World Cup of Darts: Nachmittags-Round-up vom Samstag | Schottland setzt mit Anderson und Menzies ein Ausrufezeichen, Wales bleibt auf Erfolgskurs

PDC
Samstag, 13 Juni 2026 um 16:52
Cameron Menzies legt seinen Arm auf Gary Andersons Schulter.
Gary Andersons Schottland hat am Samstagnachmittag beim World Cup of Darts ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Gemeinsam mit Cameron Menzies, mit dem er erstmals bei diesem Turnier auf der Bühne stand, ließ Anderson Norwegen keine Chance und führte sein Team zu einem überzeugenden 8:0-Erfolg.
Für das neu formierte schottische Duo war es ein perfekter Einstand in die K.o.-Phase. Menzies zeigte sich der großen Bühne absolut gewachsen und harmonierte hervorragend mit dem zweimaligen Weltmeister. Mit einem Teamaverage von 99 Punkten, einer Doppelquote von 66,7 Prozent und einem High Finish von 118 dominierten die Schotten die Partie von Beginn an. Es war erst der dritte Whitewash in der K.o.-Phase des World Cup of Darts seit 2023.
Über weite Strecken spielte Schottland sogar einen Average von über 101 Punkten. Menzies präsentierte sich dabei deutlich ruhiger als gewöhnlich und schien besonders motiviert, an der Seite von Anderson zu glänzen. Beim Stand von 3:0 stellte „Cammy“ 32 Restpunkte, ehe Anderson Doppel 16 zum 4:0 traf. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Schotten noch keinen einzigen Dart auf die Doppel verpasst.
Auch nach der Pause ließ Schottland nicht nach. Mit einem starken 110er-Finish gelang das Break zum 5:0, während Norwegens Duo Cor Dekker und Kent Jøran Sivertsen, das die Gruppenphase erfolgreich überstanden hatte, nie wirklich ins Match fand.
Kurz darauf folgte das nächste Break. Nachdem Norwegen 95 Punkte Rest stehen ließ, sorgte ein starker 177er-Score dafür, dass Anderson und Menzies die Kontrolle behielten. Doppel 6 brachte das 6:0, ehe ein 64er-Checkout den Vorsprung auf 7:0 ausbaute.
Den Schlusspunkt setzten die Schotten wenig später. Zwar verpassten sie zunächst ein 124er-Finish, doch bei der nächsten Gelegenheit reichten 25 Punkte, um den 8:0-Kantersieg perfekt zu machen und den Einzug ins Viertelfinale zu sichern.

Irland überzeugt weiter – wartet nun Nordirland?

Auch William O'Connor und Mickey Mansell sicherten sich am Samstagnachmittag ihren Platz im Viertelfinale. Nach ihrem Erfolg machten beide zudem deutlich, was sie vom aktuellen Turnierformat und dem Schutz der gesetzten Nationen halten.
Nach Ansicht der beiden Iren sollte der World Cup of Darts eher dem Fußball-Weltmeisterschaftsformat ähneln. Die Sonderstellung der Topnationen – darunter auch Schottland – sollte ihrer Meinung nach wegfallen und das Turnier nach der Gruppenphase direkt im K.o.-Modus fortgesetzt werden.
Mickey Mansell und William O'Connor fallen sich jubelnd in die Arme
O'Connor und Mansell spielen in diesem Jahr erstmals gemeinsam für Irland beim World Cup of Darts.
Auf der Bühne lieferten O'Connor und Mansell anschließend den passenden Beweis für ihre Ambitionen. Gegen das polnische Duo Krzysztof Ratajski und Sebastian Białecki, das von vielen Beobachtern als möglicher Geheimfavorit gehandelt wurde, setzte sich Irland souverän durch.
Vor dem Turnier galt Polen als eines der Teams, das von einem frühen Aus der großen Favoriten profitieren könnte. Namen wie Luke Littler und Luke Humphries für England, Gary Anderson und Cameron Menzies für Schottland oder Gian van Veen und Michael van Gerwen für die Niederlande wurden zwar als Titelanwärter gehandelt, doch hinter diesen Teams wurde Polen häufig als gefährlicher Außenseiter genannt.
Davon ließ sich das irische Duo jedoch nicht beeindrucken. Mit ihrer enormen Erfahrung auf der großen Bühne und insbesondere beim World Cup of Darts kontrollierten O'Connor und Mansell die Partie über weite Strecken und bestätigten einmal mehr ihre starke Form.
Irland bleibt damit eines der überzeugendsten Teams des Turniers – und sollte Nordirland sein Achtelfinale ebenfalls gewinnen, könnte es nun zu einem hochinteressanten irischen Duell im Viertelfinale kommen.

Kein Price, kein Problem? Wales zieht ins Viertelfinale ein

Das walisische Duo Jonny Clayton und Nick Kenny musste – anders als Schottland – den Umweg über die Gruppenphase nehmen. Im Achtelfinale wartete mit den US-Amerikanern Stowe Buntz und Adam Sevada ein unangenehmer Gegner. Die beiden hatten in ihrer Gruppe bereits Australien und Kanada ausgeschaltet und sich damit als eines der Überraschungsteams des Turniers etabliert.
Doch auch ohne ihren langjährigen Anführer Gerwyn Price zeigte sich Wales äußerst konkurrenzfähig. Jonny Clayton übernahm die Rolle des Teamleaders und ging mit gutem Beispiel voran.
Jonny Clayton führt Wales beim World Cup of Darts an
Jonny Clayton führt Wales beim World Cup of Darts an
Früh in der Partie erspielte sich Wales eine 4:2-Führung. Kenny stellte dabei 141 Punkte Rest, ehe Clayton mit einem sehenswerten High Finish zuschlug und die Führung weiter ausbaute. Kurz darauf stand es 5:2, nachdem Wales Doppel 10 traf und die USA ein 112er-Finish verpassten.
Die Amerikaner hielten jedoch dagegen. Zwar erhöhte Wales zunächst auf 6:2, doch Buntz und Sevada kämpften sich zurück. Nachdem die Waliser die Chance auf eine 7:2-Führung über 97 Punkte ausgelassen hatten, gelang den USA das Re-Break über Doppel 5. Plötzlich stand es nur noch 6:5 und die Partie war wieder völlig offen.
In dieser kritischen Phase übernahm Clayton erneut Verantwortung. Mit einem brillanten 141er-Finish stellte er auf 7:5 und sorgte für die Vorentscheidung. Wenig später machten die Waliser den Sieg perfekt, nachdem die USA ein 154er-Checkout nicht verwerten konnten. Über 33 Restpunkte sicherte Wales schließlich den Einzug ins Viertelfinale.

Lettland kämpft sich nach Thriller weiter

Auch Lettland erreichte die nächste Runde, allerdings auf deutlich dramatischere Weise. Madars Razma und Valters Melderis setzten sich in einem nervenaufreibenden Duell mit 8:7 gegen die Franzosen Jacques Thullier und Thibault Tricole durch.
Von Beginn an entwickelte sich eine enge Partie. Lettland ging zunächst mit 4:2 in Führung, doch Frankreich verkürzte dank Tricole wieder. Zwei starke 110er-Finishes in Folge brachten Razma und Melderis anschließend eine 6:5-Führung ein.
Razma und Melderis umarmen sich.
Latvia's campaign at the 2026 World Cup of Darts
Den entscheidenden Unterschied konnten die Letten dennoch nicht herstellen. Frankreich blieb dran und zwang das Match in ein alles entscheidendes 15. Leg.
Dort bot sich Thullier die Chance auf das 125er-Finish, doch der Franzose verpasste. Razma nutzte die Gelegenheit eiskalt. Bei 36 Restpunkten korrigierte er seinen Weg clever und traf zwei Doppel auf gegenüberliegenden Seiten des Boards, um den 8:7-Erfolg perfekt zu machen.
Es war vielleicht kein klassischer Werbespot für den World Cup of Darts, doch das wird Razma und Melderis kaum interessieren. Lettland steht im Viertelfinale und darf weiter vom großen Coup träumen.
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