„Dann müssen darauf Sanktionen stehen... sie ist nicht mehr willkommen“ – Van der Voort fordert Sperre für Deta Hedman

PDC
Freitag, 17 April 2026 um 16:00
Deta Hedman (1)
Die Darts Regulation Authority (DRA) hat kürzlich beschlossen, die Regeln zu verschärfen für die Zulassung zur PDC Women's Series, wodurch Transgender auf diesem Circuit nicht mehr willkommen sind.
Für Noa-Lynn van Leuven bedeutet der Beschluss eine gravierende Wendung in ihrer Laufbahn. Ex-Profi Vincent van der Voort spricht von einer äußerst schmerzlichen Situation für die Niederländerin, auch wenn er nicht so weit gehen will, ihre Karriere bereits jetzt als beendet zu bezeichnen.
Van der Voort diskutierte das Thema im Podcast Darts Draait Door und machte deutlich, dass die menschliche Dimension seiner Ansicht nach nicht unterschätzt werden darf. „Es ist eine einschneidende Entscheidung für sie“, sagt er.
„Ein persönliches Drama, das ist klar. Sie hat sich hochgearbeitet und ihren Platz bei den Frauen erkämpft, und der ist jetzt auf einen Schlag weg. Für sie ändert sich alles, auch ihr Einkommen fällt weg und es muss nun über einen anderen Weg gehen. Für sie ist es ein großes Drama, aber wenn man auf das große Ganze schaut, war weltweit absehbar, dass es dazu kommt. Dass alles getrennt bleiben muss.“

Beschluss trifft Van Leuven hart

Mit der Kursänderung der PDC verliert Van Leuven schlagartig ihren Platz auf dem Frauencircuit. Damit verschwinden nicht nur ihre sportlichen Chancen in dieser Kategorie, sondern auch die damit verbundene finanzielle Sicherheit. Laut Van der Voort macht genau das den Beschluss auf persönlicher Ebene so belastend.
Zugleich sieht er, dass sich diese Entwicklung international schon länger abzeichnete. In mehreren Sportarten wird seit Längerem über die Einteilung der Kategorien diskutiert, und laut dem ehemaligen Topspieler war es nicht undenkbar, dass auch Darts letztlich diesen Weg gehen würde.
Van der Voort glaubt zudem, dass die Debatte nie so groß geworden wäre, wenn Van Leuven nicht eine prominente Rolle auf dem Circuit gespielt hätte. Gerade weil sie gut genug war, um Ergebnisse zu liefern, rückte das Thema seiner Ansicht nach immer stärker in den Fokus.
„Wenn sie keinen Pfeil getroffen hätte, wäre es egal und niemand würde darüber reden. So läuft das. Ich habe immer verstanden, dass andere Frauen sich darüber beschweren, denn sie haben das Gefühl, gegen einen Mann zu spielen. Aber andererseits verstehe ich auch Noa-Lynn. Sie fühlt sich als Frau und spürt, dass sie dort hingehört. Dann darfst du mitmachen und plötzlich nicht mehr. Das wird sich beschissen anfühlen, aber perfekte Regeln gibt es nicht. In welche Schublade soll man jemanden dann stecken?“

Kritik an früherer Haltung des Verbands

Nach Ansicht von Van der Voort hat sich die PDC in dieser Diskussion selbst keinen Gefallen getan. Der Verband ließ die Teilnahme zunächst zu, zieht nun aber dennoch eine harte Grenze. Dadurch sei die Unklarheit seiner Meinung nach nur größer geworden.
„Dann wäre es auch nicht so groß geworden, denn dann hätte es niemanden interessiert. Dann wäre nicht einmal ein Statement veröffentlicht worden. Nur hat die PDC in den vergangenen Jahren unglücklich darauf reagiert. Wenn du erst die Regel hast, dass jemand mitmachen darf, und jemand wie Deta Hedman weigert sich dann, gegen sie zu spielen, dann müssen Sanktionen folgen. Dann musst du sperren und sagen, dass ausgerechnet sie nicht mehr willkommen ist.“
Mit den angepassten Regeln hat die PDC nun eine klare, aber harte Grenze gezogen. Wer als Mann geboren ist, kann in den Frauenwettbewerben nicht länger antreten. Damit ist zugleich der Rahmen für künftige Fälle festgelegt.
Für Van der Voort steht fest, dass Van Leuven daran persönlich keine Schuld trifft. Sie nahm schlicht im Rahmen der damals gültigen Regeln teil. „Man kann Noa-Lynn nichts vorwerfen. Sie durfte mitmachen, jetzt nicht mehr, also ist es vorbei. Aber sie hat die Regeln nicht gemacht. Man kann niemandem verübeln, dass er an einem Turnier teilnimmt, an dem er teilnehmen darf.“
Ob der Beschluss tatsächlich das Ende von Van Leuvens Laufbahn bedeutet, will Van der Voort noch nicht sagen. Seiner Meinung nach hängt vieles davon ab, wie sie diesen Schlag verarbeitet und welchen Weg sie danach wählt. „Sie muss diesen Treffer verdauen und dann sehen wir, wie mental stark sie ist und was sie danach macht. Sie war auch auf der Challenge Tour bereits gut unterwegs, und dort spielt ohnehin jeder gegen jeden.“
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