Nathan Aspinall ist mit einem klaren Statement in den European Darts Grand Prix gestartet. Der Engländer dominierte Jeffrey de Zwaan mit 6:1 und untermauerte damit seine aktuell starke Form auf der European Tour. Nach seinem Turniersieg in München vor zwei Wochen richtet sich der Blick nun bereits auf das Achtelfinale – dort wartet James Wade.
Der jüngste Erfolg hat sichtbare Spuren hinterlassen. Aspinall wirkt gefestigt, fokussiert – und vor allem angekommen auf der großen Bühne der European Tour. Im Gespräch mit DartsNews.de machte er keinen Hehl daraus, wie wohl er sich in diesem Umfeld fühlt.
Selbstvertrauen als Schlüssel – Aspinall setzt klare Prioritäten
„Ich liebe die European Tour, ich fühle mich auf dieser Bühne zuhause“, erklärte Aspinall. Seine Worte unterstreichen, was auch sein Auftritt zeigte: Sicherheit, Kontrolle und die Fähigkeit, im richtigen Moment zu liefern. Besonders bemerkenswert: Er gewann zuletzt sogar ein Turnier, obwohl er sich nicht in Bestform sah.
Nathan Aspinall trifft heute auf James Wade.
Um dieses Gefühl zu konservieren, traf Aspinall eine bewusste Entscheidung. Er verzichtete auf die ProTour-Events der vergangenen Woche, um seine positive Grundstimmung nicht zu gefährden. Für ihn stand nicht Spielpraxis, sondern mentale Stärke im Vordergrund.
„Ich wollte keine Negativität mit in dieses Turnier nehmen“, sagte er. Trotz kleiner Schwächen im Spiel habe er sich durchgehend selbstbewusst gefühlt – ein Faktor, der auf diesem Niveau oft den Unterschied macht.
Ein Highlight seines Auftaktsiegs war ein spektakulärer 170-Checkout. Dieser Moment brachte nicht nur das Publikum zum Staunen, sondern verdeutlichte auch Aspinalls aktuelle Verfassung.
Blick nach vorn – und Erinnerungen an München
Mit dem nächsten tiefen Turnierlauf vor Augen denkt Aspinall bereits an die kommenden Aufgaben. Die Motivation ist klar: Er will erneut ganz vorne angreifen.
Rückblickend sprach er auch über seinen Triumph in München – und wurde dabei ungewöhnlich offen. „Ich hatte mehr als nur ein paar Bier — ich hatte eine Menge Bier!“, gab er mit einem Grinsen zu. Die ausgelassene Nacht hätte ihm fast die Heimreise erschwert, doch seinen Flug erreichte er trotzdem – auch wenn er ihn später als alles andere als angenehm beschrieb.
Ein weiteres Thema bleibt sein Markenzeichen: das 170-Finish. Aspinall sieht sich selbst als Maßstab in dieser Disziplin. Zwar erinnerte er an frühere Stärken von Simon Whitlock, machte aber gleichzeitig klar, dass dieses Finish heute „sein Ding“ ist.
Auch abseits des Boards sorgte er zuletzt für Gesprächsstoff. Sein neuer Walk-on-Song, inspiriert von Eminem, kam überraschend – ob er langfristig bleibt, ließ Aspinall offen. Klar ist nur: Sollte er weiterhin so auftreten, wird man ihn auch am Finalabend wieder sehen.