Luke Littler hat sich in London erneut zum König der
Premier League Darts gekrönt. Der Weltmeister gewann ein unglaublich hochklassiges und dramatisches Finale gegen Titelverteidiger
Luke Humphries im Decider und sicherte sich damit zum zweiten Mal den Premier-League-Titel. In der O2 Arena lieferten sich die beiden besten Spieler der Welt ein Endspiel voller Highfinishes, Breaks und Nervenstärke – mit dem besseren Ende für „The Nuke“.
Im ersten Halbfinale erwischte Littler gegen Price den besseren Start. „The Nuke“ hielt zunächst seinen Anwurf und landete bereits im zweiten Leg das erste Break. Zwar antwortete Price mit einem starken 12-Darter direkt zum Re-Break und glich wenig später mit einem weiteren 12-Darter zum 2:2 aus, doch Littler blieb in der Folge der effizientere Spieler – vor allem auf Tops.
Decider-Krimi zwischen Littler und Price
Nach einem 115er-Finish von Price zum 4:4 kippte die Partie zunächst deutlich in Richtung des Tabellenersten. Littler bestrafte eine vergebene Break-Chance seines Gegners, checkte anschließend 80 Punkte mit dem letzten Dart zum Break und zog nach der Pause mit großer Treffsicherheit auf Tops bis auf 9:4 davon. Der 19-Jährige stand damit bereits unmittelbar vor dem Finaleinzug.
Doch Price stemmte sich mit aller Macht gegen das Aus. Nachdem Littler fünf Matchdarts ausgelassen hatte, verkürzte der „Iceman“ zunächst auf 5:9, legte ein Break nach und brachte die Partie mit einem überragenden 124er-Finish tatsächlich noch einmal zurück in die Reihe. Beim Stand von 9:9 musste der Decider entscheiden – dort behielt Littler schließlich die Nerven und checkte auf der Doppel-16 zum 10:9-Sieg.
Auch Humphries und Clayton liefern Drama
Auch das zweite Halbfinale zwischen Humphries und Clayton entwickelte sich zu einem dramatischen Krimi. Humphries erspielte sich früh Vorteile, landete das erste Break und zog mit weiteren Leggewinnen auf 4:1 und später 6:2 davon. Clayton fand zwar zwischenzeitlich mit einem 84er-Bullfinish zum Re-Break in die Partie, musste aber zunächst weiter einem deutlichen Rückstand hinterherlaufen.
Vor der Pause brachte sich „The Ferret“ mit einem Break zum 4:6 wieder in Schlagdistanz. Anschließend nutzte Clayton mehrere Chancen, kämpfte sich weiter heran und glich mit einem 76er-Checkout zum 7:7 aus. Wenig später bestätigte der Waliser sein Break auf der Doppel-10 und ging erstmals mit 8:7 in Führung.
Als Clayton mit einem weiteren Break auf 9:7 stellte, schien das Momentum endgültig auf seiner Seite zu liegen. Doch Humphries antwortete im Stile eines Champions: Erst landete „Cool Hand Luke“ das Re-Break, dann erzwing er mit einem sehenswerten 121er-Finish den Decider. Dort verpassten beide Spieler jeweils Matchdarts, ehe Humphries 25 Punkte zum 10:9-Sieg aus dem Board nahm und damit das Finale gegen Littler perfekt machte.
111er-Average: Littler krönt sich zum Champion
Das Finale begann zunächst nach dem Geschmack von Luke Humphries. Der Titelverteidiger hielt seinen Anwurf auf Tops und legte wenig später auf der Doppel-10 direkt das Break zum 2:0 nach. Littler fand jedoch schnell in die Partie, holte sich das Re-Break und glich auf seiner geliebten Doppel-10 zum 2:2 aus.
In der Folge entwickelte sich ein Endspiel auf herausragendem Niveau. Littler ging mit einem eiskalten 94er-Finish erstmals in Führung, doch Humphries stoppte den Lauf seines Gegners und antwortete anschließend mit einer beeindruckenden Serie an Highfinishes. Mit 134 Punkten über Tops-Tops, einem 112er-Checkout und einem sehenswerten 121er-Bullfinish zog „Cool Hand Luke“ auf 6:3 davon.
Doch Littler ließ sich nicht abschütteln. Noch vor der Pause verkürzte der Weltmeister mit einem überragenden 11-Darter auf 4:6, nach der Unterbrechung legte er direkt ein weiteres 11-Dart-Break zum 5:6 nach. Zwar schien Humphries mit einem Break zum 7:5 wieder die Kontrolle zu übernehmen, doch Littler bestrafte vergebene Doppelchancen seines Gegners sofort mit dem Re-Break und glich wenig später mit einem weiteren 11-Darter zum 7:7 aus.
In der Schlussphase blieb das Finale ein Duell auf Messers Schneide. Humphries ging noch einmal mit 8:7 und 9:8 in Führung, nachdem Littler zwei Break-Chancen ausgelassen hatte. Doch „The Nuke“ blieb eiskalt, stellte zunächst auf 9:9 und zauberte anschließend mit sieben perfekten Darts und einem abschließenden 10-Darter das Break zum 10:9 ins Board.
Littler vergab anschließend seinen ersten Championship-Dart, woraufhin Humphries mit einem 68er-Checkout tatsächlich noch den Decider erzwang. Dort wurde es noch einmal maximal dramatisch: Littler verfehlte zunächst die Single-14, bekam aber dennoch die Chance auf Tops – und nutzte sie mit dem letzten Dart. Danach brach der 19-Jährige in euphorischen Jubel aus und feierte seinen zweiten Premier-League-Titel.