„Er hat mich in seinem ganzen Leben noch nie geschlagen und er wird mich in seinem ganzen Leben nie schlagen, er ist nicht gut genug“ – Michael van Gerwen kann mit Unterbuchner-Scherz nichts anfangen

PDC
Samstag, 18 April 2026 um 22:26
Michael van Gerwen (3)
Michael van Gerwen lieferte auf und neben der Bühne ab, als er mit einem souveränen 6:1-Erfolg über Michael Unterbuchner in Sindelfingen ins Achtelfinale des European Darts Grand Prix stürmte – doch es waren seine Aussagen nach dem Match, die wirklich für Schlagzeilen sorgten.
Der dominante Sieg des Niederländers bescherte ihm ein Duell mit Jermaine Wattimena, doch der Fokus lag vor allem auf seiner unverblümten Reaktion auf Bemerkungen seines deutschen Gegners, der nur 24 Stunden zuvor nach seinem Sieg über William O'Connor beim European Darts Grand Prix gesprochen hatte.

Unterbuchners Scherz

Nach erst seinem zweiten Sieg überhaupt auf der European-Tour-Bühne war Unterbuchner im Hoch. Auf der Bühne sagte er auf Deutsch, er sei „mega happy“, endlich zeigen zu können, was er auf diesem Niveau draufhat. „Wahnsinn, Wahnsinn, was soll ich sagen? Endlich habe ich gezeigt, was ich auf der European-Tour-Bühne spielen kann. Auf der Challenge Tour mache ich das oft, regelmäßig mit Averages über 90, aber heute hat es auf der Bühne funktioniert und ich bin wirklich happy.“
Er verwies zudem auf seine starke aktuelle Form und mentale Sicherheit: „Wenn man sieht, was ich in den letzten Wochen, oder sogar im letzten halben Jahr, auf der Challenge Tour gespielt habe, wäre alles andere für mich persönlich enttäuschend gewesen.“
Und mit breitem Grinsen witzelte er über seinen nächsten Gegner: „Michael van Gerwen? Wer ist das? Nein, nein, nur Spaß. Ich freue mich darauf.“
Selbst die launige Anekdote über seine Frau, die eine zusätzliche Hotelnacht buchte, deutete auf leises Selbstvertrauen hin: „Meine Frau hat schon gesagt, wir sollten eine weitere Nacht im Hotel buchen. Ich sagte nein, nein… aber sie hat gewonnen.“

Van Gerwens gnadenlose Antwort

Van Gerwen hatte jedoch keine Lust, den Humor mitzutragen. Als er an Unterbuchners „Wer ist das?“-Scherz erinnert wurde, fiel seine Replik scharf aus: „Nein, er hat keinen Scherz gemacht. Er ist einer von denen, die versuchen lustig zu sein, versteht ihr, was ich meine? Er hat mich in seinem Leben noch nie geschlagen und er wird mich in seinem Leben nie schlagen. Er ist nicht gut genug. Selbst mein B-Game schlägt ihn.“
Es war eine typisch kompromisslose Einschätzung des dreifachen Weltmeisters, der unmissverständlich klarstellte, dass er eine klare Klassendifferenz zwischen beiden sieht. Und auf die Frage, ob er solchen Aussagen oder Momenten während des Spiels Aufmerksamkeit schenke, lieferte Van Gerwen die Linie des Abends: „Der Tag, an dem ich mir über Unterbuchner Sorgen mache, ist der Tag, an dem ich mit Darts aufhöre.“
Michael van Gerwen (2)
Michael van Gerwen teilt hart gegen Unterbuchner aus.

Arbeit erledigt trotz Makeln

Während die Schlagzeilen von seinen Aussagen bestimmt wurden, war Van Gerwens Auftritt selbst effizient, wenn auch nicht makellos.
Er gab zu, dass ihn ein Leg, in dem er auf Doppel 1 strauchelte, ärgerte: „Ich hatte ein paar sehr gute Legs, aber auch ein Leg auf Doppel 1 – das war eine Katastrophe, dieses Leg. Aber wen kümmert’s? Ich habe das Spiel gewonnen, und das ist das Wichtigste.“
Für Van Gerwen bleibt das große Ganze schlicht: „Ich denke, das Publikum hat Spaß, und das ist im Moment das Einzige, was zählt.“

Gutes Pflaster und als Nächstes ein alter Bekannter

Sindelfingen ist seit Langem ein erfolgreiches Pflaster für den Niederländer, der den Titel dort bereits zweimal geholt hat, wenngleich sein letzter Erfolg 2018 datiert. „Hundert Prozent. Es ist lange her, dass ich hier gewonnen habe, also hoffe ich, dass ich morgen einen guten Lauf hinlegen kann.“
Ihm gegenüber steht nun Jermaine Wattimena, ein Spieler, den Van Gerwen extrem gut kennt – und historisch dominiert hat. „Natürlich habe ich eine gute Bilanz. Ich kenne Jermaine schon sehr lange, seit wir Jugendspieler waren. Ehrlich gesagt hatte ich ihn immer im Griff.“
Dennoch mahnte er zur Vorsicht: „Er ist ein guter Spieler, derzeit gut in Form und spielt stark. Also muss ich sicherstellen, dass ich morgen gut spiele.“
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