„Ich hoffe wirklich, dass ich diese Entscheidung nie treffen muss“: PDC-Boss Matt Porter über Umzug aus Blackpool, Ally Pally, Littler-Boom und die härteste Premier-League-Wahl seit Jahren
PDCDas anhaltende Wachstum der PDC bringt der Organisation hinter den größten Darts-Bühnen der Welt große Chancen – und einige der schwierigsten Entscheidungen ihrer Geschichte. Von der rekordverdächtigen Ticketnachfrage über die Erweiterung der Weltmeisterschaft bis hin zu hitzigen Diskussionen um die Premier-League-Nominierungen spricht Chief Executive Matt Porter von einer außergewöhnlichen Phase für den Sport.
Im Gespräch mit Online Darts bei den UK Open skizziert Porter die Zukunft des World Matchplay in Blackpool, erklärt den Umzug der Weltmeisterschaft in die Great Hall des Alexandra Palace und ordnet die harten Personalentscheidungen rund um das Premier-League-Feld ein – inklusive der Nichtberücksichtigung von Danny Noppert.
Blackpool, Winter Gardens und das „Matchplay-Dilemma“
Kaum ein Darts-Schauplatz strahlt so ikonisch wie die Winter Gardens in Blackpool, Heimat des World Matchplay seit der Premiere im Jahr 1994. Trotz einer Ticketnachfrage, die das Turnier längst an die Kapazitätsgrenzen bringt, macht Porter klar, dass er einen Abschied vom Empress Ballroom unbedingt vermeiden will. „Ich hoffe wirklich nicht darauf“, sagt er auf die Frage, ob der wirtschaftliche Druck das World Matchplay irgendwann aus Blackpool verdrängen könnte. „Ich hoffe wirklich, dass ich diese Entscheidung nie treffen muss – und wenn doch, dann soll sie hoffentlich jemand anderes treffen.“

Littler gewann zuletzt das World Matchplay und komplettierte damit die „Triple Crown“ im Darts.
Für Porter ist die Verbindung von Turnier und Venue untrennbar. „So sehr der Alexandra Palace mit der Weltmeisterschaft verbunden ist, existiert die Geschichte des World Matchplay ausschließlich in den Winter Gardens“, betont der PDC-Boss. „Das Event ist nur wegen dieses Venues das, was es ist – deshalb wäre ein Umzug aus meiner Sicht ein äußerst unerwünschter Schritt.“
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Die Nachfrage für die Ausgabe 2025 sprengt erneut alle Erwartungen, doch Porter sieht darin auch eine Chance für die Stadt selbst. „Es ist verrückt, aber es ist auch großartig für Blackpool“, sagt er. Die klassische britische Sommerstadt habe schwere Jahre hinter sich, erlebe aktuell aber eine kleine Renaissance, nicht zuletzt dank hoher Investitionen in die Uferpromenade und neue Angebote. „Es ist eine dieser Konstellationen, die einfach passt. Wir haben bei vielen unserer Events das Glück, dass die Zutaten sehr gut miteinander harmonieren – und ich denke, das hier ist eines davon.“
Weltmeisterschaft: Ally Pally bleibt – zieht aber um
Während das World Matchplay fest in Blackpool verankert bleibt, wagt die PDC bei ihrem größten Turnier einen deutlichen Schritt. Noch vor Beginn der jüngsten Weltmeisterschaft bestätigte die Organisation, dass das Event im Alexandra Palace bleibt, künftig aber in die deutlich größere Great Hall umzieht. Die Umstellung erhöht die Kapazität pro Session auf etwas mehr als 5.000 Zuschauer – ein massiver Hebel, um der Nachfrage gerecht zu werden.
Porter verweist im Interview vor allem auf technische Gründe. Die Infrastruktur im Alexandra Palace habe sich weiterentwickelt, einige Auflagen für das denkmalgeschützte Gebäude ließen sich heute flexibler lösen als noch vor einigen Jahren. „Die West Hall ist ein großartiger Schauplatz und erzeugt eine fantastische Atmosphäre“, sagt Porter. „Aber offensichtlich ist es nicht ideal, wenn wir in 15 Minuten ausverkauft sind. Ich möchte den Leuten sagen können, dass sie ein Ticket bekommen. Ich möchte den Spielern sagen können, dass wir das Event vergrößern.“
Rückblickend sieht Porter die jüngste Weltmeisterschaft auf einem Niveau, auf dem Rekorde fast selbstverständlich wirken. „Ich hatte das Gefühl, dass das Gesamtprofil des Events in diesem Jahr noch einmal eine Stufe höher lag“, erklärt er. „Es ist fast an einem Punkt, an dem die Zahlen keine Überraschung mehr sind – sie werden erwartet. Das ist sehr wichtig, weil es zeigt, dass sich das als globales Sportphänomen nachhaltig etabliert hat.“
Globaler Schub und der Littler-Effekt
Wie global die Bühne inzwischen ist, zeigten während der WM die Geschichten von Spielern aus Ländern wie Kenia, Indien oder Neuseeland, die sich über das Qualifikationssystem auf die Ally-Pally-Bühne gespielt haben. „Es war eine echte Bestätigung für das System, das wir aufgebaut haben“, sagt Porter. „Spieler, die jetzt über diese Wege zum Turnier kommen, sind mehr als fähig, sich auf dieser Bühne zu behaupten.“
Parallel treibt Teenager-Sensation Luke Littler das Profil des Sports auf ein neues Level – und zwar weit über die klassische Darts-Bubble hinaus. Porter verweist auf Littlers Auftritte bei den Brit Awards oder den Laureus World Sports Awards, Events, bei denen Darts früher schlicht nicht stattfand. „Es ist fast zu etwas geworden, an das wir uns gewöhnt haben“, sagt Porter über die ständige Präsenz des jungen Engländers auf den größten Sport- und Entertainment-Bühnen. „Das ist in erster Linie eine phänomenale Anerkennung für Luke – und danach für den Sport.“
Für Porter verschiebt sich der Fokus bei Littler Schritt für Schritt. „Früher hieß es: ‚Wow, er ist 16 und hat sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert.‘ Dann: ‚Er hat das Finale erreicht‘ – und wenig später gewinnt er mit 17 oder 18 den WM-Titel“, erinnert er. „Jetzt ist er 19 – das ist nur eine Zahl. Die Leistung wird zum Gesprächsthema.“ Spätestens mit seinem Triumph beim World Matchplay und der damit komplettierten Triple Crown ist Littler endgültig im Kreis der ganz Großen angekommen.
Premier League: „Die härteste seit langer Zeit“ – und Noppert im Fokus
Ein weiteres Dauerthema zum Saisonstart: die Premier-League-Nominierungen. Porter spricht von einer der schwierigsten Entscheidungen der jüngeren Vergangenheit, weil mehrere Spieler starke Argumente für einen der acht Plätze lieferten. „Es war die härteste seit langer Zeit“, sagt er. „Wir haben die endgültigen acht ehrlich gesagt erst etwa eine Stunde vor der Bekanntgabe festgelegt. Es flossen viele Meinungen und eine Menge statistischer Belege ein, ebenso Einschätzungen und Ansichten der Leute.“
Wurde Danny Noppert um einen Platz in der Premier League Darts gebracht?
Zu den großen Verlierern zählt in den Augen vieler Fans der Niederländer Danny Noppert. Porter teilt diese Sicht zumindest teilweise. „Ich fand, Danny Noppert hatte extrem Pech“, gibt er zu. „Ich habe in Saudi-Arabien mit Danny gesprochen und er ist sehr reif mit der Situation umgegangen – er hat es verstanden.“ Neben Noppert standen auch Namen wie Nathan Aspinall und James Wade auf der Liste ernsthafter Optionen.
Porter betont allerdings, dass sich Härtefälle bei einem exklusiven Feld kaum vermeiden lassen. „Nicht jeder kann ausgewählt werden und nicht jede Entscheidung wird populär sein“, sagt er. „Wir treffen einfach nach bestem Wissen und Gewissen eine Entscheidung, von der wir glauben, dass sie zum jeweiligen Zeitpunkt richtig ist.“ Die Kritik an den letztlich nominierten Spielern hält er für überzogen. „Ich fand, viele Kommentare zur Aufnahme einiger Spieler waren ihnen gegenüber wirklich unfair“, so Porter. „Ich glaube nicht, dass es jemanden gab, bei dem man nicht sagen konnte, dass eine Nominierung gerechtfertigt war. Nur weil in deinen Augen jemand anderes eine Nominierung verdient haben mag, heißt das nicht, dass derjenige, der ausgewählt wurde, sie nicht ebenfalls verdient hat.“
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Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









