World Cup of Darts: Nachmittags-Round-up vom Samstag | Schottland setzt mit Anderson und Menzies ein Ausrufezeichen, Wales bleibt auf Erfolgskurs
PDC
Gary Andersons Schottland hat am Samstagnachmittag beim World Cup of Darts ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Gemeinsam mit Cameron Menzies, mit dem er erstmals bei diesem Turnier auf der Bühne stand, ließ Anderson Norwegen keine Chance und führte sein Team zu einem überzeugenden 8:0-Erfolg.
Für das neu formierte schottische Duo war es ein perfekter Einstand in die K.o.-Phase. Menzies zeigte sich der großen Bühne absolut gewachsen und harmonierte hervorragend mit dem zweimaligen Weltmeister. Mit einem Teamaverage von 99 Punkten, einer Doppelquote von 66,7 Prozent und einem High Finish von 118 dominierten die Schotten die Partie von Beginn an. Es war erst der dritte Whitewash in der K.o.-Phase des World Cup of Darts seit 2023.
Über weite Strecken spielte Schottland sogar einen Average von über 101 Punkten. Menzies präsentierte sich dabei deutlich ruhiger als gewöhnlich und schien besonders motiviert, an der Seite von Anderson zu glänzen. Beim Stand von 3:0 stellte „Cammy“ 32 Restpunkte, ehe Anderson Doppel 16 zum 4:0 traf. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Schotten noch keinen einzigen Dart auf die Doppel verpasst.
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Auch nach der Pause ließ Schottland nicht nach. Mit einem starken 110er-Finish gelang das Break zum 5:0, während Norwegens Duo Cor Dekker und Kent Jøran Sivertsen, das die Gruppenphase erfolgreich überstanden hatte, nie wirklich ins Match fand.
Kurz darauf folgte das nächste Break. Nachdem Norwegen 95 Punkte Rest stehen ließ, sorgte ein starker 177er-Score dafür, dass Anderson und Menzies die Kontrolle behielten. Doppel 6 brachte das 6:0, ehe ein 64er-Checkout den Vorsprung auf 7:0 ausbaute.
Den Schlusspunkt setzten die Schotten wenig später. Zwar verpassten sie zunächst ein 124er-Finish, doch bei der nächsten Gelegenheit reichten 25 Punkte, um den 8:0-Kantersieg perfekt zu machen und den Einzug ins Viertelfinale zu sichern.
Irland überzeugt weiter – wartet nun Nordirland?
Auch William O'Connor und Mickey Mansell sicherten sich am Samstagnachmittag ihren Platz im Viertelfinale. Nach ihrem Erfolg machten beide zudem deutlich, was sie vom aktuellen Turnierformat und dem Schutz der gesetzten Nationen halten.
Nach Ansicht der beiden Iren sollte der World Cup of Darts eher dem Fußball-Weltmeisterschaftsformat ähneln. Die Sonderstellung der Topnationen – darunter auch Schottland – sollte ihrer Meinung nach wegfallen und das Turnier nach der Gruppenphase direkt im K.o.-Modus fortgesetzt werden.

O'Connor und Mansell spielen in diesem Jahr erstmals gemeinsam für Irland beim World Cup of Darts.
Auf der Bühne lieferten O'Connor und Mansell anschließend den passenden Beweis für ihre Ambitionen. Gegen das polnische Duo Krzysztof Ratajski und Sebastian Białecki, das von vielen Beobachtern als möglicher Geheimfavorit gehandelt wurde, setzte sich Irland souverän durch.
Vor dem Turnier galt Polen als eines der Teams, das von einem frühen Aus der großen Favoriten profitieren könnte. Namen wie Luke Littler und Luke Humphries für England, Gary Anderson und Cameron Menzies für Schottland oder Gian van Veen und Michael van Gerwen für die Niederlande wurden zwar als Titelanwärter gehandelt, doch hinter diesen Teams wurde Polen häufig als gefährlicher Außenseiter genannt.
Davon ließ sich das irische Duo jedoch nicht beeindrucken. Mit ihrer enormen Erfahrung auf der großen Bühne und insbesondere beim World Cup of Darts kontrollierten O'Connor und Mansell die Partie über weite Strecken und bestätigten einmal mehr ihre starke Form.
Irland bleibt damit eines der überzeugendsten Teams des Turniers – und sollte Nordirland sein Achtelfinale ebenfalls gewinnen, könnte es nun zu einem hochinteressanten irischen Duell im Viertelfinale kommen.
Kein Price, kein Problem? Wales zieht ins Viertelfinale ein
Das walisische Duo Jonny Clayton und Nick Kenny musste – anders als Schottland – den Umweg über die Gruppenphase nehmen. Im Achtelfinale wartete mit den US-Amerikanern Stowe Buntz und Adam Sevada ein unangenehmer Gegner. Die beiden hatten in ihrer Gruppe bereits Australien und Kanada ausgeschaltet und sich damit als eines der Überraschungsteams des Turniers etabliert.
Doch auch ohne ihren langjährigen Anführer Gerwyn Price zeigte sich Wales äußerst konkurrenzfähig. Jonny Clayton übernahm die Rolle des Teamleaders und ging mit gutem Beispiel voran.

Jonny Clayton führt Wales beim World Cup of Darts an
Früh in der Partie erspielte sich Wales eine 4:2-Führung. Kenny stellte dabei 141 Punkte Rest, ehe Clayton mit einem sehenswerten High Finish zuschlug und die Führung weiter ausbaute. Kurz darauf stand es 5:2, nachdem Wales Doppel 10 traf und die USA ein 112er-Finish verpassten.
Die Amerikaner hielten jedoch dagegen. Zwar erhöhte Wales zunächst auf 6:2, doch Buntz und Sevada kämpften sich zurück. Nachdem die Waliser die Chance auf eine 7:2-Führung über 97 Punkte ausgelassen hatten, gelang den USA das Re-Break über Doppel 5. Plötzlich stand es nur noch 6:5 und die Partie war wieder völlig offen.
In dieser kritischen Phase übernahm Clayton erneut Verantwortung. Mit einem brillanten 141er-Finish stellte er auf 7:5 und sorgte für die Vorentscheidung. Wenig später machten die Waliser den Sieg perfekt, nachdem die USA ein 154er-Checkout nicht verwerten konnten. Über 33 Restpunkte sicherte Wales schließlich den Einzug ins Viertelfinale.
Lettland kämpft sich nach Thriller weiter
Auch Lettland erreichte die nächste Runde, allerdings auf deutlich dramatischere Weise. Madars Razma und Valters Melderis setzten sich in einem nervenaufreibenden Duell mit 8:7 gegen die Franzosen Jacques Thullier und Thibault Tricole durch.
Von Beginn an entwickelte sich eine enge Partie. Lettland ging zunächst mit 4:2 in Führung, doch Frankreich verkürzte dank Tricole wieder. Zwei starke 110er-Finishes in Folge brachten Razma und Melderis anschließend eine 6:5-Führung ein.

Latvia's campaign at the 2026 World Cup of Darts
Den entscheidenden Unterschied konnten die Letten dennoch nicht herstellen. Frankreich blieb dran und zwang das Match in ein alles entscheidendes 15. Leg.
Dort bot sich Thullier die Chance auf das 125er-Finish, doch der Franzose verpasste. Razma nutzte die Gelegenheit eiskalt. Bei 36 Restpunkten korrigierte er seinen Weg clever und traf zwei Doppel auf gegenüberliegenden Seiten des Boards, um den 8:7-Erfolg perfekt zu machen.
Es war vielleicht kein klassischer Werbespot für den World Cup of Darts, doch das wird Razma und Melderis kaum interessieren. Lettland steht im Viertelfinale und darf weiter vom großen Coup träumen.

Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Mentor
Pascal Michiels ist Chefredakteur von Dartsnews.de und verantwortlich für die strategische, redaktionelle und SEO-basierte Ausrichtung der Plattform. In dieser Rolle steuert er redaktionelle Standards, Themenpriorisierung und Qualitätskontrolle und arbeitet eng mit Redaktion und Management zusammen, um Reichweite, Sichtbarkeit und inhaltliche Qualität nachhaltig zu stärken.
Er lebt in Brüssel und absolvierte ein Studium der Wirtschaftsingenieurwissenschaften an der Vrije Universiteit Brussel. Seine berufliche Laufbahn begann er im Bereich Media Analysis bei Report International, wo er unter anderem für internationale Kunden wie Mercedes, BMW, Opel, Ford Europe sowie Olympiabewerbungen tätig war. Dort leitete er ein internationales Team von mehr als zwanzig angehenden Journalistinnen und Journalisten und sammelte umfangreiche Erfahrung in redaktioneller Koordination, Medienanalyse und Leistungsbewertung.
In den folgenden Jahren arbeitete Pascal als Business-IT-Coach und selbstständiger Berater, unter anderem in langfristigen Projekten für GlaxoSmithKline. Später wechselte er in den Bildungsbereich und unterrichtete Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung.
Bei Dartsnews.de verantwortet er heute die redaktionelle Governance der Plattform. Dazu zählen die Festlegung von Quellenstandards, die Sicherstellung von Genauigkeit und Konsistenz sowie die Koordination von Aktualisierungen und Korrekturen bei neuen, verifizierten Informationen. Neben seiner strategischen Arbeit ist er auch redaktionell tätig und unterstützt das Team bei Textstruktur, Themenwahl und Headline-Optimierung.
Darüber hinaus ist Pascal auch in die strategische Entwicklung von Radsportaktuell.de eingebunden.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









