Die Darts Regulation Authority (DRA) hat Danny Baggish vorläufig gesperrt. Der Verband reagiert damit auf eine laufende Untersuchung zu möglichen Verstößen gegen die Wettintegrität während der MODUS Super Series. Im Fokus stehen auffällige Wettmuster rund um mehrere Partien des US-Amerikaners, die er im vergangenen Monat in Portsmouth absolvierte.
Sportlich überzeugte Baggish bei Saison 14 des Events und qualifizierte sich für die Finals Night. Kurz vor Beginn verschwand sein Name jedoch plötzlich aus dem Spielplan. Die Turnierorganisation verwies damals lediglich auf „Umstände außerhalb ihrer Kontrolle“ und lieferte keine weiteren Details.
Auffällige Wettmärkte lösen Untersuchung aus
Nach übereinstimmenden Berichten rückten insbesondere ungewöhnliche Einsätze auf den „No 180s“-Markt in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Am 2. Mai griff DRA-Vorsitzender Nigel Mawer durch und sprach eine
vorläufige Suspendierung für alle von der DRA überwachten Turniere aus. Die Sperre bleibt bestehen, bis die Untersuchung abgeschlossen ist.
Die MODUS Super Series reagierte am Dienstag mit einem offiziellen Statement. Die Verantwortlichen bestätigten, dass sie die Entscheidung der DRA zur Kenntnis genommen haben und den Fall ernst nehmen. Gleichzeitig betonten sie ihre enge Zusammenarbeit mit dem Verband und kündigten an, sich während des laufenden Verfahrens nicht weiter inhaltlich zu äußern.
Auch zur grundsätzlichen Haltung ließ die Organisation keinen Zweifel aufkommen. Die Wahrung der Integrität habe oberste Priorität – sowohl als Veranstalter als auch als Partner innerhalb der Dartswelt. Entsprechend unterstützt MODUS die DRA bei der Aufklärung der Vorwürfe.
Baggish kündigt Widerstand an
Baggish selbst äußerte sich über soziale Medien erstmals zu den Vorwürfen. Eine klare Schuldeingeständnis bleibt aus, stattdessen kündigte der 42-Jährige an, gegen die Suspendierung vorzugehen. „Ich beschäftige mich natürlich schon seit einiger Zeit mit diesem Vorwurf“, schrieb er. „Ich werde mich im Moment noch nicht groß dazu äußern, aber ich werde mich nicht mit Annahmen abfinden. Das ist alles, was ich jetzt sagen will. Mir geht es gut und ich schätze alle Nachrichten und Anfragen. Ich habe nichts zu verbergen.“
Der US-Amerikaner machte 2021 auf sich aufmerksam, als er sich über die Q-School sensationell eine PDC Tour Card sicherte. In der Folge nahm er an drei aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaften teil. Sein bestes Resultat erreichte er bei der WM 2020/21 mit dem Einzug in die dritte Runde.
Nach dem Verlust seiner Tour Card im Jahr 2023 kämpfte sich Baggish zurück. 2025 kehrte er auf die große Bühne zurück, nachdem er einen schweren persönlichen Schicksalsschlag verkraften musste: Sein Sohn Truen verstarb nach einem langen Kampf gegen Leukämie.
Bis zur endgültigen Entscheidung der DRA bleibt Baggish vorerst gesperrt. Der Fall sorgt bereits jetzt für große Aufmerksamkeit – und könnte weitreichende Folgen für den Spieler und die Szene haben.