„Wenn Sie weiter pfeifen, machen Sie ruhig weiter – aber dann werden Sie sofort aus der Halle geworfen“ – Schiedsrichter Huw Ware kritisiert erneut das pfeifende Publikum in Deutschland

PDC
Sonntag, 19 April 2026 um 13:11
Huw Ware in Aktion bei einem großen Turnier
Die Debatte über das Verhalten des Publikums im Darts gewinnt weiter an Schärfe. Der Vorfall beim European Darts Grand Prix in Sindelfingen liefert dafür ein prägnantes Beispiel. Was lange als ausgelassene, einzigartige Atmosphäre gefeiert wurde, kippt zunehmend in störendes Verhalten. Vor allem gezielte Pfiffe, die Spieler aus dem Rhythmus bringen sollen, treten immer häufiger auf.
Im Zweitrunden-Duell des European Darts Grand Prix zwischen Dave Chisnall und Gerwyn Price verlagerte sich die Spannung nicht nur ans Board, sondern auch auf die Ränge. Besonders Price, der seit Jahren polarisiert, stand erneut im Fokus der Zuschauer. In entscheidenden Momenten hallten Pfiffe durch die Halle. Doch der Waliser reagierte sportlich stark: Mit fünf 180ern und konsequentem Finishing sicherte er sich einen 6:4-Erfolg.

Klare Ansage vom Schiedsrichter

Das Verhalten der Fans blieb jedoch nicht folgenlos. Schiedsrichter Huw Ware griff konsequent ein und stellte sich demonstrativ vor die Spieler. „Meine Damen und Herren, ich habe der Security gerade gesagt: Wenn Sie weiter pfeifen, machen Sie ruhig weiter – aber dann werden Sie sofort aus der Halle geworfen“, sagte er. Ein klares Signal – und ein Schritt, der die aktuelle Entwicklung im Profi-Darts unterstreicht.
Ware musste in diesem Jahr nicht zum ersten Mal durchgreifen. Bereits bei der European Darts Trophy in Göttingen mahnte er das Publikum eindringlich. Damals störten vor allem lokale Fans durch anhaltende Pfiffe die Gegner eines deutschen Spielers. Die Parallelen sind offensichtlich: Die Grenze zwischen Stimmung und Unsportlichkeit verschwimmt zunehmend.
Die PDC reagiert darauf mit wachsender Konsequenz. Lange lebte der Sport von seiner lautstarken, feiernden Kulisse. Doch inzwischen setzen die Verantwortlichen klare Grenzen. Leidenschaft bleibt erwünscht, gezielte Störungen während des Wurfs hingegen nicht. Die Botschaft ist eindeutig: Respekt vor den Spielern hat Priorität.
Auch unter den Profis gehen die Meinungen auseinander. Einige Spieler kämpfen sichtbar mit der Geräuschkulisse und verlieren an Konzentration. Andere, wie Price, nutzen die Emotionen von den Rängen als zusätzlichen Antrieb. Dennoch zeigt sich ein klarer Trend: Ein faires Umfeld steigert die sportliche Qualität.
Wie sich die Situation weiterentwickelt, bleibt offen. Wird das Publikum die strengeren Regeln akzeptieren? Oder wächst der Widerstand gegen eine vermeintliche „Zähmung“ der Darts-Atmosphäre? Sicher ist nur: Offizielle wie Huw Ware ziehen eine klare Linie – und die ist nicht mehr verhandelbar.
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