Michael van Gerwen hat nach durchwachsenen ersten Monaten der Saison ein eindrucksvolles Ausrufezeichen gesetzt. Bei
Players Championship 15 in Leicester sicherte sich der Niederländer seinen ersten Ranglistentitel im Jahr 2026 – und überzeugte dabei mit Leistungen auf absolutem Topniveau. Vor allem sein Halbfinale gegen Martin Schindler sorgte international für Aufsehen.
Van Gerwen dominierte die Partie nach Belieben, gewann klar mit 7:0 und spielte dabei einen Average von 122,34 Punkten. Damit kratzte er am ProTour-Weltrekord und unterstrich eindrucksvoll, welches Niveau er erreichen kann. Auch sein langjähriger Wegbegleiter
Vincent van der Voort verfolgte die Partie genau und zeigte sich tief beeindruckt von der Leistung des dreifachen Weltmeisters.
Van Gerwen findet zurück zu alter Stärke
„Er hat brillant gespielt. Ab dem Achtelfinale lag er konstant über 100 im Average. Dieses 122er-Spiel war einfach überragend“, erklärte Van der Voort im
Podcast „Darts Draait Door“. Der Niederländer betonte zudem, wie wichtig dieser Erfolg für das Selbstvertrauen von „Mighty Mike“ sei: „Das gibt ihm ein großartiges Gefühl, weil es endlich wieder für ihn läuft.“
Van der Voort hatte die Entwicklung bereits in den Wochen zuvor genau beobachtet. Zwar blieben die Ergebnisse zunächst hinter den Erwartungen zurück, doch die Formkurve zeigte klar nach oben. „Er hat zuletzt viel Gutes gezeigt, aber oft unglücklich verloren. Auch diesmal war der Start holprig, doch dann wurde er immer besser“, analysierte der ehemalige Profi.
Trotz des klaren Turniersiegs sieht Van der Voort seinen Landsmann noch nicht wieder in einer unangreifbaren Position. „Er ist nicht unverwundbar. Aber an diesem Tag hat einfach alles gepasst. Wenn das passiert, zeigt er, wozu er fähig ist.“
Besonders das Halbfinale gegen Schindler bleibt in Erinnerung. Der Deutsche spielte selbst einen Average von über 108 Punkten, hatte gegen einen entfesselten Van Gerwen jedoch keine Chance. „Irreal“, fasste Van der Voort zusammen. „Es ist schön zu hören, dass viele sagen, das sei wieder sein altes Niveau. Aber das ist nicht sein Standard“, sagte er mit einem Lachen. „Mann, das war stark. Fantastisch – ich habe es wirklich genossen. Schindler war frustriert, aber in so einem Match kannst du nichts machen.“
Titel, Aufschwung und starke Niederländer
Van Gerwen nahm den Schwung aus dieser Partie direkt mit ins Finale. Dort setzte er sich mit 8:5 gegen Dirk van Duijvenbode durch und krönte seinen starken Turniertag mit dem Titelgewinn. Für van Duijvenbode bedeutete der Finaleinzug nach schwierigen Wochen ebenfalls ein wichtiges Erfolgserlebnis.
Van der Voort hob besonders die mentale Stärke seines Landsmanns hervor: „Ein Finale ist ein starkes Resultat für ihn. Er hat sich nicht hängen lassen, und genau das hat sich jetzt ausgezahlt.“
Auch insgesamt zeigt sich der niederländische Dartsport aktuell in guter Verfassung. Van Gerwen sorgte mit seinem Triumph für den dritten unterschiedlichen niederländischen Sieger in Folge auf der ProTour, nachdem zuvor bereits Kevin Doets und Wessel Nijman Titel gewonnen hatten.
Van der Voort bewertet diese Entwicklung positiv, sieht aber noch Luft nach oben: „Das ist ein gutes Zeichen. Jetzt geht es darum, diese Form auch auf die großen TV-Bühnen zu übertragen.“
Zum Abschluss richtete er den Blick auf Wessel Nijman, der sich in den vergangenen Monaten als feste Größe auf der ProTour etabliert hat. Seine Entwicklung beeindruckt selbst erfahrene Beobachter: „Nijman spielt aktuell auf einem unglaublich hohen Niveau. Es wirkt, als wäre er kaum zu stoppen.“