„Wenn es zwei Spieler gibt, denen du kein Selbstvertrauen geben darfst, dann sind sie es“ – Van Gerwen sieht trotz Finalniederlage großes Potenzial bei den Niederlanden
PDC
Die niederländischen Dartspieler haben am Sonntag in Frankfurt eine beeindruckende Kampagne beim World Cup of Darts nicht mit dem Weltmeistertitel krönen können. Das Duo Michael van Gerwen und Gian van Veen erreichte erstmals seit 2018 das Finale des Nationenturniers, musste sich dort jedoch einem entfesselten England geschlagen geben.
Trotz der Enttäuschung über das verlorene Endspiel beim World Cup of Darts 2026 kann Oranje auf ein außergewöhnlich starkes Wochenende zurückblicken. Mit überzeugenden Siegen gegen Deutschland und Nordirland zeigte die Niederlande, dass sie wieder zur absoluten Weltspitze des internationalen Darts zählt.
Überzeugender Sieg gegen Gastgeber Deutschland
Das niederländische Team setzte am Sonntagnachmittag sofort ein Zeichen im Viertelfinale gegen Gastgeber Deutschland. Van Gerwen und Van Veen spielten eine bärenstarke Partie und gewannen mit 8:4 gegen das deutsche Duo. Dabei notierten die Niederländer einen Average von stolzen 102,68, den zweithöchsten Schnitt überhaupt in der K.-o.-Phase seit Einführung des aktuellen Formats im Jahr 2023.
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Besonders die Scoring-Power beider Spieler hinterließ Eindruck. Deutschland bekam kaum Chancen, in die Partie zu finden, und musste mitansehen, wie die Niederlande souverän die letzten Vier erreichte. Der Sieg gab dem niederländischen Duo sichtbar Selbstvertrauen für das Halbfinale später am Abend.
Nordirland chancenlos im Halbfinale
Auch im Kampf um einen Platz im Finale waren Van Gerwen und Van Veen nicht zu stoppen. Gegen den früheren Champion Nordirland feierten sie einen überzeugenden 8:2-Erfolg. Die Niederländer waren in den entscheidenden Momenten auf die Doppelfelder äußerst effizient. Während Van Gerwen und Van Veen beeindruckende 53 Prozent ihrer Doppelchancen nutzten, kamen Josh Rock und Daryl Gurney gemeinsam nur auf 18 Prozent.
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Dadurch entstand schnell ein großer Abstand auf dem Scoreboard, und die Niederlande zog ohne große Probleme ins Finale ein. Für Gian van Veen bedeutete das eine besondere Wegmarke. Der 23-jährige Niederländer erreichte bei seiner zweiten Teilnahme direkt sein erstes World-Cup-Finale.
Nach dem Spiel sprach er mit Stolz über den Auftritt der niederländischen Mannschaft. „Ich habe dieses Wochenende mit Michael enorm genossen und hoffe, dass noch viele weitere folgen“, so Van Veen.
Der junge Niederländer hatte jedoch auch ein Auge für die Qualität des Gegners im Endspiel. „England hat phänomenal gespielt, besonders im Finale. Wir haben ein paar Chancen verpasst, um wirklich in die Partie zu kommen. Natürlich überwiegt die Enttäuschung, aber ich bin unglaublich stolz darauf, wie wir an diesem Wochenende gespielt haben.“
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England erweist sich als eine Nummer zu groß
Im Finale traf die Niederlande auf ein englisches Team, das im Verlauf des gesamten Turniers immer stärker wirkte. Die englischen Stars, die Nummer eins und zwei der Weltrangliste, agierten auf außergewöhnlich hohem Niveau und ließen Van Gerwen und Van Veen kaum Raum, ihr eigenes Spiel zu entfalten.
Während die Niederlande zuvor am Tag noch überzeugend aufgetrumpft hatte, gelang es im Finale nicht, an den entscheidenden Momenten dieselbe Schärfe zu finden. Und gegen Spieler von Weltklasse wird jede verpasste Chance gnadenlos bestraft.
Van Gerwen erkannte an, dass seine Mannschaft einem Gegner von außergewöhnlicher Qualität gegenüberstand. „Wenn es zwei Spieler gibt, denen du kein Selbstvertrauen geben darfst, dann sind sie es“, analysierte der dreifache Weltmeister. „Sie stehen nicht umsonst auf Platz eins und zwei der Welt. Es war eine enorme Herausforderung.“
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Dennoch weigerte sich der Brabander, die Flinte ins Korn zu werfen, und betonte, dass der Glaube an die eigene Stärke entscheidend bleibt. „Du musst immer an deine eigenen Qualitäten glauben. Ich gebe niemals auf, und das haben wir heute auch nicht getan.“

Die Niederlande verlor das Finale mit 10:5 gegen England
Van Gerwen sieht Luft nach oben
Für Van Gerwen war das Finale zudem eine verpasste Chance, seinen vierten World-Cup-Titel zu holen und damit einen Rekord einzustellen. Dennoch blickte er im Anschluss auch selbstkritisch auf den eigenen Auftritt.
Nach Ansicht des früheren Weltmeisters steckt in der Zusammenarbeit zwischen ihm und Van Veen noch mehr Potenzial. „Ich denke, dass Gian und ich es ordentlich gemacht haben, aber ich glaube auch, dass wir noch viel besser sein können als das.“
Diese Aussage dürfte den niederländischen Dartsfans zweifellos Hoffnung für die Zukunft geben. Van Veen entwickelt sich in hohem Tempo zu einer festen Größe in der Weltspitze und zeigte im Turnierverlauf, dass er auf der größten Bühne stark performen kann. Die Kombination aus der Erfahrung von Van Gerwen und dem Talent von Van Veen scheint damit eine vielversprechende Basis für künftige Ausgaben des World Cup of Darts zu sein.
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Positive Aussichten für Oranje
Auch wenn der Weltmeistertitel letztlich außer Reichweite blieb, hat die Niederlande in Frankfurt ein deutliches Signal an die internationale Konkurrenz gesendet. Mit zwei Partien in Folge über dem 100er-Average und dominanten Siegen gegen starke Gegner zeigte das niederländische Team, dass es wieder ernsthaft um die größten Titel mitspielen kann.
Die Enttäuschung über das verlorene Finale wird in den kommenden Tagen zweifellos noch spürbar sein, doch das Gesamtfazit fällt positiv aus. Die Niederlande erreichte erstmals seit sieben Jahren wieder das Finale des World Cup und tat dies mit offensivem, überzeugendem und attraktivem Darts.
Wie Van Gerwen es selbst treffend zusammenfasste: „Wir haben immer hundert Prozent gegeben. Manchmal muss man eine Niederlage akzeptieren, daraus lernen und weitermachen.“
Mit dieser Einstellung und einem immer stärker werdenden Gian van Veen an seiner Seite scheint die Zukunft des niederländischen Darts jedenfalls in guten Händen.

Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026













