries ohnehin nicht, prognostiziert Mardle. „Er wird noch viele Jahre an der Spitze mitspielen.“
Van Gerwen zwischen Mission und Generationswechsel
Mit einer ähnlichen Mission startet
Michael van Gerwen in die Premier League. Der Niederländer eröffnete das Jahr 2026 stark mit dem Sieg beim Bahrain Darts Masters und einem Finaleinzug beim ersten Saudi Arabia Darts Masters, erlebte jedoch im vergangenen Jahr eine schwierige Premier-League-Saison. Er verpasste erstmals seit langer Zeit die Finals Night und gewann keinen einzigen Spieltag.
Mardle sieht, dass van Gerwen sich an eine neue Rolle anpassen muss. „Irgendwo mache ich mir ein wenig Sorgen um Michael“, sagt er. „Er erreichte letztes Jahr zum ersten Mal seit langer Zeit nicht die Play-offs. Er gewinnt schlichtweg seltener als früher.“
Trotzdem bleibt van Gerwen für Mardle ein entscheidender Faktor. „Man muss ihn immer im Hinterkopf haben, denn er kann weiterhin alles gewinnen. Nur gibt es jetzt eine neue Generation mit Littler, Humphries und van Veen.“
Damit wird die
Premier League Darts zunehmend zum Duell der Generationen – mit van Gerwen als erfahrenem Staatsmann. „2024 gewann er noch vier Spieltage. Vergangenes Jahr keinen einzigen. Das muss er korrigieren. Der Druck ist da.“