„Wahrscheinlich eines der besten Finals aller Zeiten“ – Luke Humphries reagiert sportlich nach epischem Premier-League-Finale

PDC
Freitag, 29 Mai 2026 um 11:29
Luke Humphries
Luke Humphries stand am Donnerstagabend haarscharf vor der Titelverteidigung in der Premier League, musste sich in einem historischen Finale jedoch letztlich mit 10:11 gegen Weltmeister Luke Littler in der The O2 Arena beugen.
Trotz der schmerzhaften Niederlage reagierte Humphries anschließend außergewöhnlich fair. Der Engländer erkannte sofort die Klasse seines jungen Landsmanns an und sprach voller Bewunderung über das ungeheure Niveau des Endspiels, das von vielen schon jetzt als eines der besten Matches aller Zeiten in der Premier League Darts gilt.

Humphries jagte einem einzigartigen Rekord nach

Für Humphries stand am Donnerstagabend mehr auf dem Spiel als nur ein neuer Titel. Der Titelverteidiger hatte die Chance, sich in einen äußerst exklusiven Kreis einzureihen. Nur Phil Taylor und Michael van Gerwen gelang es zuvor, ihren Premier-League-Titel erfolgreich zu verteidigen. Humphries hoffte, als dritter Spieler überhaupt dieses Kunststück zu vollbringen.
Lange Zeit schien dieser Traum realistisch. Humphries spielte ein überragendes Finale und verbuchte in der Niederlage einen Average von fast 106. Zudem produzierte er mehrere Finishes von absoluter Weltklasse, darunter Checkouts von 134, 121 und 112.
Doch selbst dieses Niveau reichte am Ende nicht gegen einen entfesselten Littler, der mit einem Average von 111,67 und zwölf Maxima vielleicht das beste Match seiner Karriere spielte.

„Eines der besten Finals, die wir je gesehen haben“

Nach dem Match erschien Humphries sichtlich enttäuscht vor den Kameras, doch von Frust gegenüber seinem Gegner keine Spur. Im Gegenteil: Die Nummer zwei der Welt überschüttete Littler und das Niveau des Spiels mit Lob. „Luke hat ein fantastisches Match gespielt, dafür gebührt ihm aller Respekt“, erklärte Humphries unmittelbar nach dem Ende.
„Ich kenne die Statistiken nicht genau, aber das war wahrscheinlich eines der besten Finals, die die Premier League je gesehen hat.“
Damit brachte Humphries genau das Empfinden vieler Dartsfans in der O2 Arena und vor den Bildschirmen auf den Punkt. Das Finale kannte kaum schwächere Phasen, während beide Spieler sich mit hohen Scores, schnellen Legs und spektakulären Finishes permanent unter Druck setzten.
Von Anfang bis Ende lag das Niveau außergewöhnlich hoch. Humphries startete furios mit zwei aufeinanderfolgenden 13-Dartern, während Littler später unter anderem drei Legs in elf Darts spielte und in einem Schlüsselmoment der Partie einen sensationellen Zehn-Darter warf.

Verpasste Chance bleibt nagend

Vor allem ein Moment ging Humphries jedoch nicht aus dem Kopf: der Matchdart, den Littler im 20. Leg vergab. Bei einer 10:9-Führung erhielt Littler eine Chance auf Doppel 20, um den Titel zu sichern, verfehlte jedoch knapp. Humphries nutzte dies sofort aus und checkte anschließend eiskalt 68, um doch noch ein Entscheidungsleg zu erzwingen. „Ich ärgere mich, dass er die Doppel 20 nicht vorbeigeworfen hat“, witzelte Humphries mit bitterem Lächeln.
Obwohl er das Entscheidungsleg schließlich verlor, zeigte Humphries damit erneut seine enorme Widerstandskraft. Selbst als der Titel nahezu verloren schien, kämpfte er sich noch einmal in die Partie zurück.
Luke Humphries in Aktion
Luke Humphries bleibt vorerst bei einem Premier-League-Titel stehen

Stolz auf seine Premier-League-Kampagne

Trotz der Enttäuschung blickte Humphries anschließend auch mit Stolz auf seine gesamte Premier-League-Saison zurück. Der Engländer erlebte nicht immer eine makellose Kampagne und musste im Laufe der Saison hart arbeiten, um erneut einen Play-off-Platz zu sichern. Dennoch war er im wichtigsten Moment wieder da und lieferte am Ende ein Finale ab, über das noch jahrelang gesprochen wird. „Ich bin unheimlich stolz darauf, wie ich zurückgekommen bin und mich wieder in die O2 gespielt habe“, sagte Humphries.
„Unterm Strich war es dennoch eine großartige Kampagne. Jetzt freue ich mich auf das nächste Jahr und auf das World Matchplay. Ich werde versuchen, ihm wieder so nahe wie möglich zu kommen.“
Diese Worte unterstreichen zugleich die Rivalität, die sich derzeit zwischen Humphries und Littler entwickelt. Die beiden englischen Superstars haben in den vergangenen Jahren mehrere große Finals gegeneinander bestritten und scheinen vorerst die absolute Messlatte im Weltdarts zu sein.

Rivalität, die die Dartswelt dominiert

Das Premier-League-Finale am Donnerstagabend fühlte sich in vielerlei Hinsicht wie das neueste Kapitel einer Rivalität an, die die Sportart in den kommenden Jahren vollständig prägen könnte. 2024 gewann Littler das Premier-League-Finale gegen Humphries, woraufhin Humphries ein Jahr später mit einem Sieg im Endspiel 2025 Revanche nahm. Das entscheidende dritte Duell ging nun erneut an Littler, der damit seinen zweiten Premier-League-Titel holte.
Dennoch bewies Humphries mit seinem Auftritt in London, dass er mit dem sensationellen Niveau seines jungen Konkurrenten weiterhin mehr als mithalten kann. Mehr noch: Mit einem Average von fast 106 hätte Humphries an nahezu jedem anderen Abend ein TV-Turnier souverän gewonnen. Nur ein außergewöhnlicher Littler verwehrte ihm neuen Erfolg.
Für Dartsfans ist das vor allem eine gute Nachricht. Denn solange beide dieses Niveau halten, scheint der Sport auf noch viele weitere klassische Finals in den kommenden Jahren eingestellt zu sein.
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