Josh Rock richtet den Blick fest nach vorn. Nach einer turbulenten Woche reist der Nordire mit klarem Ziel zur nächsten Station der
Premier League Darts in Glasgow: Er will ein Zeichen setzen und im Kampf um die Play-off-Plätze wichtige Punkte einfahren. Der Auftritt in Antwerpen hat Spuren hinterlassen – allerdings nicht mental, sondern vor allem technisch.
Denn in Belgien geriet Rock in eine Situation, die selbst ihn überraschte. Kurz vor seinem Match verlor er plötzlich das Gefühl für seinen Dart. Der Grip, sonst eine seiner größten Stärken, war praktisch nicht mehr vorhanden.
Ein folgenschwerer Gang zur Toilette
Auf einer
Pressekonferenz vor dem dritten
Premier Leaue Darts Spieltag in Glasgow schilderte Rock die kuriose Szene offen und selbstkritisch. Unmittelbar vor dem Gang auf die Bühne habe er sich noch die Hände gewaschen – mit ungeahnten Folgen. „Ich bin kurz vor dem Walk-on noch schnell auf die Toilette gegangen und habe dort die Seife benutzt. Als ich auf die Bühne kam, merkte ich sofort: Das wird kein guter Start. Ich hatte überhaupt keinen Grip mehr.“
Josh Rock nimmt dieses Jahr erstmals an der Premier League Teil
Die Erklärung lieferte er gleich mit. Rückstände der Seife nahmen ihm das gewohnte Gefühl für den Dart. Rock erkannte das Problem zwar schnell, konnte es während des Spiels jedoch nicht mehr beheben. „Ich musste eigentlich auf der Stelle darüber lachen, weil ich wusste, was los war. Wenn ich nicht gewusst hätte, warum ich so werfe, dann hätten wir ein echtes Problem gehabt. Aber so habe ich es einfach akzeptiert.“
Für die Zukunft zieht er Konsequenzen. Rock reist inzwischen mit Kreide und Wachs im Gepäck, um jederzeit reagieren zu können. Ein Detail, das auf diesem Niveau über Rhythmus und Konstanz entscheidet.
Premier League als Lernprozess
Trotz der ungeplanten Episode blieb Rocks Selbstvertrauen stabil. Er bewertet den Abend in Antwerpen als Ausrutscher, nicht als Rückschlag. „Es hat mich überhaupt nicht getroffen. Ich wusste, was los war – also machst du weiter“, stellte er klar.
Seine Debütsaison in der Premier League genießt der 24-Jährige in vollen Zügen. Die Intensität der Spieltage, das hohe Niveau und die dichte Atmosphäre beeindrucken ihn nachhaltig. „Ich genieße es wirklich enorm. Ich laufe die ganze Zeit mit einem Lächeln herum. Ich gehöre jetzt dazu, also will ich es auskosten.“
Vor allem die Stimmung in den Arenen hebt Rock hervor. Der Sound, die Nähe zum Publikum und der Druck in jeder Aufnahme unterscheiden sich deutlich von anderen Turnieren. Mittlerweile fühlt er sich in diesem Umfeld angekommen – und freut sich auf jede weitere Woche.
Glasgow fast wie ein Heimspiel
Der Spieltag in Glasgow besitzt für Rock eine besondere Note. Die Stadt liegt vergleichsweise nah an seiner Heimat in Nordirland, zudem verbindet ihn seine Sympathie für die Rangers eng mit Schottland. Entsprechend groß ist die Vorfreude.
„Glasgow liegt ziemlich nah an Zuhause, deshalb freue ich mich sehr darauf, hier zu spielen“, sagt er. Zusätzlichen Druck verspürt er nicht. Im Gegenteil: Er hofft auf Unterstützung von den Rängen.
Sportlich wartet allerdings eine anspruchsvolle Aufgabe. Mit Luke Humphries steht ihm ein Gegner von höchster Qualität gegenüber. Rock richtet den Fokus dennoch auf sich selbst. Die Premier League hat gerade erst begonnen, und er traut sich zu, schnell den nächsten Schritt zu gehen. „Vielleicht brauche ich ein paar Wochen – hoffentlich aber nicht. Am liebsten würde ich diese Woche direkt Punkte holen.“