„Ich denke, ich bin euch allen ein Bier schuldig“ – Emotionaler Nathan Aspinall lobt das Publikum nach hart erkämpftem Sieg

PDC
Sonntag, 21 Juni 2026 um 10:52
Nathan Aspinall während seines Walk-ons
Nathan Aspinall steht beim Finaltag der Slovak Darts Open auf der Bühne, doch nach dem Abpfiff dreht sich fast alles um etwas anderes als seinen Sieg. Der Engländer kämpfte sich gegen Jim Long durch ein hartes Match und fand danach bewegende Worte für das Publikum, das ihn nach eigener Aussage entscheidend mitgetragen hat.
Lange Zeit sah die Partie nach einem klaren Erfolg für „The Asp" aus. Am Ende musste er jedoch tief in die Trickkiste greifen, um den 6-4-Sieg über die Linie zu bringen. Noch bevor das eigentliche Spielgeschehen zur Sprache kam, sprach Aspinall über den Empfang bei seinem Walk-on. Obwohl mehrere slowakische Lokalmatadoren ebenfalls im Turnier standen, feierte die Halle ihn wie einen der eigenen Spieler.

Überwältigende Unterstützung der Fans

Sichtlich gerührt fiel es dem ehemaligen Major-Sieger schwer, die Atmosphäre in Worte zu fassen. „Sie haben mich wirklich durchgetragen", sagte Aspinall nach dem Match. „Danke euch. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, warum ihr mich so gern habt, aber ich weiß es enorm zu schätzen."
Für den Engländer war es die Turnierpremiere in der Slowakei, und er wollte den Zuschauern unbedingt etwas bieten. Gleichzeitig räumte er offen ein, dass seine jüngste Form zu wünschen übrig ließ. „Es war das erste Mal, dass ich hier gespielt habe, und ich wollte dem Publikum etwas Besonderes bieten. In der letzten Zeit habe ich nicht mein bestes Darts gespielt, daher wollte ich unbedingt eine gute Partie abliefern."
Nathan Aspinall in Aktion
Nathan Aspinall trifft in der dritten Runde auf Ryan Searle

Starker Start, schwierige Schlussphase

Zu Beginn lief für Aspinall fast alles nach Plan. Er erspielte sich schnell eine komfortable 5-1-Führung und steuerte auf einen ungefährdeten Sieg zu. „Ich begann recht langsam, aber dann kam ich gut ins Spiel und spielte eigentlich ziemlich stark", blickte er zurück. „Beim Stand von 5-1 fühlte es sich an, als hätte ich das Match komplett unter Kontrolle."
Dann drehte sich das Bild der Partie. Long steigerte sich Leg für Leg, während Aspinall zunehmend Mühe hatte, sein Tempo zu halten. Aus einem scheinbar lockeren Abend wurde plötzlich ein nervenaufreibender Schlagabtausch. „Ab diesem Moment wurde es für mich schwierig", gab er zu. „Mein Gegner fing an, besser zu spielen, und ich spürte, dass das Momentum langsam zu kippen begann."

Probleme mit seinem Wurf kehren zurück

Im Interview sprach Aspinall ungewöhnlich offen über ein altbekanntes Problem. Er gestand, erneut mit technischen Schwierigkeiten in seinem Wurf zu kämpfen – sichtbar in mehreren Phasen der Partie. „Ich denke, jeder konnte heute Abend sehen, dass ich wieder ein paar Probleme mit meinem Wurf habe", sagte er. „Ich arbeite unglaublich hart daran, das in den Griff zu bekommen, aber ehrlich gesagt ist es enorm frustrierend."
Seine Wortwahl fiel dabei auffallend direkt aus. „Es macht mich wahnsinnig. Das Problem ist zurückgekehrt, und das irritiert mich enorm. Ich investiere viel Zeit und Energie, um es zu lösen." Auf die genaue Natur der Probleme ging er nicht weiter ein. Bekannt ist jedoch, dass Aspinall in der Vergangenheit schon öfter mit technischer Unsicherheit im Wurf zu kämpfen hatte – Momente, in denen solche Zweifel sein Spiel deutlich beeinflussen können.

Publikum trägt Aspinall durch schwierige Momente

Genau deshalb wertete der Engländer die Unterstützung der Fans als unschätzbar wertvoll. Mehrfach betonte er im Interview, dass das Publikum ihn in den schwersten Momenten aufrecht gehalten habe. „Mit Unterstützern wie euch kämpfe ich weiter", richtete er sich direkt an die Halle. „Ihr helft mir durch diese schwierigen Phasen."
Aspinall ging sogar so weit zu sagen, dass die Fans das Endergebnis maßgeblich beeinflusst hätten. „Und das meine ich wirklich so. Ich sage das nicht nur, weil ich hier stehe. Ohne diese Unterstützung hätte ich heute verloren." Die Halle antwortete mit lautem Applaus, woraufhin Aspinall noch einmal nachlegte: „Als ich 5-1 vorne lag und er zurückzukommen begann, hatte ich es richtig schwer. Ohne euch am Ende des Spiels wäre ich nicht durchgekommen."

Auf zum Finaltag

Mit dem Ticket für den Finaltag wartet auf Aspinall die nächste Herausforderung. Der Engländer hofft, sein Spiel weiter zu stabilisieren und die Wurfprobleme in den Griff zu bekommen, bevor sie erneut zum Risiko werden.
Vor allem aber wird er an die besondere Atmosphäre in der Slowakei zurückdenken. Die emotionale Verbindung zwischen Spieler und Publikum prägte den gesamten Abend und sorgte für einen der denkwürdigsten Momente des gesamten Turniers.
Mit breitem Lächeln beendete Aspinall sein Interview schließlich mit einem Augenzwinkern Richtung Tribüne: „Ich glaube, ich schulde euch allen ein Bier." Der Scherz löste lauten Jubel aus – und brachte zugleich den Kern seiner Botschaft auf den Punkt: Nathan Aspinall gewann an diesem Abend nicht nur dank seiner Dartskünste, sondern auch dank eines Publikums, das ihn durch die härtesten Momente trug.
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