Für Sky-Sports-Experte
Wayne Mardle ist
Luke Humphries derzeit der große Favorit auf die erfolgreiche Titelverteidigung in der
Premier League Darts. Der frühere Top-Profi sieht vor allem einen entscheidenden Faktor: „Cool Hand Luke“ hat sein bestes Niveau genau zum richtigen Zeitpunkt wiedergefunden.
Humphries hatte im vergangenen Jahr das Premier-League-Finale mit 11:8 gegen Luke Littler gewonnen, erlebte in dieser Saison jedoch lange eine schwierige Kampagne. Über weite Strecken lag der Engländer sogar außerhalb der Play-off-Plätze, ehe er die Situation in der Schlussphase der Liga eindrucksvoll drehte.
Humphries findet rechtzeitig zur Topform
Die Nummer zwei der Welt erreichte an den letzten vier Spielabenden jeweils das Finale und gewann zudem den vorletzten Abend in Birmingham. Am abschließenden Abend in Sheffield sicherte sich Humphries schließlich den dritten Platz in der Tabelle.
Luke Humphries geht nach seinem starken Saisonendspurt laut Wayne Mardle als Favorit in die Play-offs der Premier League Darts
Damit geht er Littler bei der Finals Night in London zunächst aus dem Weg. Humphries trifft im Halbfinale auf
Jonny Clayton, während Spitzenreiter Littler gegen Gerwyn Price antreten muss.
Obwohl Humphries in Sheffield das Finale gegen Stephen Bunting verlor, hinterließ vor allem sein Halbfinale gegen Littler Eindruck. Zum zweiten Mal in Folge bezwang Humphries „The Nuke“ deutlich – diesmal mit 6:1, nachdem er erneut sechs Legs in Serie gewonnen hatte.
Für Mardle hat Humphries damit aktuell die besten Karten für die Play-offs. „Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wer gewinnt, aber ich tippe aufgrund der jüngsten Form auf Humphries“, sagte er bei
Sky Sports.
„Mir gefällt, wie er seine Matches derzeit angeht. Selbst im verlorenen Finale in Sheffield spielte er gut. Man sah etwas Frust und Kopfschütteln, aber er blieb stark.“
Besonders beeindruckt zeigt sich Mardle von Humphries’ mentaler Widerstandskraft. „Die Art, wie Luke die letzten vier Wochen angepackt hat, ist unglaublich. Es wäre sehr leicht gewesen, einzubrechen, aber er hat gezeigt, dass er ein absoluter Champion ist.“
Schon zuvor hatte Mardle in diesem Monat ausführlich seine Bewunderung für die Scoring-Power des Engländers geäußert. Für ihn gehört Humphries derzeit zu den besten Scorern der Welt.
„In meinen Augen ist er einer der besten Scorer auf diesem Planeten und einer der besten, die ich seit Langem gesehen habe“, sagte Mardle. „Wenn er im Rhythmus ist, sind seine Aufnahmen mit zwei oder drei Triples besser als die von jedem anderen, und da zähle ich Luke Littler mit hinein.“
Der frühere Premier-League-Finalist hob vor allem hervor, wie effizient Humphries inzwischen mit seinen Scoring-Chancen umgeht. „Er bringt Darts in die Triple, bei denen man denkt, das sei eigentlich unmöglich. Nur Tonnenscores zu werfen, reicht heute nicht mehr. Durch seine Triples erspielt sich Humphries enorm viele Chancen auf ein Doppel.“
Clayton bleibt der gefährliche Außenseiter
Trotz Humphries’ Form warnt Mardle ausdrücklich davor, Jonny Clayton zu unterschätzen. Der Waliser gewann in dieser Saison vier Spieltage und landete bei seiner ersten Premier-League-Teilnahme seit 2023 überraschend auf Rang zwei der Abschlusstabelle.
„Clayton fliegt ein wenig unter dem Radar“, stellte Mardle fest. „Alle reden vor allem über Humphries, Littler und Price, aber Clayton kann nächste Woche in der O2 völlig explodieren. Das hat er in dieser Saison schon öfter gezeigt.“
Laut Mardle war Clayton vor Saisonbeginn als klarer Außenseiter gestartet. „Im Vorfeld dachten viele, er könnte sogar Letzter werden. Auch nächste Woche wird er wohl wieder als Außenseiter gesehen, aber abschreiben lässt er sich ganz sicher nicht. Dafür ist er schlicht zu gut.“
Für Mardle zeigt die Saison vor allem, wie stark sich die Kräfteverhältnisse in der Premier League immer wieder verschoben haben. „Zuerst war Clayton der Mann der Saison, dann wurde es Littler, und jetzt ist Humphries derjenige, der am besten spielt. Im Moment ist er schlicht der Mann, den es zu schlagen gilt.“