„Die ersten vier Wochen waren eine Achterbahnfahrt, ich stand ganz unten in der Tabelle“ - Luke Littler bricht nach Premier-League-Sieg in Tränen aus

PDC
durch Nic Gayer
Freitag, 29 Mai 2026 um 9:00
Luke Littler brach nach seinem Titel in Tränen aus
Luke Littler hat am Donnerstagabend erneut die Premier League Darts gewonnen. Doch nicht nur seine herausragende Leistung am Oche sorgte in der Londoner O2 Arena für Aufsehen. Unmittelbar nach seinem dramatischen 11:10-Erfolg gegen Luke Humphries wurde der 19-jährige Engländer von seinen Emotionen überwältigt und brach während des Bühneninterviews in Tränen aus.
Es war einer der bewegendsten Momente der bisherigen Darts-Saison. Nach einem Finale auf allerhöchstem Niveau und dem Gewinn seines zweiten Premier-League-Titels entlud sich bei Littler die Anspannung einer langen und kräftezehrenden Spielzeit.

Tränen nach Monaten voller Druck

Das Endspiel entwickelte sich zu einem echten Klassiker und wird bereits jetzt als eines der besten Premier-League-Finals aller Zeiten gehandelt. Littler spielte einen überragenden Average von 111,67 Punkten und warf 14 Mal die Höchstpunktzahl von 180. Doch auch Humphries präsentierte sich mit einem Average von 105,60 in absoluter Weltklasseform. Erst im entscheidenden Leg fiel die Entscheidung zugunsten des Weltmeisters.
Luke Littler sicherte sich mit einem Sieg im Entscheidungsleg gegen Luke Humphries seinen zweiten Premier-League-Titel
Luke Littler sicherte sich mit einem Sieg im Entscheidungsleg gegen Luke Humphries seinen zweiten Premier-League-Titel
Nachdem die letzte Aufnahme gespielt und die Trophäe überreicht worden war, fielen die Anspannung und der Druck der vergangenen Monate sichtbar von Littler ab. Im Interview mit Sky-Sports-Moderatorin Polly James musste er gleich mehrfach innehalten, weil ihn die Emotionen überwältigten. Humphries, der selbst gerade ein bitteres Finale verloren hatte, reagierte sofort und stand seinem Rivalen unterstützend zur Seite.
Noch bevor ihm die Tränen endgültig die Stimme nahmen, sprach Littler über die schwierigen ersten Wochen seiner Premier-League-Kampagne. Denn trotz seiner späteren Dominanz verlief der Saisonstart alles andere als nach Plan.
„Die ersten vier Wochen waren eine Achterbahnfahrt, ich stand ganz unten in der Tabelle“, sagte ein sichtlich bewegter Littler. „Aber am fünften Abend gewann ich meinen ersten Spieltagstitel. Ich musste mich wieder aufrappeln. Es gab schwierige Momente. Ich glaube, irgendwo in Brighton spielte ich einen Average von 79, und das war hart. Aber jetzt stehe ich hier mit der Trophäe.“
Die Worte des jungen Engländers machten deutlich, welcher Druck auf ihm lastete. Von außen sind meist nur die Rekorde, die 180er-Aufnahmen und die Titel sichtbar. Hinter den beeindruckenden Zahlen verbarg sich jedoch ein intensiver mentaler Kampf, den Littler über die gesamte Saison hinweg führen musste.

Finale von außergewöhnlichem Niveau

Auch sportlich ließ das Endspiel keine Wünsche offen. Humphries schien lange Kurs auf die erfolgreiche Titelverteidigung zu nehmen und führte zur zweiten Pause mit 6:4. Dabei begeisterte er das Publikum mit einer Serie spektakulärer Checkouts und verwandelte unter anderem Finishes von 134, 112 und 121 Punkten in drei aufeinanderfolgenden Legs.
Littler ließ sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen. Beide Spieler bewegten sich über die gesamte Distanz auf einem außergewöhnlichen Niveau. Mehrfach fehlten nur Kleinigkeiten zu einem 9-Darter, während das Scoring nahezu konstant auf Weltklasseniveau blieb. Keiner der beiden Akteure war bereit, nachzugeben.
Im entscheidenden 21. Leg hatte Humphries das Anwurfrecht. Beide eröffneten mit einer 140, doch dann folgte der Schlüsselmoment des Finals. Humphries erhielt bei einem Restwert von 156 Punkten keine Möglichkeit auf ein Doppel. Littler nutzte die Gelegenheit eiskalt, checkte 54 Punkte über Tops und sicherte sich damit seinen zweiten Premier-League-Titel.
Auch die Zahlen spiegelten die außergewöhnliche Qualität der Partie wider. Mit einem Average von 111,67 Punkten für Littler und 105,60 für Humphries gehört das Duell unmittelbar zu den höchstklassigen Premier-League-Endspielen der Geschichte.

Humphries beweist Größe in der Niederlage

Fast ebenso beeindruckend wie das Finale selbst war die Reaktion von Humphries nach dem letzten Dart. Die Nummer zwei der Welt hatte die Titelverteidigung denkbar knapp verpasst und ein Finale im Entscheidungsleg verloren. Dennoch stellte er seine eigene Enttäuschung sofort hinten an.
Als Humphries bemerkte, dass Littler mit seinen Emotionen rang, ging er direkt zu seinem Rivalen, legte ihm den Arm um die Schultern und spendete Trost. Es war eine Geste, die einmal mehr unterstrich, weshalb der Engländer innerhalb der Darts-Szene so hohes Ansehen genießt.
Das Finale war damit auch ein weiteres Kapitel in jener Rivalität, die den modernen Dartsport inzwischen prägt. Littler gewann das Premier-League-Endspiel 2024, Humphries revanchierte sich 2025, und das Duell im Jahr 2026 entwickelte sich erneut zu einem denkwürdigen Klassiker.
Zwar durfte diesmal Littler den Pokal in die Höhe stemmen. Doch am Ende blieb nicht nur der entscheidende Treffer auf Doppel-20 in Erinnerung. Vor allem das Bild eines überwältigten Champions und eines unterlegenen Gegners, der ihm unmittelbar beisteht, wird der Dartswelt noch lange im Gedächtnis bleiben.
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