Zwei Jahre bedeuten im Darts eine kleine Ewigkeit. Spieler, die vor Kurzem noch an die Tür der Weltspitze klopften, zählen heute zur absoluten Elite. Andere etablierte Namen rutschen im gleichen Zeitraum spürbar ab. Ein Vergleich zwischen den Top 16 nach der Weltmeisterschaft 2024 und der aktuellen Order of Merit zeigt dieses Auf und Ab besonders deutlich.
Der Aufstieg von
Luke Littler sticht dabei sofort ins Auge. Nach seinem sensationellen WM-Debüt 2024 rangierte der Engländer auf Platz 31 der Welt. Littler war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal sechzehn Jahre alt, setzte auf der größten Bühne des Sports aber sofort ein Ausrufezeichen und erreichte das Finale, in dem er sich erst Luke Humphries geschlagen geben musste.
Van Veen stößt in die absolute Weltspitze vor
Seit diesem Auftritt hat „The Nuke“ seine Karriere rasant vorangetrieben. Der Engländer reifte zum dominierenden Spieler der PDC-Tour und thront inzwischen komfortabel an der Spitze der Weltrangliste. Was 2024 noch als spektakulärer Durchbruch galt, hat sich zur neuen Realität entwickelt: Littler gilt mittlerweile als unangefochtene Nummer eins im Darts.
Auch direkt hinter ihm vollzog sich eine bemerkenswerte Entwicklung.
Gian van Veen belegte nach der WM 2024 noch Rang 43 der Welt. Der Niederländer galt schon damals als großes Talent, musste aber noch einen deutlichen Schritt machen, um zur etablierten Ordnung aufzuschließen. Van Veen schaffte diesen Sprung inzwischen: Sein Titel bei der European Championship 2025 und sein zweiter Platz bei der World Darts Championship 2026 katapultierten ihn
auf Rang zwei der Welt.
Am anderen Ende des Spektrums erlebten mehrere große Namen einen deutlichen Absturz. Peter Wright, Michael Smith und Dimitri Van den Bergh standen nach der WM 2024 allesamt noch in den Top 16. Inzwischen fielen sie alle aus den Top 32. Bei Wright und Smith fällt dieser Trend besonders auf: Beide feierten in der Vergangenheit große Erfolge und gehörten lange Zeit konstant zur Weltspitze, doch die vergangenen Saisons verliefen deutlich härter und warfen sie in der Rangliste weit zurück.
Einen klaren Kontrast dazu bildet das Comeback von James Wade. Der mehrfache Major-Sieger lag nach der WM 2024 mit Rang 19 knapp außerhalb der Top 20. Seitdem etablierte sich Wade wieder unter den Allerbesten, erreichte drei Major-Endspiele und kletterte zurück in die Top sechs.
Top 16 im Jahr 2024
| Rang | Spieler |
| 1 | Luke Humphries |
| 2 | Michael van Gerwen |
| 3 | Michael Smith |
| 4 | Nathan Aspinall |
| 5 | Gerwyn Price |
| 6 | Rob Cross |
| 7 | Danny Noppert |
| 8 | Peter Wright |
| 9 | Jonny Clayton |
| 10 | Dave Chisnall |
| 11 | Damon Heta |
| 12 | Joe Cullen |
| 13 | Dirk van Duijvenbode |
| 14 | Dimitri Van den Bergh |
| 15 | Chris Dobey |
| 16 | Stephen Bunting |
Top 16 im Jahr 2026
| Rang | Spieler |
| 1 | Luke Littler |
| 2 | Gian van Veen |
| 3 | Luke Humphries |
| 4 | Gerwyn Price |
| 5 | Jonny Clayton |
| 6 | James Wade |
| 7 | Michael van Gerwen |
| 8 | Josh Rock |
| 9 | Stephen Bunting |
| 10 | Danny Noppert |
| 11 | Gary Anderson |
| 12 | Ryan Searle |
| 13 | Wessel Nijman |
| 14 | Chris Dobey |
| 15 | Nathan Aspinall |
| 16 | Ross Smith |
Diese Gegensätze zeigen, wie schnell sich die Kräfteverhältnisse im Profidarts verschieben können. Neue Talente holen in kurzer Zeit dutzende Plätze auf, während etablierte Stars ebenso rasch den Halt verlieren. Wade beweist zugleich, dass ein Formtief keineswegs das Karriereende bedeuten muss.
Gian van Veen und Luke Littler spielten Anfang dieses Jahres das WM-Finale
Die große Frage bleibt, was die nächsten zwei Jahre bringen. Verteidigt Littler seine dominante Position? Wächst Van Veen zur Nummer eins heran? Und welche aktuellen Topspieler werden 2028 nicht mehr in den Top 16 stehen? Der Vergleich zwischen 2024 und 2026 belegt zumindest eines: Im Darts kann sich in nur zwei Jahren unglaublich viel verändern.