Jonny Clayton hat auf seine typisch humorvolle Art Einblicke in das Leben auf der PDC-Tour gegeben. Der Waliser, aktuell die Nummer fünf der Welt, äußerte sich nicht nur zur Stimmung untereinander, sondern auch dazu, welche Spieler er lieber als Freunde hat, statt sie sich zum Gegner zu machen.
Sedlacek, Krcmar und Suljovic
Clayton, Spitzname „The Ferret“, bekam die Frage gestellt, wer für ihn die „härtesten“ Charaktere auf der
Pro Tour sind. Seine Antwort war eine Mischung aus Respekt und einer ordentlichen Portion Humor, mit einem Namen, der deutlich herausstach: Karel Sedlacek. „Wenn Karel mich fragt: ‚Jonny, darf ich eine Flight haben?‘, dann darf er alles haben“, witzelte Clayton. „Du kannst den ganzen Dart haben, das Setup… nimm auch gleich die Hausschlüssel. Ich glaube nicht, dass ich Streit mit ihm will.“
Der tschechische Dartspieler beeindruckt laut Clayton schon allein durch seine Ausstrahlung. „Er hat einfach diesen Blick: Mit mir legst du dich besser nicht an. Ein richtig zäher Bursche.“
Nicht nur Sedlacek steht auf dieser Liste. Auch
Boris Krcmar und Mensur Suljovic nennt der Waliser als Spieler, mit denen er lieber gut steht. „Mit Boris Krcmar würde ich auch nicht herumalbern“, so Clayton. „Und Mensur… den musst du einfach respektieren.“
Von stiller Kraft bis zu den größten Spaßvögeln
Neben den „härtesten“ Spielern gab
Clayton auch seine Sicht auf die Stimmung hinter den Kulissen. Dabei benannte er, wer seiner Meinung nach am wenigsten und wer am meisten für Spaß auf der Tour sorgt. Auffällig war der Name der Darts-Legende Raymond van Barneveld als die zurückhaltendste Persönlichkeit. „Raymond hat wahrscheinlich den geringsten ‚Unfug-Faktor‘ auf der Tour“, sagte Clayton. „Nicht negativ gemeint, er ist einfach sehr ruhig und enorm fokussiert.“
Am anderen Ende des Spektrums stehen laut Clayton einige der größten Entertainer des Circuits. „Joe Cullen hat mit Abstand den meisten Spaß, zusammen mit Nathan Aspinall. Die zwei ärgern mich ständig, nennen mich den alten Mann“, lachte Clayton.
Wenn sich auch Chris Dobey zur Runde gesellt, herrscht laut Clayton völliges Chaos. „Aspinall, Cullen und Dobey zusammen? Das ist gefährlich. Die drei sind komplett verrückt.“
Raymond van Barneveld zählt laut Jonny Clayton zu den ruhigsten Spielern auf der Pro Tour
Der Waliser beschreibt, wie eine feste Gruppe von Spielern bei ProTour-Turnieren regelmäßig zusammen an einem Tisch sitzt. Neben ihm selbst und den bereits genannten Namen nehmen auch Ross Smith, Andy Boulton und Ryan Joyce Platz. „Wir haben unheimlich viel Spaß miteinander, wie man sich vorstellen kann. Chris ist ein echter Spaßvogel, Joe setzt noch einen drauf und dann ziehen sie auch noch Nathan mit hinein. An diesem Tisch ist immer etwas los.“
Clayton blickt auf Cricket-Vergangenheit zurück
Neben seinem Leben als Top-Dartspieler sprach Clayton auch über eine weniger bekannte Seite seiner sportlichen Vergangenheit. Bevor er im Darts durchbrach, war er nämlich ein leidenschaftlicher Cricketspieler in Südwales. „Ich habe schon in jungen Jahren Cricket gespielt, über Schulmannschaften und später auch im Verein“, erzählte er. „Mein Dorfverein spielte sogar in der ersten Liga von Südwales, das war also ein ziemlich hohes Niveau.“
Clayton spielte als Wicketkeeper und beeindruckte bereits in jungen Jahren. „Ich glaube, ich wurde mit ungefähr sechzehn schon für die erste Mannschaft ausgewählt. Ich habe jahrelang Cricket gespielt und es wirklich geliebt.“
Kürzlich merkte er jedoch, dass der Körper nicht mehr alles mitmacht wie früher. Als er vor ein paar Jahren noch einmal bei einem Spiel der zweiten Mannschaft einsprang, bereute er das schnell. „Ein Freund fragte, ob ich Lust hätte mitzumachen, und natürlich sagte ich ja. Es war ein großartiger Tag, viel gelacht… aber danach konnte ich drei Tage kaum laufen.“
Die Folgen waren deutlich spürbar. „Meine Unterschenkel und Oberschenkel, wirklich nicht normal. Im Nachhinein dachte ich: Hätte ich dieses Spiel bloß nicht gemacht.“