Flanders Darts Trophy: „Meenzer Bub“ Niko Springer marschiert trotz schwachem Average locker weiter

PDC
Freitag, 11 September 2026 um 17:18
Niko Springer jubelt.
Niko Springer hat den Auftakt der Flanders Darts Trophy 2026 in Antwerpen erfolgreich gestaltet. Der erste deutsche Vertreter setzte sich gegen den Belgier Jaimy Jacobs deutlich mit 6:1 durch, obwohl sein Gesamtaverage am Ende bei mageren 81,51 Punkten stand. Der Grund dafür lässt sich schnell finden: Springer verpasste im Laufe der Partie ganze 29 Darts auf die Doppelfelder und ließ damit einiges liegen.
Sportlich änderte das jedoch nichts am klaren Ergebnis. Der Mainzer, besser bekannt unter seinem Spitznamen „Meenzer Bub“, legte bereits im ersten Leg vor und baute die Führung Stück für Stück aus. Mit einem starken 94er-Checkout auf Doppel 20 stellte er schließlich auf 5:1 und warf anschließend selbst zum Matchgewinn an.

Springer trotz Schwächen nie ernsthaft in Gefahr

Springer erwischte gegen Jacobs von Beginn an den besseren Start. Nach einem Hold im Eröffnungsleg sicherte er sich mit einem 52er-Checkout auf Doppel 16 direkt das erste Break zum 2:0. Auch wenn sein Average über weite Strecken der Partie nur bei rund 83 Punkten lag, zeigte sich der Klassenunterschied zu seinem belgischen Gegner deutlich. Springer zog auf 4:0 davon, ehe Jacobs bei eigenem Wurf und 40 Rest seinen ersten Legerfolg auf der European Tour überhaupt feierte.
Niko Springer
Springer trifft in der zweiten Runde auf Nathan Aspinall
Der deutsche Youngster ließ sich davon aber nicht beirren. Ein starkes 12-Dart-Leg brachte ihn zurück auf Kurs, ehe er die Partie souverän beendete. Für Springer, der aktuell die deutsche Nummer drei anführt und mit dem Sieg bei der Hungarian Darts Trophy 2025 bereits seinen ersten European-Tour-Titel eingefahren hat, war es der erwartete Auftakterfolg gegen einen deutlich schwächer eingeschätzten Gegner aus Belgien.
Auch die weiteren Partien des Nachmittags boten reichlich Spannung. Niels Zonneveld eröffnete die Session gegen den tschechischen Debütanten Petr Tous und geriet dabei zunächst deutlich unter Druck. Tous nahm dem Niederländer früh den Anwurf ab, zog mit einem starken 121er-Highfinish auf 3:0 davon und schien die Partie fest im Griff zu haben. Zonneveld, der zuletzt mehrere Wochen ohne European-Tour-Sieg geblieben war, fand danach aber genau zur richtigen Zeit seine Form. Mit sechs gewonnenen Legs in Folge drehte er die Partie komplett und sicherte sich am Ende einen 6:3-Erfolg.
Ähnlich unruhig verlief die Partie zwischen Bradley Brooks und Mickey Mansell. Der Engländer erwischte mit einem frühen Break den besseren Start und baute die Führung dank soliden Scorings kontinuierlich aus. Mansell hielt zwar zwischenzeitlich dagegen und verkürzte immer wieder den Rückstand, verpasste jedoch einen wichtigen Dart auf Doppel 20, der die Partie in den Decider hätte schicken können. Brooks nutzte die Gelegenheit eiskalt und verwandelte kurz darauf zum 6:4-Sieg.
Für die größte Überraschung des Nachmittags sorgte derweil Andrew Gilding. „Goldfinger“ geriet gegen den Niederländer Chris Landman früh in Rückstand und musste über weite Strecken der Partie einem Break hinterherlaufen. Zwar glich er zwischenzeitlich zum 4:4 aus, insgesamt drei liegengelassene Matchdarts wurden dem Engländer aber letztlich zum Verhängnis. Landman nutzte seine Chance und sicherte sich mit 6:5 seinen ersten European-Tour-Sieg des Jahres.

Doets und Sedlacek souverän, Joyce mit Comeback-Krimi

Deutlich weniger Mühe hatte dagegen Kevin Doets. Der Niederländer ließ James Hurrell, der trotz eines Muskelrisses weiterspielt, beim 6:1-Erfolg praktisch keine Chance und zeigte sich mit einem Average von knapp 100 Punkten in Bestform. Auch Karel Sedlacek gewann seine Partie gegen den dänischen Debütanten Michael Hansen souverän mit 6:2, während Jeffrey de Graaf sich in einem engen Duell erst im Decider gegen den belgischen Lokalfavoriten Jereon Caron durchsetzte.
Das Highlight des Nachmittags aus rein sportlicher Sicht lieferten sich Ryan Joyce und Stephen Burton. Der Engländer geriet nach starkem Beginn zwischenzeitlich in Rückstand, ehe er mit einem sensationellen 130er-Checkout auf dem Bullseye den Ausgleich zum 5:5 erzwang. Im Entscheidungsleg behielt Joyce dank des Anwurfvorteils schließlich die Oberhand und sicherte sich einen knappen, aber verdienten 6:5-Erfolg.
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