„Die ersten vier Wochen waren eine Achterbahnfahrt, ich stand ganz unten in der Tabelle“ - Luke Littler bricht nach Premier-League-Sieg in Tränen aus
PDC
Luke Littler hat am Donnerstagabend erneut die Premier League Darts gewonnen. Doch nicht nur seine herausragende Leistung am Oche sorgte in der Londoner O2 Arena für Aufsehen. Unmittelbar nach seinem dramatischen 11:10-Erfolg gegen Luke Humphries wurde der 19-jährige Engländer von seinen Emotionen überwältigt und brach während des Bühneninterviews in Tränen aus.
Es war einer der bewegendsten Momente der bisherigen Darts-Saison. Nach einem Finale auf allerhöchstem Niveau und dem Gewinn seines zweiten Premier-League-Titels entlud sich bei Littler die Anspannung einer langen und kräftezehrenden Spielzeit.
Tränen nach Monaten voller Druck
Das Endspiel entwickelte sich zu einem echten Klassiker und wird bereits jetzt als eines der besten Premier-League-Finals aller Zeiten gehandelt. Littler spielte einen überragenden Average von 111,67 Punkten und warf 14 Mal die Höchstpunktzahl von 180. Doch auch Humphries präsentierte sich mit einem Average von 105,60 in absoluter Weltklasseform. Erst im entscheidenden Leg fiel die Entscheidung zugunsten des Weltmeisters.
Luke Littler sicherte sich mit einem Sieg im Entscheidungsleg gegen Luke Humphries seinen zweiten Premier-League-Titel
Nachdem die letzte Aufnahme gespielt und die Trophäe überreicht worden war, fielen die Anspannung und der Druck der vergangenen Monate sichtbar von Littler ab. Im Interview mit Sky-Sports-Moderatorin Polly James musste er gleich mehrfach innehalten, weil ihn die Emotionen überwältigten. Humphries, der selbst gerade ein bitteres Finale verloren hatte, reagierte sofort und stand seinem Rivalen unterstützend zur Seite.
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Noch bevor ihm die Tränen endgültig die Stimme nahmen, sprach Littler über die schwierigen ersten Wochen seiner Premier-League-Kampagne. Denn trotz seiner späteren Dominanz verlief der Saisonstart alles andere als nach Plan.
„Die ersten vier Wochen waren eine Achterbahnfahrt, ich stand ganz unten in der Tabelle“, sagte ein sichtlich bewegter Littler. „Aber am fünften Abend gewann ich meinen ersten Spieltagstitel. Ich musste mich wieder aufrappeln. Es gab schwierige Momente. Ich glaube, irgendwo in Brighton spielte ich einen Average von 79, und das war hart. Aber jetzt stehe ich hier mit der Trophäe.“
Die Worte des jungen Engländers machten deutlich, welcher Druck auf ihm lastete. Von außen sind meist nur die Rekorde, die 180er-Aufnahmen und die Titel sichtbar. Hinter den beeindruckenden Zahlen verbarg sich jedoch ein intensiver mentaler Kampf, den Littler über die gesamte Saison hinweg führen musste.
Finale von außergewöhnlichem Niveau
Auch sportlich ließ das Endspiel keine Wünsche offen. Humphries schien lange Kurs auf die erfolgreiche Titelverteidigung zu nehmen und führte zur zweiten Pause mit 6:4. Dabei begeisterte er das Publikum mit einer Serie spektakulärer Checkouts und verwandelte unter anderem Finishes von 134, 112 und 121 Punkten in drei aufeinanderfolgenden Legs.
Littler ließ sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen. Beide Spieler bewegten sich über die gesamte Distanz auf einem außergewöhnlichen Niveau. Mehrfach fehlten nur Kleinigkeiten zu einem 9-Darter, während das Scoring nahezu konstant auf Weltklasseniveau blieb. Keiner der beiden Akteure war bereit, nachzugeben.
Im entscheidenden 21. Leg hatte Humphries das Anwurfrecht. Beide eröffneten mit einer 140, doch dann folgte der Schlüsselmoment des Finals. Humphries erhielt bei einem Restwert von 156 Punkten keine Möglichkeit auf ein Doppel. Littler nutzte die Gelegenheit eiskalt, checkte 54 Punkte über Tops und sicherte sich damit seinen zweiten Premier-League-Titel.
Auch die Zahlen spiegelten die außergewöhnliche Qualität der Partie wider. Mit einem Average von 111,67 Punkten für Littler und 105,60 für Humphries gehört das Duell unmittelbar zu den höchstklassigen Premier-League-Endspielen der Geschichte.
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Humphries beweist Größe in der Niederlage
Fast ebenso beeindruckend wie das Finale selbst war die Reaktion von Humphries nach dem letzten Dart. Die Nummer zwei der Welt hatte die Titelverteidigung denkbar knapp verpasst und ein Finale im Entscheidungsleg verloren. Dennoch stellte er seine eigene Enttäuschung sofort hinten an.
Als Humphries bemerkte, dass Littler mit seinen Emotionen rang, ging er direkt zu seinem Rivalen, legte ihm den Arm um die Schultern und spendete Trost. Es war eine Geste, die einmal mehr unterstrich, weshalb der Engländer innerhalb der Darts-Szene so hohes Ansehen genießt.
Das Finale war damit auch ein weiteres Kapitel in jener Rivalität, die den modernen Dartsport inzwischen prägt. Littler gewann das Premier-League-Endspiel 2024, Humphries revanchierte sich 2025, und das Duell im Jahr 2026 entwickelte sich erneut zu einem denkwürdigen Klassiker.
Zwar durfte diesmal Littler den Pokal in die Höhe stemmen. Doch am Ende blieb nicht nur der entscheidende Treffer auf Doppel-20 in Erinnerung. Vor allem das Bild eines überwältigten Champions und eines unterlegenen Gegners, der ihm unmittelbar beisteht, wird der Dartswelt noch lange im Gedächtnis bleiben.
So classy from Luke Humphries to go over to a tearful Luke Littler after the Premier League final 👏 pic.twitter.com/HR8OHsPBbk
— Chris Hammer (@ChrisHammer180) May 28, 2026

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









