„Ich dachte, das schafft er nicht“ – Raymond van Barneveld rettet seine Darts-WM-Teilnahme und überrascht Vincent van der Voort
PDC
Raymond van Barneveld darf sich auf seine 34. Teilnahme an einer Darts WM freuen. Nach einem monatelangen Kampf um die Qualifikation machte der fünfmalige Weltmeister am Donnerstag endlich alles klar und sicherte sich seinen Startplatz im Alexandra Palace. Für den 59-jährigen Niederländer aus Den Haag ist damit eines seiner wichtigsten Saisonziele erreicht. Dabei hatte sein ehemaliger Weggefährte Vincent van der Voort noch vor wenigen Monaten erhebliche Zweifel daran, dass van Barneveld die Qualifikation überhaupt schaffen würde. Doch ausgerechnet in der entscheidenden Phase fand die Darts-Legende rechtzeitig zu alter Stärke zurück.
Beim letzten Players-Championship-Turnier der Saison legte van Barneveld mit einem überzeugenden 6:2-Erfolg gegen Jimmy van Schie den Grundstein für seine erfolgreiche Qualifikation. Weil seine unmittelbaren Konkurrenten im Kampf um die verbleibenden WM-Startplätze bereits in der ersten Runde ausschieden, genügte dem Niederländer dieser eine Sieg, um sein Ticket für die Weltmeisterschaft endgültig zu lösen.
„Das wird sehr schwierig, das schafft er nicht“ – Van der Voort überrascht von van Barnevelds Aufholjagd
Damit fand eine nervenaufreibende Zeit für van Barneveld ein glückliches Ende. Über Monate hinweg hatte der fünffache Weltmeister um seine Position in der WM-Rangliste kämpfen müssen. Zwischenzeitlich schien seine Teilnahme an der kommenden Weltmeisterschaft ernsthaft in Gefahr zu geraten.

Raymond van Barneveld hat sich nach einem schwierigen Qualifikationskampf seinen Startplatz bei der Darts WM gesichert. Vincent van der Voort sieht vor allem in seiner veränderten Wurftechnik Grund zur Hoffnung.
Auch Vincent van der Voort hatte die Aussichten seines Landsmanns lange Zeit ausgesprochen skeptisch beurteilt. Der ehemalige Dartsprofi glaubte zunächst kaum noch an eine erfolgreiche Qualifikation. Erst als van Barneveld bei den letzten Turnieren zunehmend bessere Ergebnisse erzielte und seinem großen Ziel Schritt für Schritt näherkam, änderte sich seine Einschätzung.
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„Vor ein paar Monaten habe ich noch gesagt: Das wird sehr schwierig, das schafft er nicht. Aber in den letzten Wochen kam er dem Ziel wirklich nahe. Da begann ich auch zu glauben, dass es klappen könnte. Am Ende hat er das Ruder doch noch sehr gut herumgerissen. Das ist wirklich bemerkenswert“, erklärte van der Voort gegenüber Sportnieuws.nl.
Wie viel Druck in den vergangenen Wochen auf van Barneveld lastete, weiß van der Voort aus persönlichen Gesprächen. Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft hatte für den 59-Jährigen oberste Priorität und beschäftigte ihn entsprechend intensiv.
„Das ist eine riesige Erleichterung“, betonte van der Voort. „Ich spreche regelmäßig mit ihm, und die WM-Qualifikation hat ihn sehr beschäftigt. Das ist ein großer Auftrieb für ihn. Für ihn dreht sich alles darum.“
Dass sich der Kampf um das WM-Ticket bis zum letzten Players-Championship-Turnier hinzog, dürfte die Anspannung zusätzlich verstärkt haben. Schließlich gehört van Barneveld mit seinen fünf Weltmeistertiteln und seiner jahrzehntelangen Erfolgsgeschichte zu den größten Persönlichkeiten des Dartsports. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, die auch im fortgeschrittenen Alter noch an ihn gestellt werden.
„Er hat in seiner Karriere so viel gewonnen. Das ist eigentlich eine Pflichtaufgabe für ihn. Ein Spieler seines Formats gehört einfach zur WM. Dass es dieses Jahr auf diese Weise laufen musste, war für ihn unangenehm“, erklärte van der Voort.
Veränderte Wurftechnik als Hoffnungsschimmer: Kann van Barneveld bei der Darts WM überraschen?
Nachdem die Qualifikation nun endgültig gesichert ist, kann van Barneveld seine volle Aufmerksamkeit auf die kommende Darts-Weltmeisterschaft richten, die am Freitag, dem 11. Dezember, beginnt. Wie weit der fünfmalige Weltmeister im Alexandra Palace kommen kann, vermag allerdings auch van der Voort nur schwer einzuschätzen. Zu durchwachsen waren die Auftritte seines Landsmanns bei den großen TV-Turnieren der vergangenen Jahre.
„In den vergangenen Jahren hat er bei der WM und anderen TV-Turnieren nicht viel erreicht. Sein letztes großes Ergebnis bei einem im Fernsehen übertragenen Turnier war eigentlich der Grand Slam of Darts 2022. Das ist schwer einzuschätzen“, räumte der ehemalige Profi ein.
Dennoch sieht van der Voort durchaus Anzeichen dafür, dass sein früherer Weggefährte bei der Weltmeisterschaft wieder für positive Schlagzeilen sorgen könnte. Besonders eine Veränderung an van Barnevelds Wurftechnik stimmt ihn optimistisch. Der Routinier habe zuletzt an seinem Bewegungsablauf gearbeitet und nähere sich dadurch wieder stärker jenem Wurfstil an, mit dem er einst seine größten Erfolge feierte.
„Er hat seinen Wurf etwas angepasst und wirft dadurch wieder mehr wie früher. Wenn er so weitertrainiert, wer weiß, wie weit er kommt. Erfahrung hat er, und ein Spiel pro Tag sollte er bewältigen können. Man muss ihn allerdings auch mental gut vorbereiten. Es läuft nicht immer alles so, wie man es sich wünscht“, gab van der Voort abschließend zu bedenken.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








